01.04.2018 09:58 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Dreisprung in die richtige Richtung": THC gewinnt Spitzenspiel bei Bietigheim

9 Tore: Iveta Luzumova9 Tore: Iveta Luzumova
Quelle: Marco Wolf
Mit einer 23:26 (7:9)-Niederlage verliert der Deutsche Meister, die SG BBM Bietigheim, das Spitzenspiel der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Insgesamt 1880 Zuschauer in der Ludwigsburger MHP-Arena bildeten die Bundesligarekordkulisse und sahen bis zur letzten Sekunde ein hochdramatisches Duell zwischen Tabellenführer und Verfolger. Bis fünf Minuten vor Spielende war die Partie nicht entschieden, dann hatte der Gast aus Thüringen das bessere Ende für sich. Die besten Werferinnen waren Anna Loerper (10/5) auf Bietigheimer Seite, Iveta Luzumova war wieder einmal mit 9/4 Treffern für den Thüringer HC die Nr. 1.

Beide Teams starteten vor 1880 Zuschauern in der Ludwigsburger MHP-Arena nervös in die Partie. Zwar konnten die Gastgeberinnen den Torreigen eröffnen, der Thüringer HC drehte das Spiel aber bis zur 6. Minute auf 2:4. Daraufhin taten sich beide Mannschaften schwer Lücken im kompakten Defensivverbund des Gegners zu finden. Entsprechend torarm blieb die Partie - 4:6 nach 20 Minuten. Bis zur 15.Minute legte der THC auf 5:3 vor, Bietigheim schaltete nach einer ersten Auszeit auf das Spiel 7 gegen 6 um und verkürzten wieder. Den zwischenzeitlichen Vorsprung der Thüringerinnen von 5:9 konnten Hundahl und Loerper dennoch kurz vor der Halbzeitpause auf 7:9 verkürzen.

Die SG BBM erwischte einen Start nach Maß und ging in Folge eines 4:0-Laufes in der 34. Minute durch Mille Hundahl wieder in Führung (11:10). Anna Loerper baute diese ihrem Tor zum 15:13 in der 42. Minute sogar noch aus. Spätestens nun waren die Hausherrinnen im Spiel und es entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Unrühmliche Höhepunkte des Duells waren schließlich noch zwei rote Karten kurz vor Schluss: Zuerst gegen Luisa Schulze (58.), eine Minute später gegen THC-Spielerin Anika Niederwieser. Letztlich brachte der THC die Führung aber über die Zeit und konnte das umkämpfte Duell für sich entscheiden.

"Ich bin heute megastolz auf meine Mannschaft, wie sie in der ersten Halbzeit in der Abwehr gefightet hat. Dann, als wir ein bisschen schlecht aus der Kabine rausgekommen sind und die Probleme hinten bekommen hatten, haben wir das 7 gegen 6 vorne super gut gespielt. Wir haben dann die Bälle in das leere Tor rein geworfen und selber nichts zugelassen", so THC-Trainer Herbert Müller.

"Wir haben heute leider die erste Halbzeit verschlafen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine tolle Reaktion gezeigt. Leider konnten wir in den entscheidenden Situationen aber nicht treffen und haben am Ende den Fokus verloren", bilanzierte Bietigheims Trainer Martin Albertsen und ergänzte: "In der entscheidenden Phase, in den letzten 5 Minuten, wo wir das leere Tor nicht treffen, war die Spielentscheidung gefallen."

"Das war einfach hinten heraus die letzten 10 Minuten mit den letzten Kraftreserven und dem Herz des THC ein super wichtiger Sieg. Das war ein Dreisprung in die richtige Richtung. Ich kann der Mannschaft nur ein riesiges Kompliment machen, das war ganz ganz toll heute. Eine absolute Mannschaftsleistung. Jeder, der eingewechselt wurde, hat sich sofort eingebracht. Also eine Mannschaftsleistung durch und durch mit einer überragenden Dinah Eckerle im Tor", so Herbert Müller abschließend.