21.05.2018 11:19 Uhr - DHB-Pokal - Bernd Teuber

"Bietigheim in Stuttgart zu besiegen ist unglaublich" - Oldenburg überglücklich nach DHB-Pokal-Triumph

Pokalsieger 2018: VfL OldenburgPokalsieger 2018: VfL Oldenburg
Quelle: Marco Wolf
"Das ist gar nicht möglich, dass wir Bietigheim schlagen", stammelte Torwarttrainer Christoph Dannigkeit fassungslos unmittelbar nachdem dem VfL Oldenburg genau dies im Finale des diesjährigen DHB-Pokals gelungen war. Mit 29:28 kämpfte das Team von Trainer Niels Bötel den großen Favoriten nieder und sicherte sich seinen vierten Pokalsieg.

"Bietigheim in Stuttgart zu besiegen ist unglaublich. Die Mannschaft hat die Saison über geackert, geackert, ein Rückschlag, der nächste Rückschlag, aber wir haben uns nie beschwert und nun gehen wir als Pokalsieger nach Hause. Ich hoffe heute kriegen wir den Flieger", strahlte ein überglücklicher Niels Bötel nach dem bisher größten Erfolg seiner Trainerkarriere.

"Das war eine unglaubliche Mannschaftsleistung in den letzten beiden Tagen. Vom Außenseiter zum Überflieger und Pokalsieger", lobt Angie Geschke ihr Team und spielt mit einem Augenzwinkern auf die flugtechnischen Probleme dieser Woche an.

Vom Start weg zeigte sich der VfL als ebenbürtiger Gegner und bot dem deutschen Vizemeister einen echten Pokalfight. Das hatten diese sich sicherlich einfacher vorgestellt. In einem zunächst torarmen Spiel wechselte die Führung mehrfach und es sollte bis zur 13. Minute dauern bevor der Favorit beim Stande von 5:3 erstmals mit zwei Toren vorne lag. "Wir sind heiß auf das Finale", hatte Kim Birke am Vortag noch gesagt und so kamen die Grün-Weißen auch aus der Kabine. Zwar gehörte die erste Aktion den Bietigheimern, aber nur acht Minuten später hatte der Außenseiter aus einem 12:17 eine 19:18 Führung gemacht. Nun wurde es unruhig auf Seiten des Vizemeisters.

Wie am Vortag spielten die Grün-Weißen auch wieder eine sehr gute Abwehr und Torhüterin Julia Renner wuchs das ein oder andere Mal über sich hinaus und zeigte Paraden der Spitzenklasse. Nicht zu Unrecht wurde sie nach dem Spiel zur besten Torhüterin des Turniers gekürt. Lautstarke Unterstützung von der Seitenlinie bekam sie dabei von Madita Kohorst. "Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten sitzenzubleiben", sprang Madita Kohorst am Spielfeldrand trotz ihrer Knieschiene hin und her, dass einem Angst und bange um ihr lädiertes Knie wurde.

Damm entwickelte sich ein echter Pokalkrimi bis zum Schluss, der die Nerven aller Beteiligten arg strapazierte. Oldenburg hielt die Führung und der anschließende Jubel kannte keine Grenzen. Mit minutenlangen Standing Ovations feierten die rund 200 mitgereisten VfL-Fans ihr Team. "Ich habe mich umgezogen um bei einem möglichen Siebenmeterwerfen zur Verfügung zu stehen, aber ich bin heilfroh das es nicht dazu gekommen ist. Ich war da schon richtig nervös. Die Mädels haben das einfach super gemacht und das nach dieser nicht einfachen Saison", herzte Isabelle Jongenelen überglücklich den Pokal.

20.05.2018 - Nach Aufholjagd der vierte Titel: Oldenburg triumphiert über Bietigheim