12.03.2018 11:37 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Überraschung in Gröbenzell: Schlusslicht siegt bei Oßwald-Party

Verena OßwalVerena Oßwal
Quelle: Birgit Franke, HCD
Am vergangen Donnerstag feierte Verena Oßwald im Training ihren Abschied. Studienbedingt wird sie umziehen und nicht mehr mittrainieren können, trotzdem hat sie den Gröbis mindestens bis zum Saisonende die Treue geschworen und will zumindest zu den Spielen auf der Matte stehen - bei ihrem letzten "richtigen" Heimspiel trumpfte sie noch einmal auf und steuerte acht Treffer zum 29:28 (17:16) Erfolg bei, mit dem das Schlusslicht seine Ausbeute auf sechs Punkte ausbaute. Die Gäste haderten unterdessen mit der Berg- und Talfahrt, in der eine zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung aus der Hand gegeben wurde.

Der HCD Gröbenzell kam gut ins Spiel: Die 3:2:1-Abwehr stand gut organisiert, Ines Flesch entschärfte gleich zu Beginn zwei Hochkaräter, vorne konnte man souverän mithalten. Nach neun Minuten beim Stand von 4:4 dann jedoch ein plötzlicher Bruch im Angriffsspiel des HCD. Während Waiblingen weiter in fast jedem Angriff ein Tor schoss, taten sich die Gröbis plötzlich extrem schwer, den Ball ins Netz zu befördern, zudem fehlte defensiv die Konsequenz. Die Gäste, bei denen die in der Deckung wichtige Caren Hammer aufgrund einer Fingerverletzung nicht eingesetzt wurde, konnten sich fortan in einem Lauf von 9:2 Toren schon fast spielentscheidend auf 13:6 absetzen.

HCD-Trainer Pleines nahm mit mächtig Wut im Bauch seine erste Auszeit. Die Ansprache und die taktischen Maßnahmen, unter anderem ein Torhüterwechsel, schienen zu fruchten, die HCD-Abwehr wurde wieder stabiler und vorne lief es plötzlich wie am Schnürchen. Allen voran schritt eben jene Verena Oßwald, die ihren Abschied feierte und sie machte es alleine mit sechs ihrer acht Toren in der ersten Halbzeit zu ihrer eigenen Party. Als besonderen Gast lud sie dazu die erst 17-jährige Toni Thurner ins Tor ein, die ihrerseits direkt mit zwei parierten Strafwürfen und zahlreichen weiteren Paraden zur guten Stimmung in der Wildmooshalle beitrug. In einer Aufholjagd, die ihresgleichen sucht, drehte der HCD das verloren geglaubte Spiel binnen elf Minuten und ging mit einer knappen, aber hochverdienten 17:16 Führung in die Halbzeitpause.

Waiblingen fand nach dem Seitenwechsel allerdings zurück in die Spur und beendete die Party von Verena Oßwald in Form einer Manndeckung. Auf Augenhöhe lieferten sich beide Teams mit wechselnder Führung nun ein spannendes Duell. Toni Thurner war es, die auch in der zweiten Hälfte großen Anteil daran hatte, dass der nun mit einer 6:0-Deckung agierende HCD mithalten konnte. Kurz vor Schluss trauten die Zuschauer ihren Augen nicht, als der HCD drei Torchancen vergab - Waiblingen konnte dies aber nicht nutzen.

Die Spannung lag förmlich in der Luft, bevor Sina Fischer mit Routine und Entschlossenheit die letzten drei Tore wuchtig einnetzte und somit nur Sekunden vor Schluss ausgleichen konnte. Pleines dirigierte sein Team wild mit den Armeln fuchtelnd zu einer Offensivdeckung. Waiblingen zeigte Nerven und ausgerechnet Sinah Hagen, die ihre Mannschaft mit neun Treffern gemeinsam mit der starken Tünde Nagy im Tor auf Kurs gehalten hatte, unterlief nun eine Unachtsamkeit. Lisa Antl antizipierte "verrückt offensiv", wie sie es selbst nannte, eroberte den Ball und verwandelte den Konter souverän im Tor.

Die verbleibenden zwei Sekunden reichten den Gästen nicht mehr, um nochmal gefährlich vor das Tor des HCD zu kommen, die Party in der Wildmooshalle nahm ihren Lauf und auch Verena Oßwald tanzte wieder mit der gesamten Mannschaft. Waiblingens Trainerin Kerstin Zimmermann war bedient. Damit habe nun keiner gerechnet. "Ein Punkt war sicher, ein Sieg möglich. Das ist ganz, ganz bitter und jetzt wird es in der Tabelle auch eng. In der Abwehr haben wir vor der Pause keinen guten Zugriff auf den Gegner gehabt", so Zimmermann. Im Angriff sei es zunächst aber gut gelaufen. "Nach dem Wechsel haben wir dann hinten gut gestanden, Tünde hat super gehalten, aber jetzt ging vorne nichts mehr." Keine habe Verantwortung übernommen, "nur Lea Gruber und Sinah Hagen haben was gemacht."