11.03.2018 11:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Rödertal mit "zu viel Respekt" gegen Dortmund

Sarolta Selmeci im Duell mit Clara WolteringSarolta Selmeci im Duell mit Clara Woltering
Quelle: Wolfgang Stummbillig
Die Rollen waren im Vorfeld klar verteilt und im Endeffekt gaben sich die BVB Handball Damen beim 23:18 (10:6)-Erfolg beim HC Rödertal auch keine Blöße. Als favorisiertes Team waren die Schwarzgelben nach Ostdeutschland zum punktlosen Tabellenletzten gereist und fuhr dementsprechend wenig überraschend den fünften Sieg in Serie in der Handball Bundesliga Frauen ein. Doch im Vorbeigehen war der HCR nicht zu schlagen, das wussten sie beim BVB. Dementsprechend ging das Team von Trainerin Ildiko Barna hochkonzentriert in die Partie: "Viele Teams haben hier in der ersten Habzeit ganz schön geschwitzt, deshalb bin ich zufrieden damit, dass wir eine stabile Abwehr gestellt und vorne konsequent und diszipliniert gespielt haben", lobte die BVB-Trainerin die Anfangsphase ihrer Schützlinge.

Bereits zum Abschlusstraining am Freitag erwarteten HCR-Trainer Maximilian Busch schlechte Nachrichten - die Grippewelle hatte zugeschlagen. So mussten neben den Langzeitverletzten Grete Neustadt und Lisa-Marie Ostwald auch Egle Alesiunaite, Jurgita Markeviciute und Kathleen Nepolsky krankheitsbedingt absagen. Sandra Szary hat im athletischen Bereich noch Nachholbedarf und wurde ebenfalls nicht eingesetzt. Auf der Dortmunder Seite fehlte mit Nadja Mansson die Strippenzieherin im Rückraum und auch Stella Kramer trat die Reise ins Rödertal wegen einer Grippe nicht an.

Zum Anpfiff überraschte BVB-Trainerin Ildiko Barna ein wenig mit ihrer Aufstellung. Sowohl Caroline Müller, als auch Anne Müller, beide immerhin Nationalspielerinnen, mussten von der Bank aus den Anwurf der Borussia beobachten. Bienen-Coach Busch setzte bei eigenem Angriff in der Anfangsphase auf eine zusätzliche Feldspielerin. Die von Barna angesprochene Herangehensweise sorgte dafür, dass die Gastgeberinnen insbesondere im Angriff überhaupt nicht ins Spiel kamen und nach zwölf Minuten erst einen Treffer erzielt hatten: Es stand 5:1 für den BVB.

"Wir wussten, dass es heute keine leichte Aufgabe wird gegen die Abwehr des BVB. Viel zu viele freie Würfe fanden nicht den Weg ins Tor. Daran konnte man sehen, dass meine Mannschaft zu viel Respekt und Angst vor den Namen im Kader des BVB hatte", bemängelte Rödertals Coach Maximilian Busch. In der Tat war so etwas wie Spielfluss bei seinem Team kaum zu erkennen, dazu gesellten sich technische Fehler und Fehlwürfe. Zwar kamen auch die ersatzgeschwächten Dortmunderinnen nicht mit letzter Konsequenz in die Partie, doch auch nachdem Rödertal ein wenig mehr Zugriff bekam, lief beim 10:6 zur Pause alles nach dem schwarzgelben Plan.

Nach dem Seitenwechsel folgten dann zehn ganz starke BVB-Minuten. Die Abwehr stand nach wie vor stabil und vorne erspielten sich die Gäste durch druckvolles Angriffsspiel hochprozentige Abschlüsse. Barnas Team erfand den Handball nicht neu, doch die individuelle Überlegenheit wurde in dieser Phase recht deutlich. So stand es 16:8 für die Dortmunderinnen, als Busch in der 40. Minute eine Auszeit nehmen musste. "Danach haben wir durchgewechselt, um die Belastung zu verteilen und ein wenig den Faden verloren. Rödertal hat in dieser Phase noch einmal richtig Feuer gemacht", analysiert Barna.

Sie hatte schon prognostiziert, aufgrund der vielen angeschlagenen Spielerinnen wohl in der einen oder anderen Situation improvisieren zu müssen. So kam es dann auch und den Bruch im BVB-Spiel bestraften die Rödertalerinnen. Wie schon im Hinspiel spielte die Ex-Dortmunderin Sarolta Selmeci stark auf und kam mit ihrem Team wieder heran. "Mit der zweiten Halbzeit bin ich allerdings sehr zufrieden. Wenn es uns gelungen wäre nochmal näher ran zu kommen, hätten wir das Spiel eventuell nochmal gedreht", ärgert sich Busch, der mit ansehen musste, wie der Gegner die Sicherheit langsam aber sicher wiederfand. Letzten Endes überstanden die Gäste diese Phase aber schadlos, näher als auf 20:17 (53.) kamen die Gastgeberinnen nicht mehr heran. Und so steht am Ende ein klassischer Arbeitssieg, nach dem die schwarzgelbe Delegation sich zufrieden auf die weite Heimreise zurück ins Ruhrgebiet begeben konnte.