28.04.2007 15:06 Uhr - DHB-Pokal - Felix Buß - hbvf.de

Nürnberg bezahlt leichten Sieg im Spiel um Platz drei mit Verletzungen

Bis zehn Minuten vor der Pause gelang es Göppingen im Spiel im den dritten Platz im DHB-Pokal, das Spiel gegen das Topteam aus Nürnberg offen zu halten, das gestern im Siebenmeterwerfen Leipzig unterlegen war. Dann häuften sich Unkonzentriertheiten und schwache Abschlüsse, die die Clubberinnen zu Tempogegenstößen einluden. Nürnberg zog durch Tore von Blacha, Wohlbold und Rösler von 8:9 (23.) auf 9:15 bei Halbzeit davon. Im zweiten Durchgang setzte sich der Nürnberger Triumphzug fort, Göppingen konnte den Rückstand nicht mehr verringern. Die Fränkinnen ließen sich auch nicht beirren, als nach Rohde, die sich bereits kurz nach Anpfiff einen Achillessehnenabriss zuzog und somit dem Club in den Play Offs fehlen wird, auch Jana Krause kurz nach Wiederanpfiff humpelnd vom Feld musste.

Ania Rösler erzielte zehn Treffer und verbuchte eine ParadeAnia Rösler erzielte zehn Treffer und verbuchte eine Parade
Quelle: sportseye.de


Jessica SchulzJessica Schulz
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Die Frisch Auf Frauen begannen konzentriert und schienen im Gegensatz zu gestern wieder im Punktspielwettbewerb angekommen. Breidert und Schulz sorgten nach drei Minuten für die 2:0-Führung, während Nürnberg undiszipliniert auftrat und sich gegen die anfangs gut aufgestellte Göppinger Defensive nicht durchsetzen konnte. Zusätzlich mussten die Fränkinnen die Verletzung von Christina Rohde verdauen. Die etatmäßige Werferin im rechten Rückraum verletzte sich bereits nach knapp fünf Minuten bei einem Spielzug am Fuß und wurde kurze Zeit darauf aus der Halle gebracht. Doch Nürnberg kämpfte, wie schon nach dem gestrigen Halbzeitrückstand und zwang nun die Schwäbinnen zu Fehlern, sodass mehrere Ballverluste im 2:3 resultierten. Wohlbold, Blacha und Simakova erlösten den FCN von der Torflaute und ermöglichten nach neun Minuten die Führung.

Nun lag es an Mami Tanaka im Frisch Auf-Tor, dass das Favoritenteam noch nicht davon ziehen konnte. Sie parierte einen Konter von Kathrin Wohlbold und auch im Nachwurf blieb Nürnberg erfolglos. Stattdessen markierte Fritz den Ausgleich. In der Folge war es vor allem Jessica Schulz, die mit ihren Treffern Göppingen im Spiel hielt. Doch nach einer Viertelstunde gerieten die Grün-Weißen ins Hintertreffen, Engel und Rösler brachten Nürnberg die Führung beim 6:7 (17.) zurück, Göppingen blieb aber zunächst dran.

Erst als sich nach 20 Minuten die Fehler bei den Frisch Auf Frauen häuften, konnte Nürnberg die Chance nutzen und sich erstmals absetzen. Immer wieder eroberten die Clubberinnen nun in der Defensive den Ball, Konter von Blacha und Wohlbold sorgten für den 9:12-Zwischenstand nach 26 Minuten. In Unterzahl musste Göppingen bis zum Pausenpfiff danach noch zwei Treffer von Ania Rösler zum 9:15 hinnehmen. Unkonzentriertheiten hatten bei Göppingen den Faden reißen lassen und sorgten auch nach dem Wiederanpfiff trotz einer wieder konzentrierten Leistung für eine Vorentscheidung.

Denn Nürnberg konnte den Vorsprung nicht nur verteidigen, sondern weiter ausbauen. Ofenböck, Blacha und Wohlbold erhöhten auf 11:18 nach 33 Minuten, dann konnte Vojtiskova verkürzen. Die nächste Szene brachte das Aus für Jana Krause im Nürnberger Tor. Alena Vojtiskova versuchte in der Abwehr wieder an den Ball zu kommen und rutschte in die FCN-Keeperin hinein, die danach mit einer Fußverletzung vom Feld musste. Nürnberg ließ sich aber nicht mehr aus dem Konzept bringen, Engel traf nach einem sehenswerten Spielzug, bei dem sich drei Nürnbergerinnen an den Kreis absetzten und Simakova und Blacha sorgten für das vorentscheidende 12:21 nach 36 Minuten. Die Aktionen von Göppingen waren zu durchsichtig, nach 41 Minuten hatte Nürnberg nach einem von Iskenderoglu verwandelten Strafwurf zum 13:23 erstmals eine Zehn-Tore-Führung etabliert.

Eine Zeitstrafe gegen FCN-Torfrau Harlander sorgte dann für Gesprächsstoff, denn Herbert Müller brachte Ania Rösler als sechste Frau im Torwartleibchen. Fritz verkürzte zwar auf 15:24, doch den Ball von Breidert parierte Rösler. Göppingen kam lediglich auf 17:25 (47.) heran, danach fielen die Treffer im schnellen Wechsel bis zum 20:28 (50.) von Christine Dangel. In dieser Phase kamen beide Teams durch druckvoll vorgetragene Angriffsspiele zu schnellen Erfolgen. Carina Fuchs im Göppinger Tor konnte dann zwar einige Bälle entschärfen, aber ihre Vorderleute trafen selbst in Überzahl nur Holz, so wie Jessica Schulz nach 57 Minuten bei einem Strafwurf. Die letzten Aktionen brachten Nürnberg mit drei guten Wurfmöglichkeiten noch eine Ergebniserhöhung auf zwölf Tore, Rösler traf dreimal und korrigierte den Spielstand von 31:21 auf 33:21 nach oben.


Stimmen zum Spiel:

Hagen Gunzenhauser, Frisch Auf Göppingen:
Mich hat überrascht, dass es am Anfang recht gut gin. Dann kamen ein paar Überzahlsituationen und man hat die Klasse von Nürnberg gesehen.
Bei solch einem Spiel um die goldene Ananas ist es einfach wichtig, dass nichts passiert. Die Verletzung von Christina Rohde ist dann sehr ärgerlich.
Wir sind froh über das Spiel, letztlich ist das Ergebnis ok. Sicherlich gibt das Ergebnis nicht ganz den Unterschied wieder.

Herbert Müller, 1. FC Nürnberg Handball:
Christina Rohde hat einen Achillessehnenabriss. Für sie ist die Saison beendet und sicherlich auch ein Großteil der Vorbereitung auf die nächste Saison. Sie ist in Angriff und Abwehr für uns sehr wichtig.
Dieser Modus ist eine bodenlose Frechheit und krank. Die Spielerinnen verletzen sich und Du stehst da und hast nichts.
Göppingen hat gut mitgehalten, aber beim 15:9 war dann die Messe gelesen. Nachdem Göppingen wieder etwas rankam haben wir das Tempo nochmals angezogen.



cs