19.05.2018 19:03 Uhr - DHB-Pokal - Felix Buß

Bietigheim zweiter Finalist: Metzingen kommt nach Torflaute zurück, unterliegt aber knapp

Karolina Kudlacz-GlocKarolina Kudlacz-Gloc
Quelle: Marco Schultz
Im zweiten Halbfinale zeigten die TuS Metzingen und die SG BBM Bietigheim zwei unterschiedliche Gesichter. Zunächst gaben TusSies in der Porsche Arena den Ton an. Nach 20 Minuten konnte sich Bietigheim in diesem Pokal-Derby steigern und drehte nach 4:9 (19.) bis zum 12:10-Halbzeitstand das Spiel. 2.293 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche-Arena sahen dann eine umkämpfte zweite Spielhälfte, in der Metzingen sich eindrucksvoll zurückmeldete. Erst Kudlacz-Glocs neunter Treffer brachte die Entscheidung zum 24:23-Sieg.

Die Partie wurde von beiden Seiten zu Beginn hochnervös geführt. Ein technischer Fehler reihte sich an den anderen, mehrere Fehlwürfe kamen hinzu. So waren nach sieben Spielminuten beim Stand von 1:2 erst drei Treffer gezählt worden. Dann stellte Shenia Minevskaja von der Markierung auf 1:3. Die Deckung der SG BBM Bietigheim agierte in der frühen Phase alles andere als glücklich. Ganz anders die TuS Metzingen, bei der Jasmina Jankovic den Ausfall von Isabell Roch vergessen machte.

Nach dem Konter von Ina Großmann zum 2:6, vorausgegangen war Jankovics fünfter Reflex, zog BBM-Trainer Martin Albertsen die Notbremse, indem er die Grüne Karte zückte. Hatte Bietigheim sich bis dahin im Rückraum in Fehler verstrickt, gelang nun erstmals ein Treffer über die Flügel, Mille Hundahl verkürzte auf drei Tore. Bietigheim schien aber an dieser Marschroute nicht anknüpfen zu können. Fehler folgten. Loerper wurde beim Siebenmeter von den TuS-Fans ausgebuht und vergab.

Dass Amega an der kurz zuvor eingewechselten Wester den Gegenstoß zum möglichen 4:9 (19.) vergab, war einer der ersten größeren Missgriffe der TusSies. Ging es nach Trainer Martin Albertsen, sollten mit Fie Woller und Antje Lauenroth weitere positive Weichenstellungen für Bietigheim folgen. Amega, die das Metzinger Spiel gekonnt und beherzt führte, setzte das 5:9 dagegen. Darauf folgten weitere Torerfolge der SG über die Mitte: Kudlacz-Gloc und Loerper führten ihr Team auf 7:9 heran.

Metzingen hatte anschließend noch Glück, ein Direktwurf nach einem Ballverlust verfehlte das Tor. Edina Rott wartete nicht mehr länger mit ihrer Auszeit. Doch der Plan von Martin Albertsen ging auf. Nach der Unterbrechung war es mit dem Spielfluss der TuS-Sieben aber erst recht vorbei. Mehrere Male ging der Ball über die Querlatte. Mille Hundahl ließ sich das 8:9 (26.) nicht nehmen. Während Metzingen seit über sechs Minuten auf einen Torerfolg wartete, glich Lauenroth beim 9:9 aus.

Bietigheim erzielte bis zum 12:10-Halbzeit drei weitere Treffer durch Loerper, Kudlacz-Gloc und Woller. Kurz vor der Sirene hatte Minevskaja die mittlerweile elf Minuten lange Torflaute der TuS Metzingen beendet, die auch Anwurf hatte. Wester fing jedoch den Wurf problemlos und wehrte auch den folgenden Versuch ab. Zapf war es dann, die den Ball über die nächste erste Welle ins SG-Tor trug. Metzingen war mental wieder da. Minevskaja verwertete beim 12:13 einen Siebenmeter.

Metzingen hatte sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Bereits nach sechs Minuten folgte die Auszeit der SG BBM Bietigheim. Hundahl gelang zwar das 13:14, doch Lauenroth scheiterte im Gegenstoß an Jankovic, die im inner-niederländischen Torhüterduell mit Wester weiterhin vorne lag. Doch die "SG-Ladies" zwangen die "Pink Ladies" dann zweimal ins passive Spiel. Über die nun wieder solide Deckung eroberten sie beim 15:14 (41.) die Vorlage zurück. Metzingen unterbrach das Spiel.

Zunächst zog nun Wester mit ihrer achten Parade mit Metzingens Jankovic gleich. Kurz darauf erzielte Loerper, bis Ende Januar in Metzingen unter Vertrag, das 18:16 für Bietigheim. Erstmals seit dem Halbzeitstand lagen die Enztälerinnen, die hin und wieder die Linie der Unparteiischen besser lesen konnten, wieder mit zwei Toren vorne. Die drückten nun aufs Tempo. In der Deckung hatte Loerper inzwischen Amega kaltgestellt. Dennoch setzte Metzingen nach, da Rechtsaußen Zapf eine große Nervenstärke zeigte.

Edina Rott zog mit einer Umstellung, Obradovic und Kobylinska kamen auf die Halbpositionen, fünf Minuten vor Schluss, beim Stand von 21:19 für Bietigheim, die letzten Register. Großmann warf jedoch Wester ab, weswegen das 22:21 nicht fiel. Im Gegenzug besorgte Loerper das 23:20. Die TusSies kamen durch Treffer von Weigel und Amga noch einmal auf 23:22 heran. Doch zehn Sekunden vor Schluss besiegelte Kudlacz-Gloc mit ihrem neunten Treffer den Bietigheimer Sieg.

19.05.2018 - Erster Finalist: VfL Oldenburg dreht nach der Pause auf

20.05.2018 - OLYMP Final4 - Übersicht Pokalsieger: Oldenburg holt den vierten Titel