15.04.2018 15:18 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Beide Seiten können mit dem Ergebnis zufrieden sein": THC siegt in Bensheim

Gordana MitrovicGordana Mitrovic
Quelle: THC
Der Thüringer HC kommt mit einem 32:26-Auswärtssieg aus Bensheim zurück und hat seine schwere Pflichtaufgabe sehr gut gelöst. Einen erfolgreichen Tag hatte Gordana Mitrovic, die mit sieben Treffern, wie bei Bensheim Bogna Sobiech, erfolgreichste Feldtorschützin wurde. In der Gesamtzahl übertraf sie allerdings wieder einmal Iveta Luzumova (11/7).

Beide Abwehrreihen verschliefen die Startphase komplett. Noch schwerfüßig, gestatteten sie den Angreiferinnen fast jede Aktion und nach gut drei Minuten waren bereits sieben Treffer gefallen - der THC führte mit 4:3. Kurz darauf bauten die Gäste die Führung bis zum 6:3 etwas aus, hatten aber in der 8.Minute die HSG wieder auf 5:6 herankommen lassen.

Ein nächster Zwischenspurt brachte durch Strafwurftreffer von Iveta Luzumova und anschließend Josefine Huber vom Kreis die erneute Drei-Tore-Führung (8:5, 12.Min). Die Anfangsviertelstunde ging mit 9:6 an die Thüringer Gäste, dann erhöhten diese durch ein Doppelpack von Gordana Mitrovic und Iveta Luzumova auf 11:7. Bis zur 22.Minute hatte das Müller-Team bereits eine komfortable 16:9 Führung erspielt - vor allem Gordana Mitrovics Mut zum Fernwurf, auch unter Bedrängnis, wurde mehrfach belohnt.

Die Achse Niederwieser - Luzumova - Mitrovic spielte druckvoll und ideenreich. Sehenswert der Treffer zum 19:12 den Josephin Huber nach schönem Handgelenkspass von Gordana Mitrovic erzielte. Das erste 7:6-Spiel in der letzten Minute der ersten Hälfte brachte einen Gegentreffer. Bogna Sobiech hatte den Pass auf den Außen "gerochen" und netzte im Tempogegenstoß den Ball ins "empty net".

Nach der Pause kam Jana Krause ins THC-Gehäuse und Jakubisova und Mitrovic legten zum 21:13 aus Gästesicht nach. Beate Scheffknecht patzte völlig frei vor dem Kasten und Lydia Jakubisova scheiterte von Rechtsaußen - in der 39. Minute haben sich die Flames wieder etwas herangekämpft. (17:22) In der 45. Minute hatte dann Iveta Luzumova mit dem Treffer zum 27:18 den bis dahin größten Vorsprung herausgeworfen und Beate Scheffknecht, die jetzt wieder zu alter Treffsicherheit gefunden hatte, stellte die erste zweistellige Tordifferenz her (28:18 - 47.Min).

Mit dem sicheren Gefühl des klaren und verdienten Sieges gingen die Gäste in die letzten zehn Minuten der Partie. Nach endlos langen Monaten in denen weder Training noch Spieleinsatz möglich war, kam Nina Schilk auf die Platte und muss ihren Treffer zum 32:20 wohl als ein ganz besonderes Tor empfunden haben. Es ist der sympatischen Linksaußenspielerin nur zu wünschen, dass sie bald wieder längere Einsatzzeiten bekommen kann.Beim THC schlich sich jetzt doch ein wenig Schlendrian ein - verworfener Strafwurf von Anika Niederwieser und eine Zeitstrafe von Patricia Batista da Silva reichten den Flames, um das Schlussresultat mit 26:32 doch noch erträglich aussehen zu lassen.

"Wer heute das Spiel gesehen hat, weiß dass wir eine Moral haben. Wir haben uns auch nie unterkriegen lassen. Wir haben viele Punkte liegen lassen am Anfang der Saison, weil wir uns erst daran gewöhnen mussten. Wir haben viele, viele Spiele eng gestaltet. Wir haben immer gesagt, dass wir um jedes Tor kämpfen, dass wir, auch wenn wir verlieren, mit Leidenschaft an die Sache ran gehen. Wie gesagt, was jede einzelne Spielerin in meiner Mannschaft in den letzten Wochen gezeigt hat, das ist wirklich für mich sensationell. Das kann man nur machen, wenn es im Team stimmt, wenn die Moral da ist. Wir haben uns das Ziel gesetzt und da bleiben wir dabei, es sportlich schaffen wollen und wir werden weiter hart kämpfen. Das haben wir heute gemacht und das werden wir auch in den nächsten Wochen weiter praktizieren", freute sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm über die Moral in ihrem Team nach dem Spiel.

"Ich war in keinster Weise von der Leistung der HSG überrascht und wusste, dass es sehr schwer werden würde. Nicht umsonst lassen Bietigheim und Metzingen hier Punkte liegen. Ich bin froh, dass wir es so geschafft haben. Bensheim hat sich nicht aufgegeben und gekämpft. Beide Seiten können mit dem Ergebnis zufrieden sein", so THC-Trainer Herbert Müller, deranfügt: "Wenn man sieht, wie die Aufsteiger in die Bundesliga in den letzten Jahren doch teilweise recht abgeschossen worden sind und dann wieder abgestiegen sind, so ist das schon ganz hervorragend, was Heike hier veranstaltet. Das sollte allen nochmal sehr, sehr klar sein. Wie gesagt, ich denke, beide Seiten können sehr, sehr glücklich sein."

"Natürlich bin ich absolut zufrieden und muss heute ein großes Kompliment an meine Mannschaft machen. Ich habe heute vor dem Spiel so ein bisschen schlimmes erahnt, da wir ja relativ dezimiert waren, weil wir noch 2 Spielerinnen an die 2. Mannschaft abgegeben haben. Aber ich muss sagen, dass wir im Nachhinein alles richtig gemacht haben", bilanzierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm und betonte: "Man sieht, dass wir als Verein zusammen stehen, dass wir alle ein gemeinsames Ziel haben. Wir haben gegen den baldigen Deutschen Meister, nur mit 6 Toren verloren, darauf kann man stolz sein. Wir haben bis zum Ende gekämpft, auch haben wir nie aufgegeben. Da kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Wir lagen schon mit 12 Toren hinten, am Ende sind es 6 und da sieht man, dass wir wirklich super Charakter haben und dass wir eine Einheit geworden sind."