13.05.2018 17:02 Uhr - Champions League - fcb

Bukarest trotzt Rostovs Aufholjagd und holt Bronze

Oana Manea und CSM Bukarest schließen die Champions-League-Saison erneut als Dritter abOana Manea und CSM Bukarest schließen die Champions-League-Saison erneut als Dritter ab
Quelle: Felix Buß
Im Spiel um den dritten Platz beim Champions League Final Four 2018 in Budapest traten die beiden Halbfinal-Verlierer CSM Bucuresti und Rostov-Don an. "Die Medaille ist ein großer Unterschied gegenüber dem vierten Platz, denn dann gehst du mit leeren Händen", hatte CSM-Trainer Per Johansson gesagt. Bukarest schien dies verinnerlicht zu haben und legte einen kämpferischen Blitzstart aufs Parkett. Doch nach dem 19:14-Pausenstart drehte Rostov immer mehr auf. Die letzten zwölf Minuten nach dem 25:25-Ausgleich boten pure Dramatik. Dabei zeigte sich CSM Bucuresti nervenstärker als Rostov und gewann mit dem 31:30-Endstand nach 2017 erneut Bronze.

Die Bedeutung der Partie war von Beginn an ersichtlich, beide Teams versuchten einen Blitzstart um sich am Ende nichts vorwerfen zu müssen. Das Visier war dabei jedoch nicht immer korrekt justiert, sodass Jelena Grubisic von Bukarest und Maissa Pessoa von Rostov in der furiosen Startphase nach fünf Spielminuten bereits je dreimal pariert hatten. Bukarest schaffte es dabei zunächst nicht, den 3:1-Vorsprung auszubauen, Rostov bemühte sich lange vergeblich um den zweiten Torerfolg. Grubisics fünften Reflex nutzte Jørgensen nach sechseinhalb Minuten zur 5:1-Vorlage für CSM.

Maissa Pessoa hatte bislang wenig Freude an ihren Vorderleuten. Bukarest rührte in der Deckung Beton an und zeigte sich auch im Angriff spielerisch klar überlegen. Hatte sich CSM gegen Györ zu Beginn der Halbfinalpartie eine mentale Auszeit genommen, galt dies im Medaillenspiel für Rostov. Einzig Pessoa schien sich nach elf Minuten beim Stand von 8:4 mit immerhin fünf Paraden (Grubisic sieben) gegen die zweite Final-Four¬-Niederlage zu stemmen. Oftmals spielte Rostov die eigenen Angriffe nicht zu Ende und warf aus Halbchancen. Die Chance auf das 8:6 ging ungenutzt dahin.

CSM Bucuresti war vorne, weil sich die Spielerinnen mehr zutrauten und die Zweikämpfe suchten und gewannen. Sie traten um mindestens eine Klasse besser auf als am Samstag. Amanda Kurtovic erwirkte den Siebenmeter, den Isabella Gulldén ins 10:5 (16.) ummünzte. Anschließend wurde Rostov einmal mehr geblockt und verharrte bei unter 30 Prozent Offensiv-Effektivität. Beim Stand von 14:6 (20.) deutete schließlich nichts mehr darauf hin, dass CSM Bucuresti die Bronze-Medaille noch aus der Hand geben würde. Einmal mehr hatte Gulldén einen Siebenmeter genutzt.

Die Fans von CSM Bucuresti applaudierten der starken Leistung ihrer Mannschaft - unter anderem stellte Jørgensen Barbosa kalt. Doch Rostov meldete sich vor der Pause mit einem 4:0-Lauf zurück. Petrova umtanzte beim 16:11 (27.) im Gegenstoß vier CSM-Spielerinnen. Bukarest hatte kurz zuvor eine Auszeit genommen und Johansson mahnte an konzentriert zu bleiben. Managarova gelang dennoch das 18:14. Der letzte Treffer von Bukarests Jørgensen zum 19:14 sorgte dann für Unmut bei Pessoa, da die Sirene sehr spät erklang und die Unparteiischen sich offenbar daran orientiert hatten.

Dieses nicht gegebene Tor schien bei Rostov eine Trotzreaktion freizusetzen. Nach 38 Minuten gelang mit einem der wenigen Ballgewinne ein wichtiges Zeichen. Die Bougeant-Sieben konnte ihre Fehlerzahl begrenzen und blies nun zur Aufholjagd. Borshenko versorgte dann erst Ayglon mit einer Zeitstrafe und verwandelte dann den fälligen Siebenmeter zum 23:19. Da Jørgensen weiterhin groß aufspielte, hielt CSM sich vorne. Nach einem Pfostenwurf der Dänin traf dann auch Frafjord nur das Gebälk. Bougeant drückte auf den Buzzer. Er wollte den Rückstand auf drei Tore eindämmen.

Makeeva gelang wenig später das 25:22, Sudakova legte das 25:23 nach, Dembele beförderte sich beim 25:24 (46.) gleich mit ins gegnerische Netz und Sudakova konterte zum 25:25 (48.). Rostov hatte diese Aufholjagd dem nach der Pause eingewechselten Urgestein Mekhdieva zu verdanken, die beim Gegenstoß von Niombla zum sechsten Mal nicht hinter sich greifen musste. Auf CSM-Seite saß Jørgensen bereits zum zweiten Mal draußen. Ohne die Dänin büßte der Vorjahresdritte unter dem gewachsenen Druck seine Spielstruktur vollends ein. Johansson benötigte dringend eine Auszeit.

Die letzten zwölf Spielminuten boten dann pure Dramatik. CSM hatte durch Treffer von Neagu und Curea beim 28:26 (51.) zwar wieder eine Zwei-Tore-Führung inne, die auch beim Cureas 29:27 bestand, aber Rostov blieb kämpferisch. Bukarest blieb einigermaßen cool. Curea hatte drei Minuten vor Schluss die 32:28-Vorentscheidung in der Hand, doch sie wurde gestört. Der Siebenmeter-Pfiff blieb aus. Mit ihren Paraden Nummer neun bis 13 stemmte sich Mekhdieva vergeblich gegen die Niederlage. Nach Barbosas 31:29-Konter (59.) ging CSM Bucuresti mit 31:30 als Sieger hervor.