23.05.2018 15:00 Uhr - Europameisterschaft - PM HT, red

"Haben uns selbst überrascht" - Josefine Huber will nach Meisterschaft mit THC auch mit Österreich Coup landen

Josefine Huber will nach der Meisterschaft mit dem THC im Trikot des ÖHB den nächsten Coup landenJosefine Huber will nach der Meisterschaft mit dem THC im Trikot des ÖHB den nächsten Coup landen
Quelle: ÖHB/Pucher
Der Weg von Josefine Huber führt steil aufwärts. Vom UHC Paulinum Schwaz wechselte sie als 15-Jährige zunächst zu Hypo Niederösterreich und feierte dort die ersten nationalen Titel, es folgte der Schritt in die deutsche Bundesliga zur HSG Blomberg-Lippe und dann im Sommer 2017 zum Thüringer HC. Neben Erfahrungen in der Champions League kann die Kreisläuferin gleich in ihrer ersten Saison auch die Meisterschaft feiern, allerdings wartet nach dem letzten Spieltag gleich die nächste Herausforderung mit dem Nationalteam. Die heute 22-Jährige hofft mit Österreich auf die Qualifikation für die Europameisterschaft.

"Wir sind souverän, bereits frühzeitig, als Meister festgestanden und damit war vor dieser Saison absolut nicht zu rechnen", freut sich Josefine Huber im Interview mit Handball Tirol, dem Ausrichter ihres "Heimspiels" am 31. Mai gegen Rumänien, über den Titel in Deutschland.

"Wir haben uns selbst überrascht - denn es gab doch einen Umbruch im Team, das aus vielen jungen Spielerinnen besteht. Dazu kamen zu Beginn der Spielzeit sehr viele Verletzungen, wir hatten ein großes Lazarett, waren einmal bei einer Champions-League-Partie gerade einmal zu siebt im Kader. Wir mussten wohl dem straffen Programm, lange Zeit im Schnitt jeden dritten Tag ein Spiel zu absolvieren, Tribut zollen. Aber diesen Widrigkeiten haben wir sensationell getrotzt, wir konnten es alle kaum glauben", berichtet Huber.

"Ich bin zum Glück eine der wenigen Spielerinnen, die ohne Verletzung geblieben ist und habe dementsprechend alle Partien bestritten", blickt die Kreisläuferin auf ihr straffes Programm in dieser Spielzeit, in der sie 37 Bundesligatreffer erzielte. "Ich hätte mir nie gedacht, gleich in der ersten Saison so viele Spielanteile zu erhalten, vor allem auch in der Champions League - das ist dann doch noch einmal ein anderer Level als Bundesliga. Herbert Müller hat mir gleich das Vertrauen geschenkt."

Herbert Müller wusste um die Qualitäten der Kreisläuferin, als er sie im Sommer holte. Seit Jahren ist der Trainer des Thüringer HC auch Nationalcoach in Österreich, berief Huber bereits für 29 Einsätze. Der 30. wird ein besonderer, die Partie gegen Rumänien hat richtungsweisenden Charakter. "Wir haben alle Chancen, unser großes Ziel zu realisieren und nach Frankreich zu fahren, die Ausgangslage vor den beiden abschließenden Spielen ist gut - und das in dieser schweren Gruppe mit Russland und Rumänien. Beim Heimsieg gegen Russland ist uns alles aufgegangen, das war ein sensationelles Spiel", so Huber mit Blick auf die Ausgangslage. Dank des Auftakterfolgs führt Österreich gemeinsam mit Rumänien die Gruppe 4 an, Russland liegt zwei Punkte dahinter.

"Nun kommt der Showdown in Innsbruck gegen Rumänien, wir werden voll angreifen. Wir möchten erneut für eine Überraschung sorgen - denn wir wissen, dass uns im abschließenden Match in Russland eine sehr hohe Hürde erwartet, dieses Weltklasse-Team will sich revanchieren. Aber selbst wenn wir nicht unter die Top-Zwei kommen, könnten wir uns als bester Gruppendritter qualifizieren. Die zwei Punkte aus dem ersten Russland-Duell sind dafür natürlich sehr viel wert", blickt Huber auf die Ausgangslage und betont die Entwicklung des ÖHB-Teams: "Es gab vor einigen Jahren einen Umbruch, mittlerweile haben wir wieder ein starkes Team, das auch Topnationen fordern kann."

» Das komplette Interview auf der Homepage von Handball Tirol