12.03.2018 10:12 Uhr - Champions League - dpa, PM THC

Couragierter Auftritt: Ersatzgeschwächtem Thüringer HC gehen in Metz am Ende die Kräfte aus

Iveta Luzumova erhöhte ihre Torekonto auf 99 TrefferIveta Luzumova erhöhte ihre Torekonto auf 99 Treffer
Quelle: Marco Wolf
Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC haben sich mit einer Niederlage aus der Hauprunde der Champions League verabschiedet. Das Team von Trainer Herbert Müller unterlag am Sonntag bei Metz Handball mit 29:35 (19:17). Die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale hatten die Thüringerinnen bereits am vorletzten Spieltag vergeben. Der stark dezimierte THC-Kader, Müller reiste nur mit zwei Torhüterinnen und acht Feldspielerinnen an, zeigte dabei aber eine engagierte Leistung. veta Luzumova avancierte mit neun Treffern zur besten THC-Werferin.

Die ersten Minuten waren durch schlecht vorbereitete Würfe von beiden Mannschaften gekennzeichnet - dann ging es mit höherer Konzentration zur Sache und vor allem Ana Gros glänzte auf Seiten der Gastgeberinnen durch starke Vorbereitungen und zwei schöne Rückraumtore. Doch vor allem durch Anika Niederwiesers Druck aus dem Rückraum blieben die Gäste auf Tuchfühlung und konnten durch einen verwandelten Strafwurf von Iveta Luzumova in der 12. Minute wieder ausgleichen.

Auszeit Metz. 7:7 zeigte die Tafel als Trainer Emmanuel Mayonnade seine Frauen mit einer energischen Ansprache bedachte. Aber diese fruchtete vorerst nicht. Seine Spielerinnen lieferten in Folge drei konfuse Angriffe mit Fehlwurf und Ballverlust ab. Foul an Lydia Jakubisova - Strafwurftor durch Iveta Luzumova zum 8:7.

Und die Torschützenerste der CL legte mit einem schönen Heber gleich nochmal nach - der THC führte beim 9:7 nach gut einer Viertelstunde erstmals mit zwei Toren. Das Spiel mit dem leeren Tor und der so geschaffenen Überzahl war beim THC bisher sehr erfolgreich - das 11:9 durch Saskia Lang wurde dann aber im Blitztempo von den Französinnen beantwortet. Den langen Ball von Zaadi Deuna konnte Dinah Eckerle nicht mehr erreichen. Doch beide Teams agierten weiter auf Augenhöhe.

In dieser Phase zeigten vor allem Gordana Mitrovic und Anika Niederwieser starke Aktionen - die Französinnen ließen unterdessen zwei Chancen liegen und in der 25.Minute führte der THC mit 15:13 - die Gästeabwehr war beweglich und konzentriert - nur die mehrfach freigespielte Manon Houette sorgte mit Bilderbuchwürfen von Linksaußen dafür, dass die THC-Führung nicht noch klarer ausfiel. Doch die Thüringerinnen ließen sich auch durch einen weiteren blitzschnellen Treffer ins leere Tor nicht beeindrucken. Durch einen Treffer der eingelaufenen Lydia Jakubisova ging es mit einem 19:17 für die Gäste in die Pause.

Die Unterbrechung war aber nicht gut für die THC-Frauen - es dauerte genau vier Minuten bis Metz das Spiel gedreht hatte und beim 20:19 vorlegt.Herbert Müller monierte die nachlassende Passgeschwindigkeit und appelierte an sein Team den Start nicht zu verschlafen. Anika Niederwieser traf sehenswert - kurzzeitig war der Bundesligist wieder gleichauf.

Wurfpech und Ballverlust des THC reichten dann aber um Metz wieder auf 23:21 davonziehen zu lassen. Auch zwei Paraden von Dinah Eckerle änderten die Lage nicht - in dieser Phase, 20 Minuten vor Spielende dominierte das Team von Metz Handball. Auch weil die Ungarin Kyra Csapo, jetzt im Tor der Französinnen, ihre Sache recht souverän machte. Genau zwei Treffer in zwölf Minuten nach der Pause hatten die THC-Damen erzielt - Metz war beim 25:21 auf die Siegerstraße eingebogen.

Die Partie hatte bis dahin soviel Kraft gekostet, dass man jetzt um die Müller-Frauen fürchten musste - eine deutliche Niederlage schien sich beim 23:29 zwölf Minuten vor dem Ende anzukündigen. Mit der nachlassenden Kraft der THC-Abwehr konnten die Stars von Metz Handball ihre individuelle Klasse zeigen und nur Dinah Eckerle verhinderte in dieser Phase ein Ergebnis-Desaster. Dann kämpften sich die Schmelzer, Jakubisova, Luzumova nochmal zurück und erzielen damit gegen den Favoriten ein akzeptables und gerechtes 29:35 Endresultat und einen würdigen Abschluss einer kämpferisch starken CL-Saison.

Metz Handball - Thüringer HC 35 : 29 (17:19)

Metz Handball:
Marina Rajcic, Kyra Viven Csapo; Beatrice Edwige, Daphne Gautschi, Ana Gros 6, Grace Zaadi Deuna 6, Laura Flippes 6, Meline Nocandy 1, Manon Houette 8, Anna Segguin 1, Laurisa Landre 2, Orlane Kanor 1, Xenia Smits, Helene Sajka 3, Marion Maubon 1, Jurswailly Luciano.

Thüringer HC:
Jana Krause, Dinah Eckerle; Saskia Lang 1, Meike Schmelzer 2, Anika Niederwieser 4, Iveta Luzumova 9, Gordana Mitrovic 5, Lydia Jakubisova 5, Kerstin Wohlbold, Josefine Huber 3.