03.05.2018 16:45 Uhr - Europameisterschaft - PM ÖHB, red

Beate Scheffknecht über Meistertitel und EURO 2018: "Wir wollen alle nach Frankreich"

Beate ScheffknechtBeate Scheffknecht
Quelle: Marco Wolf
Vergangenes Wochenende holte die österreichische Nationalspielerin Beate Scheffknecht mit dem Thüringer HC vorzeitig den Meistertitel in der Handball Bundesliga-Frauen (HBF). Sie ist eine von nur vier Spielerinnen im ÖHB-Team, die mit dem Nationalteam bereits bei einem Großereignis war. Für die WM 2009 war man zuletzt qualifiziert, in den abschließenden beiden Spielen in der EM-Quali gegen Rumänien, am 31. Mai in Innsbruck, und Russland, 3. Juni, Astrakhan, hat man die Chance das Ticket zur EURO 2018 zu lösen.

Der deutsche Meistertitel ist in der Tasche. Für dich ist es der zweite mit dem Thüringer HC. Welcher der beiden war schöner?

Beate Scheffknecht:
Das war schon unglaublich, dass wir drei Runden vor Schluss den Titel bereits fixieren konnten. Wir haben damit nicht gerechnet. Aufgrund des Umbruchs und Verletzungen hätte zu Beginn der Saison niemand damit gerechnet. Aber wir haben schnell zueinander gefunden. Wir machen sehr viel gemeinsam, auch außerhalb der Trainings. Wir kämpfen füreinander, stehen füreinander ein. Für mich haben beide Titel den gleichen Stellenwert. Besonders gefreut hat es mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das war aufgrund meiner Probleme mit dem Fuß nicht abzusehen, wie sich die Saison entwickelt.

Das nächste Ziel lautet nun EURO 2018. Du warst bereits 2009 bei der WM. Was würde die Teilnahme für das Nationalteam bedeuten?

Beate Scheffknecht:
Wir waren jetzt schon neun Jahre nicht mehr bei einem Großereignis. Aus der damaligen Mannschaft sind lediglich Petra Blazek, Sonja Frey, Romana Gerisch und ich übriggeblieben. Es wäre für die meisten das erste Mal. Wir wollen natürlich alle nach Frankreich. Wir stehen in einer Gruppe in der niemand dachte, dass wir da rauskommen. Aber wir haben uns die Chance zur EURO zu fahren erarbeitet. Es wäre etwas ganz Besonderes. Eine Teilnahme würde an der EM würde uns auch im Ranking und damit in der Topfeinteilung enorm helfen uns auch künftig wieder regelmäßig zu qualifizieren.

Zunächst empfängt man am 31. Mai Rumänien zuhause in Innsbruck. Wie kann man gegen diese Weltklasse-Truppe überraschen?

Beate Scheffknecht:
Wir haben uns auswärts enorm schwer getan, sind aber zuhause um einiges stärker. Ich kann nicht erklären woran das liegt, aber es ist so. Vor Heimpublikum haben wir bewiesen, dass wir die Großen ärgern und auch schlagen können. Sie werden uns auf keinen Fall unterschätzen. Wir zählen natürlich aufs Publikum. Unsere Chance, nochmals zwei Punkte zu holen in den letzten beiden Spielen, liegt im Heimspiel gegen Rumänien.

Das bringt uns direkt zum abschließenden EM-Qualispiel gegen Russland. Kann man da erneut überraschen?

Beate Scheffknecht:
Um alleine nach Astrakhan zu kommen, werden wir einen ganzen Tag unterwegs sein. Zudem wird uns das Spiel gegen Rumänien in den Knochen stecken. Ich rechne damit, dass der russische Trainer Trefilov seinen Spielerinnen einbläuen wird, dass sie nicht noch einmal gegen uns verlieren dürfen. Wir gehen natürlich in jedes Spiel um zu gewinnen.

Du hast beim THC bis 2020 verlängert. Was sind deine nächsten Ziele mit dem Verein und im Nationalteam?

Beate Scheffknecht:
Wir möchten natürlich auch nächstes Jahr in der Meisterschaft wieder oben mitspielen. Man ist nie gesättigt. Die Mannschaft wird sich erneut ein wenig verändern, da müssen wir uns erstmal wieder finden. Als Profi will man immer besser werden und man will immer mehr. Das heißt für nächste Saison oben mitspielen und in der Champions League weiterkommen. Das Nationalteam ist mittlerweile stark verjüngt. Mit meinen 28 Jahren zähle ich da schon zu den älteren Spielerinnen. Ich freue mich wenn ich Tipps weitergeben kann. Es entsteht eine Mannschaft mit der wir hoffentlich auf Dauer bei Großereignissen teilnehmen werden. Persönlich hoffe ich, dass meine Füße mitspielen und ich noch einige Jahre spielen kann.