13.03.2018 10:33 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Partie gegen Blomberg-Lippe für THC "kein Ruhekissen"

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Marco Wolf
Am Mittwoch um 19.30 Uhr empfängt der Thüringer HC die HSG Blomberg-Lippe zum letzten Saisonspieltag unter der Woche. Herbert Müller warnt vor Leichtsinnigkeit.

Die letzte englische Woche des Jahres 2018 hat es in sich: Sonntag Champions League in Metz, Mittwoch in der Salzahalle gegen Blomberg-Lippe, Samstag in Metzingen. Das ist eine Ochsentour. Und das Lazarett lichtet sich auch nicht. Nina Schilk hat mit ihrem Bandscheibenvorfall nicht ein Pflichtspiel bestritten, Anne Hubinger verletzte sich nach 5 Pflichtspielen so schwer am Fuß, dass sie für die gesamte weitere Saison ausfällt, Alexandra Mazzucco fehlt schon seit der WM-Pause in 17 Pflichtspielen, eine längere Verletzungspause hat Macarena Aguilar hinter sich, hat auch nur 16 Mal gespielt, Beate Scheffknecht wurde kürzlich am Fuß operiert.

Da muss das Häuflein der (wirklich) 7 Aufrechten (in Metz waren es tatsächlich zwei Torhüterinnen und sieben Feldspielerinnen, weil auch Kerstin Wohlbold nur zwei Minuten auf der Platte war) in die entscheidende Phase im Kampf um die Meisterschaft. Da übernehmen die Jungen Verantwortung. Unter Führung der Weltklasse spielenden Iveta Luzumova und an der Seite der unverwüstlichen Lydia Jakubisova spielen sich Josephine Huber, Gordana Mitrovic und Anika Niederwieser immer mehr in den Vordergrund. Am Mittwoch beginnt für den THC eine für die Meisterschaft vorentscheidende Phase, die am 31. März in Bietigheim endet. Am Mittwoch ist der Shooting-Star der HBF, die HSG Blomberg-Lippe in Bad Langensalza zu Gast. Die HSG startete mit 2:8 Punkten in die Saison, zugegeben mit Spielen gegen die "drei Großen" der Liga Metzingen, THC und Bietigheim. Nach der DHB-Pokalniederlage beim THC hat Blomberg in 11 Ligaspielen hintereinander nicht mehr verloren, 9 Spiele wurden gewonnen 2 gingen Unentschieden aus - 20:2 Punkte.

So etwas kann eigentlich nur der THC; der hat gleichermaßen 20:2 Punkte in den letzten 11 Spielen erreicht (10 Siege, eine Niederlage in Bad Wildungen). Blomberg gewinnt sensationell in Dortmund, gegen Buxtehude, in Oldenburg und fast unglaublich in Metzingen. Die haben nicht nur einen Lauf, die haben mit ihren Ergebnissen den Nachweis erbracht, dass sie jeden Gegner in der Liga schlagen können. Schauen wir auf die Tabelle, ist die Ausgangssituation für den Thüringer HC so gut, wie lange nicht. Fünf Punkte Vorsprung, 10 Spieltage vor Schluss, das hatten wir noch nicht.

"Was da aber gerade in der Liga los ist, kann das für uns kein Ruhekissen sein", sagt Herbert Müller. Die Doppelbelastung Liga und Champions League ist jetzt auch für Bietigheim weg, die werden noch einmal angreifen. Somit bleibt der Druck auf den THC hoch, der Druck, des Gewinnenmüssens. Die nächsten drei Spieltage haben es in sich, Blomberg, Metzingen, Bietigheim, da kann man den Vorsprung schnell einbüßen. Drei Niederlagen und der Verfolger ist wieder vorbei. Und dann muss die Mannschaft noch gegen Buxtehude ran und in Dortmund spielen. Doch schauen wir zunächst auf den Mittwoch.

Das Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe wird somit für den Thüringer HC zu einer echten Bewährungsprobe im Kampf um die Meisterschaft. Eine Niederlage wäre dabei ein herber Dämpfer, den die Mannschaft unbedingt vermeiden möchte. Andre Fuhr hat eine eingespielte, junge ehrgeizige Mannschaft geformt. Anna Monz hütet mit herausragenden Leistungen ihr Tor und mit Laura Rüffieux, Gisa Klaunig, Kathrin Pichlmeier und Silje Brons Petersen verfügt das Team über torgefährliche Spielerinnen. Das Heimspiel wird somit alles andere als ein Selbstläufer. Auch die HSG möchte ihre hervorragende Ausgangsposition im Kampf um die EHF-Cup- Teilnahme verteidigen.

"Alle reden immer davon, dass wir die Mannschaft der Stunde wären. Das sehe ich etwas anders. Ich finde, dass Thüringen dieses Prädikat verdient. Trotz personeller Engpässe und einer großen Belastung durch die Champions League gehen die Spielerinnen meines Trainerkollegen Herbert Müller souverän durch die Bundesliga. Der THC ist natürlich der absolute Favorit. Wobei ich immer noch nicht glauben kann, dass wir als Vierter zu einem Spitzenspiel dort hinfahren. Bei dem Gedanken bekomme ich immer noch eine Gänsehaut", skizziert HSG-Coach André Fuhr die Ausgangssituation.

Dabei verspürt der 46-Jährige relativ wenig Druck vor der schweren Aufgabe. Vielmehr gibt er sich sehr entspannt. "Dass wir eine tolle Serie hingelegt haben, ist nun ausgiebig abgefeiert worden. Wir sind darauf vorbereitet, dass diese Serie irgendwann einmal reißen wird. Wir wollten aus den schweren Spielen in Metzingen, Thüringen und gegen Bietigheim zwei Punkte holen. Das ist uns mit dem Sieg in Metzingen bereits gelungen. Von daher können wir die nächsten beiden Aufgaben mit einer Portion Gelassenheit angehen", so Fuhr weiter.

Verzichten müssen die Blombergerinnen auf Alicia Stolle, die sich in Metzingen eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat und voraussichtlich noch zwei Wochen ausfällt. "Das trifft uns natürlich doppelt hart. Zum einen ist Alicia nur schwer aus unserem Innenblock wegzudenken, zum anderen ist sie die drittbeste Feldtorschützin der Liga. Ihre Treffer werden uns fehlen. Trotzdem haben wir uns ein paar Formationen einfallen lassen, um Alicias Ausfall zu kompensieren", erläutert Fuhr.