13.05.2018 18:14 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen, HSG

Arbeitssieg für Waiblingen/Korb gegen Hannover-Badenstedt

Simona NikolovskaSimona Nikolovska
Quelle: Michael Schmidt
Die FSG Waiblingen/Korb gewinnt ihr letztes Heimspiel der ersten Zweitliga-Saison mit 31:28 gegen den Vorletzten HSG Hannover-Badenstedt. Das Ergebnis darf man getrost in die Kategorie Arbeitssieg einordnen, der aber verdient an die FSG ging. Der Partie war anzumerken, dass es für beide Teams um nichts mehr ging, man sich aber gerne ehrenvoll verabschieden wollte. Waiblingen/Korb hat den Klassenverbleib sicher, die Norddeutschen sind nicht nur sportlich abgestiegen, sie ziehen sich auch aus finanziellen Gründen aus dem zweiten Oberhaus zurück.

Nachdem mit den Torhüterinnen Nicole Roth, sie folgt dem Ruf der ersten Liga nach Neckarsulm, und Tünde Nagy, sie kehrt in ihre Heimat Ungarn zurück, Bianca Grigore (hartnäckige Knieverletzung), Sina Stumpp (Auslandsstudium), Torwarttrainer Hartmut Hammer und Physio Juliane Schneider angemessen offiziell verabschiedet waren, bestimmte die Spielgemeinschaft Waiblingen/Korb die ersten zehn Minuten ganz klar und setzten sich aus einer ordentlich aufgestellten Abwehr heraus auch dank dreier Tore von der pfeilschnellen Rechtsaußen Simona Nikolovska auf 8:4 ab.

Das Team von Interimscoach Rainer Bay versäumte aber die Gelegenheit vorentscheidend davonzuziehen und musste fortan um den späteren Erfolg unnötig hart kämpfen. Keine drei Minuten benötigte der Gegner, um zum 9:9 auszugleichen. Rabea Pollakowski mit einem Doppelschlag sowie Alina Defayay hatten wieder für den Anschluß gesorgt und die häufig erfolgreich auf der Abwehrspitze "schnippelnde" Natasha Ahrens nachgelegt.

Dann brachte Bay Caren Hammer und Sinah Hagen - und damit neuen Schwung ins FSG-Spiel. Hammer musste allerdings kurz darauf schon wieder für zwei Minuten zurück auf die Bank, Zeitstrafe. Die beiden Unparteiischen hatten bei einem Gegenstoß der Gäste eine Notbremse von ihr gesehen. In Unterzahl kassierten die Gastgeberinnen das 9:11, Lea Gruber und Vanessa Nagler konnten aber zum 11:11 in der 18. Minute ausgleichen. Es ging aber weiter hin und her. Für die Gäste traf Pollmer zum 12:14. Bis zur Pause verflachte die Partie in der Folge, Hagen traf zum 15:16-Anschluss und Monika Odrowska drehte zum Halbzeitpfiff den Spieß um, 18:16 für die FSG.

Gehaltvoll muss die Ansprache von Bay in der Kabine gewesen sein. Mit einem Blitzstart erhöhten die Gastgeberinnen zunächst in sieben Minuten auf 22:16, um in den folgenden neun Minuten den Vorsprung wieder zu verspielen. "Für die FSG-Anhänger ein schwer verdaulicher Happen. Im Angriff Würfe mitten aufs Tor, Aufbaukost für die Gäste-Torfrau, in der Abwehr keine Ordnung und lasches Zupacken, Bay wechselte durch, ohne Erfolg", berichtet der Pressedienst der Gastgeberinnen.

Das Heimteam besann sich aber dann immer wieder auf seine Qualitäten. Hammer tankte sich zum 23:23-Ausgleich durch, Hagen bediente Louisa De Bellis am Kreis, die zur 25:24-Führung traf. Wieder war es Hammer, die sich den Ball vom Gegner schnappte und die nach vorn gestürmte Hagen sah, die sicher zum 27:24 in der 52. Minute verwandelte. Für Beruhigung sorgte das aber immer noch nicht. Die Gäste kamen zum 27:26-Anschluss. Bay brachte nochmals Torhüterin Nicole Roth, die im ersten Durchgang glücklos agierte, in der Schlussphase aber zum Rückhalt wurde. Monika Odrowska lieferte in der 56. Minute mit ihrem neunten Treffer zum 29:26 die Vorentscheidung. Hagen traf zum 31:27, das 31:28 durch die Gäste wurde zur Makulatur.

Rainer Bay bilanzierte: "Wir haben es heute nicht konsequent gespielt und es uns unnötig schwer gemacht. Wir haben verpasst, die Führung nach zehn Minuten auszubauen, Hannover hat gut verteidigt gegen unseren Rückraum. Es war ein ständiges Auf und Ab, wir hatten zu viele Schwächephasen. Für die Spielerinnen war das letzte Heimspiel ein emotionales Ereignis, die Saison war für sie sehr bewegend."

"Ganz tolle Moral, viel Einsatz. Trotz des bereits feststehenden Abstiegs haben alle gezeigt, dass sie Lust auf Handball hatten", lobte Co-Trainer Boris Linnemann als Verantwortlicher auf der Bank der Gäste. "Eine gute Vorstellung unserer Mannschaft. Selbst ein Sieg wäre ohne einige technische Fehler in der Schlussphase durchaus möglich gewesen", bereute auch Badenstedts neuer sportlicher Leiter Peter Kretzschmar seine Teilnahme an der letzten langen Auswärtsfahrt der Saison nicht.