07.04.2018 12:24 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Nellingen will in Thüringen "Selbstvertrauen tanken"

Beate Scheffknecht führt mit dem THC die Liga anBeate Scheffknecht führt mit dem THC die Liga an
Quelle: Marco Wolf
Am Samstagabend zu gewohnter Heimspielzeit um 18 Uhr, empfängt der Thüringer HC den TV Nellingen. Der Tabellenelfte kommt als klarer Außenseiter nach Thüringen, ist aber wie gezeigt, schon in der Lage Spiele spannend zu gestalten. Für den THC gilt es, sich keinen Ausrutscher zu leisten.

"Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit großem Stolz auf die letzten Wochen zurückschaue, in denen wir uns einen kleinen Vorsprung an der Tabellenspitze erspielt haben." So sein Einstieg Herbert Müllers in die Pressekonferenz. Dabei lag zunächst der Fokus noch einmal auf beiden Spitzenspielen in Metzingen und in Bietigheim. Selbstverständlich ist es nicht, dass der THC beide schwere Auswärtsspiele für sich entscheiden konnte.

"In der ganzen Saison hat sich in der Liga gezeigt, dass viele Mannschaften in der Lage sind, auch den Spitzenteams ein Bein zu stellen", sagte Herbert Müller. Schon sehr früh meinte er, dass sogar der Meister mit zweistelliger Zahl nach Minuspunkten aus dem Rennen gehen könnte. Fast wäre das auch eingetroffen, nur für den THC gilt das nicht. Es war schon gar nicht zu erwarten, dass die Mannschaft sowohl im Spiel Dritter gegen Erster vor der Länderspielpause in Metzingen, als auch im Spiel Zweiter gegen Erster nach den Länderspielen gegen Spanien in Ludwigsburg als Sieger die Halle verlassen würde. Wie schnell hätte man dort den Vorsprung verlieren können? Nun beträgt er vor den letzten sieben Spielen sieben Punkte.

"Das ist noch wertvoller als die Saison 2013/14 mit nur einem Minuspunkt", bilanziert der Meistertrainer. "Die Mannschaft ist ganz konzentriert und fokussiert in diese Spiele gegangen und ist als unglaublich stabile Einheit aufgetreten." Es ist dabei gelungen, das taktische Konzept mit einer stabilen Deckung, einer stark haltenden Dinah Eckerle und mit Tempohandball im Angriff umzusetzen. Das Spiel sieben gegen sechs hat uns entscheidende Vorteile gebracht. Die Mannschaft wusste, dass sie auch in Bietigheim gewinnen kann, das war kein Zufall, denn immerhin sind beide Teams in dieser Saison fünfmal aufeinandergetroffen. Das Duell ging mit 4:1 klar zu Gunsten des THC aus.

Nellingen hingegen traf bislang insgesamt viermal auf dem Verein auf die Thüringerinnen und mussten sich viermal geschlagen geben. Im letzten Vergleich Anfang Februar war die Morgant-Sieben in der heimischen Sporthalle 1 jedoch 30 Minuten lang ebenbürtig und lag zur Pause nur mit 13:15 zurück. Nach der Pause konnte sich der Favorit dann aber immer besser durchsetzen und gewann deutlich mit 30:19.

An diesen ersten 30 Minuten sowie den vier Begegnungen vor dem Blomberg-Spiel will der Hornets-Kommandogeber ansetzen. "Wir müssen unser Spiel wiederfinden. Dafür ist der THC ein guter Gegner, der uns natürlich aufgrund seiner Qualität extrem fordern wird. Wir wollen in der Salza-Halle gut spielen und Selbstvertrauen tanken. Im Hinspiel haben wir ja auch gut gespielt, obwohl das Ergebnis am Ende klar war. Wir werden uns neu auf die siebte Feldspielerin vorbereiten, die Thüringen hervorragend praktiziert, und schauen mal, ob wir taktisch darauf eingehen", äußert Morgant seine Wünsche und die Vorgehensweise. Personell fehlt ihm natürlich die Kreuzbandverletzte Elisa Stuttfeld, dafür kehrt Rechtsaußen Tanja Padutsch nach ihrem krankheitsbedingten Ausfall vor Wochenfrist wieder ins Aufgebot zurück.

Nachdem die THC-Frauen aus Metzingen und Bietigheim vier Punkte mitgebracht haben, ist das auch für den Mathematiker Herbert Müller ein klares Zeichen, wo es hingeht. Deshalb sprach er von einem "Dreisprung in die richtige Richtung." Aber der kühle Stratege ermahnt sein Team, "bescheiden zu bleiben, akribisch die Arbeit zu machen, und dann wird sich wohl schon in Kürze der endgültige Erfolg einstellen. Die Momentaufnahme ist schön, aber das Ziel noch nicht erreicht." Dazu muss am Samstag gegen Nellingen die Pflicht erfüllt werden, heißt, das Spiel muss gewonnen werden. Die Mannschaft will ihren Fans am Wochenende zuhause einen Sieg schenken.