14.05.2018 11:25 Uhr - 1. Bundesliga - PM Flames, dpa

Buxtehude hält Europapokal-Kurs, Bensheim/Auerbach "vom Gegner ärgern natürlich weit entfernt"

Die Flames-Deckung hatte in Buxtehude einige MüheDie Flames-Deckung hatte in Buxtehude einige Mühe
Quelle: Andrea Müller, HSG
Die Frauen des Buxtehuder SV haben einen großen Schritt Richtung Europapokal für die kommende Spielzeit getan. Mit dem 37:26 (19:11)-Erfolg gegen die HSG Bensheim/Auerbach festigte das BSV-Team am Samstag vor 1.138 Zuschauern in der Halle Nord betreute Team am vorletzten Spieltag den dritten Rang und hat mindestens Platz vier sicher. Sollte die TuS Metzingen am kommenden Wochenende allerdings den DHB-Pokal gewinnen, würden nur die ersten drei Ränge in der Bundesliga zur Teilnahme am Europapokal berechtigen. Die Flames bleiben durch die zeitgleiche Niederlage der Neckarsulmer Sportunion bei Frisch Auf Göppingen aufgrund des besseren Torverhältnisses weiterhin auf dem zwölften Tabellenplatz.

Aufgrund eines langen Staus auf der Autobahn erreichten die Flames erst vierzig Minuten vor Anpfiff die Halle Nord in Buxtehude. Trotzdem konnte das Spiel bei sommerlichen Temperaturen vor 1.138 Zuschauern pünktlich beginnen. Trotz der kurzen Aufwärmzeit kamen die Flames anfangs gut ins Spiel. Carolin Schmele erzielt den ersten Treffer vom Siebenmeterpunkt, der BSV glich sofort durch die ehemalig Nationalspielerin Friederike Gubernatis zum 1:1 (2.Minute) aus. Das Spiel blieb ausgeglichen bis zum 4:4 (7.).

Dann legte der BSV im zweiten Spiel unter Interims-Trainerin Heike Axmann, die den erkrankten Dirk Leun erneut vertrat, einen Zahn zu und setzte sich durch einen Vier-Tore-Lauf auf 8:4 (11.) ab, da immer wieder der Ball in der Abwehr erobert wurde oder von den Flames weggeworfen wurde. Dies ermöglichte das schnelle Konterspiel des BSV und begeisterte die Zuschauer, die für eine tolle Stimmung sorgten. Nach dem 10:5 (15.) durch Maike Schirmer nahm Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die erste Auszeit. Lisa Friedberger gelang kurz danach der Anschluss zum 10:6 (16.).

Das beirrte den BSV aber nicht, der die Flames immer wieder zu Fehlern im Angriff zwang und die Lücken in der sonst so stabilen Flames-Abwehr fand. So sah sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm gezwungen nach dem 17:9 (23.) durch Maike Schirmer bereits das zweite Team-Timeout zu nehmen. Erneut war es Lisa Friedberger die auf 17:10 (24.) verkürzte. Das 19:11 durch Nationalspielerin Emily Bölk, die ihr letztes Heimspiel für den BSV bestritt und zum Deutschen Meister Thüringer HC wechselt, war zugleich der Halbzeitstand. Dieser Acht-Tore-Vorsprung und der Spielverlauf ließen bereits erahnen, dass es zu keiner Wende mehr in der zweiten Halbzeit kommen wird.

"Wir hatten uns vorher viel, viel vorgenommen, aber wir konnten sie heute nicht ärgern. Dafür war der BSV, das muss man auch ehrlich sagen, vor allem in der ersten Halbzeit einfach zu stark. Die haben den Ball schnell laufen lassen und wir haben in der ersten Halbzeit 19 Tore bekommen. Das ist einfach zu viel und 18 Tore in der zweiten Halbzeit, das kann man nicht ausgleichen. Unsere Stärke holen wir normal aus der Abwehr, aber die war heute nicht da. Und dann nimmt man das mit nach vorne. Wir haben im Angriff viel zu viele Fehler gemacht und den BSV dadurch eingeladen und das müssen wir jetzt abhaken. Nächste Woche geht es dann weiter mit der Vorbereitung auf Rödertal, denn da wollen wir noch ein ordentliches Spiel zeigen und gewinnen", bilanzierte eine enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Die zweite Halbzeit zeigte dann auch Parallelen zur Ersten. Den ersten Treffer zum 19:12 (32.) erzielte erneut Carolin Schmele vom Siebenmeterpunkt. Der BSV setzte anschließend konsequent sein Spiel der ersten Halbzeit fort. Beim 24:14 (40.) durch die Spielerin des Tages, Nationalspielerin Maike Schirmer, betrug der Vorsprung des BSV erstmals zehn Tore und Michelle Goos erhöhte gar auf 25:14 (41.) und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm musste früh ihr letztes Team-Timeout ziehen.

Auf der anderen Seite konnte Heike Axmann bereits munter durchwechseln und allen Spielerinnen Einsatzzeiten geben, was dem Spielverlauf keinen Abbruch tat und auch den Tabellenunterschied beider Teams unterstrich. Das 35:21 (55.) durch Christina Haurum und das 36:22 durch Lisa Borutta bedeutete einen Vierzehn-Tore-Rückstand aus Flames-Sicht. Am Ende wurde es eine 37:26 Niederlage im letzten Auswärtsspiel, die auch in dieser Höhe verdient war.

"Wir wollten uns heute mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden und den 3. Platz verteidigen und - beides ist uns gelungen. Alle Spielerinnen haben sich in die Torschützenliste eingetragen und auch die Torhüterinnen haben ihren Anteil. Das zeigt, wie gut die Mannschaft funktioniert. Ich bin schon sehr stolz auf die Mannschaft. Sie sind sehr eingespielt, haben sehr diszipliniert gespielt. Von daher denke ich, dass der Sieg auch in der Höhe in Ordnung geht", sagte Axmann, die den erkrankten Trainer Dirk Leun vertrat. Beste Werferinnen waren Emily Bölk (7/2) und Maike Schirmer (7). Für vier Spielerinnen war es die letzte Partie im BSV-Trikot. Emily Bölk wechselt zum neuen deutschen Meister Thüringer HC, Michelle Goos schließt sich der Neckarsulmer Sport-Union an, Lynn Knippenborg zieht es nach Dänemark zum Team Tvis Holstebro, während Katharina Meier für Werder Bremen auflaufen wird.

"Wünsche und das, was man sich vornimmt ist das Eine, die Realität sieht dann anders aus", erklärte Heike Ahlgrimm. "Heute waren wir vom `Gegner ärgern` natürlich weit entfernt, da wir nicht das abgerufen haben, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin natürlich enttäuscht über 37 Gegentore. Unsere Stärke ist eigentlich die Abwehr, die stand heute leider nicht so und wir machen zu viele individuelle Fehler. Wir haben nicht den Zugriff gehabt, wir haben nicht richtig zugepackt und dann ist es natürlich klar, dass Buxtehude die einfachen Tore macht. Wir holen uns die Stärke, so war es die letzten Spiele, immer in der Abwehr. Dadurch, dass die Abwehr nicht stand, nimmt man das schlechte Gefühl mit nach vorne. Vorne war es eigentlich zu wenig. Buxte, das muss man aber auch klar sagen: sie sind einfach besser, als wir und sie haben es uns heute deutlich aufgezeigt. Nicht umsonst stehen sie da oben. Sie haben eine gute Saison gespielt, hatten dann paar Probleme und haben jetzt eine gute Rückrunde gespielt. Sie sind Dritter, wir Drittletzter und wir haben heute auch gesehen, warum das so ist."