15.03.2018 13:02 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Thüringer HC verpflichtet Blomberger Nationalspielerin Stolle

Alicia StolleAlicia Stolle
Quelle: Michael Schmidt
Die deutsche Nationalspielerin Alicia Stolle verlässt zum Ende der laufenden Saison die HSG Blomberg-Lippe. Die 21-jährige gebürtige Ahlenerin, die 2014 aus der A-Jugend bzw. der 2. Mannschaft von Borussia Dortmund in die Nelkenstadt gewechselt war, hat sich dazu entschlossen, ihre Karriere ab der Saison 2018/2019 beim Thüringer HC weiterzuführen.

Alicia Stolle zu ihrem Wechsel im Sommer: "Die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen. Ich bin Blomberg, der HSG, dem Team und unserem Trainer, sowie vielen tollen Menschen sehr dankbar für vier wunderbare Jahre, in denen ich hier von einer Jugendspielerin zur Nationalspielerin reifen konnte. Ich bin davon überzeugt, dass mir diese Möglichkeit beim THC gegeben wird und ich mich optimal weiterentwickeln kann. Ich freue mich sehr auf eine neue Herausforderung, auf ein tolles Team mit jungen und erfahrenen Spielerinnen sowie auf die beiden Trainer. Natürlich werde ich aber bis zum Ende alles im HSG-Trikot geben, um die Saison möglichst erfolgreich abzuschließen."

Sportdirektor und Cheftrainer André Fuhr meint mit Blick auf diese Personalie, "dass wir damit rechnen mussten, dass ´Alice´ einen neuen Weg gehen wird, um internationale Erfahrung zu sammeln. Sie ist vor vier Jahren von Borussia Dortmund nach Blomberg gekommen, hat sich bei uns mit viel Fleiß und Ehrgeiz zur Nationalspielerin entwickelt. Alicia gehört mit ihren jungen Jahren zu den zielsichersten Feldtorschützinnen der Bundesliga, ist in unserem Team in Abwehr und Angriff eine absolut feste Größe. Sie wird eine Lücke hinterlassen, die nur sehr schwer zu schließen sein wird. Allerdings muss uns trotz der jüngsten sportlichen Erfolge klar sein, dass wir bei der wirtschaftlich völlig übermächtigen Konkurrenz im Süden und Osten des Landes unsere Rolle als Ausbildungsbetrieb auch in Zukunft akzeptieren müssen. Diese Situation gilt es anzunehmen und sich an der erfolgreichen Entwicklung von Topspielerinnen wie Xenia Smits oder jetzt Alicia Stolle zu erfreuen. Wir wünschen Alicia für ihre weitere sportliche und private Zukunft alles erdenklich Gute."

"Ich freue mich sehr, dass Alicia den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung mit dem Thüringer HC geht. Zusammen mit Emily Bölk ist sie eine der talentiertesten Spielerinnen in Deutschland und sie ist speziell in der Abwehr für ihr Alter schon sehr stark", so THC-Trainer Herbert Müller, der hinzufügt: "Wir möchten mit ihr also speziell am Angriffsspiel arbeiten und sind sicher, dass sie ein tolles Duo mit Anne Hubinger bilden wird. Wir beobachten Alicia natürlich schon länger und hätten sie auch letztes Jahr gern verpflichtet, es war aber sicher richtig, dass sie noch ein weiteres Jahr gewblieben ist. Wir freuen uns, Alicia ab Sommer bei uns begrüßen zu können und möchten die gestartete gute Arbeit mit ihr fortsetzen."

"Wir haben lange dafür gekämpft, Alicia von einem Verbleib zu überzeugen und dies sicherlich auch mit einem attraktiven Angebot und schlagkräftigen Argumenten untermauert. Und die Aussicht, in unserer aktuellen Mannschaft - die uns viel Freude bereitet - weiterhin eine Führungsrolle einzunehmen, wäre sicherlich auch sportlich eine sinnvolle Option gewesen. Gleichwohl muss man für ihre Entscheidung auch Verständnis haben. Der THC darf sich auf eine intelligente Spielerin mit toller Einstellung freuen! Wir werden Alicias weiteren Werdegang ab Sommer sicher sehr interessiert verfolgen. Bis es soweit ist, wird sie sich aber noch voll ins Zeug für unsere Ziele legen", so HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir mit Alicia eine weitere junge deutsche Spielerin verpflichten konnten. Wir sehen uns damit auf der Rückraum-rechts Position für die neue Saison sehr gut aufgestellt, hoffen natürlich weiterhin, dass Anne Hubinger so schnell wie möglich zurückkommt", so Tobias Busch, Geschäftsführer der THC-Sport GmbH, der hinzufügt: "Für Alicia als deutsche Nationalspielerin ist es ab der neuen Saison von großer Bedeutung, auch im Vereinshandball auf internationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln. Wir haben in dieser Saison gesehen, wie gefährlich es ist, mit nur einer gelernten Rückraum-rechts Spielerin in die Saison zu gehen. Uns war also klar, dass dies in der neuen Saison nicht noch einmal passieren darf. Wie die Mannschaft die schwierige personelle Situation (nicht nur auf der RR-Position, Anm.) meistert, ist sehr stark."

Die HSG beobachtet im Kontext von Linkshänderinnen bzw. der Position im rechten Rückraum den Spielermarkt seit geraumer Zeit sehr genau. "Natürlich wollen wir versuchen, uns hier adäquat zu verstärken. Dies ist aber kein ganz einfaches Unterfangen. Der Markt ist überschaubar und gerade auf dieser Position zudem äußerst umkämpft. Und unsere Möglichkeiten haben naturgemäß ihre Grenzen. Wir führen Gespräche mit potentiellen Neuzugängen und versuchen im Dialog mit Partnern unsere finanziellen Rahmenbedingungen zu verbessern", ergänzt Kietsch.

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