03.03.2018 12:34 Uhr - 1. Bundesliga - red

Wissenschaftliche Umfrage: Bianca Baar sucht den "eigenen Charakter" des Handballs

Bianca BaarBianca Baar
Quelle: privat
Die Präsenz in den Medien, TV-Zeiten, Sponsoren sowie Zuschauerinteresse - die Wahrnehmung ist im Sport ein entscheidender Faktor. Nicht nur für Sportler und einzelne Clubs auch im Wettstreit der Sportarten untereinander, in dem der übermächtige Fußball dominiert. Um genau zu sein, der Fußball der Männer, denn in den Mannschaftssportarten entfällt auf den Frauenbereich hinsichtlich dieser Kennzahlen nur ein Bruchteil. Mit einem wissenschaftlich neuen Ansatz widmet sich Bianca Baar dieser Fragestellung und hofft in einer Umfrage auf ein möglichst breites Meinungsbild aus dem Handball.

"Ich habe mir die Frage gestellt, ob man nicht nur einem Einzelsportler, sondern auch einer Mannschaft oder gar einer ganzen Mannschafts-Sportart eine Persönlichkeit und einen eigenen Charakter geben kann und ob sich diese Persönlichkeit der Sportarten untereinander und im Geschlechter-Vergleich unterscheiden", so Bianca Baar, die mehrere Jahre als Leiterin Marketing & Sponsoring bei Frauenbundesligist Frisch Auf Göppingen tätig war.

"Vergleicht man das Interesse von Medien und Sportjournalisten, von TV Zeiten, das Interesse von Sponsoren oder auch das Zuschauerinteresse in den verschiedenen prominenten Team-Sportarten in Deutschland über die Statistiken der letzten Jahre hinweg, dann muss man leider immer noch feststellen, dass trotz großer Erfolge Sportarten wie Handball, Basketball oder Volleyball nicht ansatzweise dem übermächtigen Fußball Paroli bieten können. Weiter machen in eben diesen Mannschaftssportarten die Zahlen, Fakten und die Medienpräsenz bei den Damen nur einen Bruchteil im Vergleich zu den Männern aus", beschreibt Bianca Baar die aktuelle Situation.

"Wie kann man diese Situation ändern und dafür sorgen, dass Sportarten wie Handball oder Volleyball, egal ob Männer oder Frauen, die Aufmerksamkeit in den Sportmedien erhält, die sie verdient haben?", erläutert Baar die grundsätzliche Frage, die sich ihr in der Aufgabe im Marketing der Frauen von Frisch Auf Göppingen gestellt habe. Im Zuge ihrer Masterarbeit zum MBA Sportmanagement an der Universität Bayreuth geht sie diese Aufgabenstellung an nun wissenschaftlich mit einem völlig neuen Ansatz an: "Steigerung der medialen Wahrnehmung der Mannschafts-Sportarten Handball und Volleyball (im Vergleich zum allgegenwärtigen Fußball) durch die Entwicklung von eigenen Persönlichkeitswerten", so das komplette Thema.

"Hierbei handelt es sich um einen völlig neuen wissenschaftlichen Ansatz, indem hier kein marketing-strategischer Ansatz und eine rein ökonomische Betrachtung herangezogen werden, sondern ein kommunikations-psychologisches Konstrukt gewählt wird. Die Team-Sportarten Handball und Volleyball werden quasi `vermenschlicht` und ihnen werden eigene Persönlichkeitswerte und Charaktereigenschaften gegeben, die dazu beitragen sollen, die Nachrichtenwerte für die Sportjournalisten signifikant zu erhöhen", erläutert Baar die Herangehensweise.

Weiter wird mit der Forschung untersucht, ob grundsätzlich ein Zusammenhang zwischen der Markenpersönlichkeit einer Mannschafts-Sportart und der medialen Wahrnehmung besteht. Außerdem wird erforscht, ob die Nachrichtenfaktoren, also die Faktoren, die ein Ereignis für die Sportjournalisten überhaupt erst berichtenswert machen, sich aus der Innensicht von Verbänden, Vereinen, Funktionären und Sportlern sowie aus der Außensicht von Medienvertretern, Sportjournalisten und generell sportinteressierten Menschen elementar unterscheiden. Wichtige Erkenntnisse für die Markenbildung und die Entwicklung von Sportarten.

"Letztendlich liegt mir das Thema persönlich aufgrund meiner engen Verbundenheit zum Sport, aber natürlich im Speziellen zum Handball, sehr am Herzen und das Ziel meiner Arbeit, neue Mechanismen zu entwickeln, um unsere Sportart Handball (und Volleyball, die Konzentration auf nur eine Sportart ist für eine Masterarbeit zu wenig, da es sonst nicht zu viele Vergleichsmöglichkeiten gibt/Anm. d. Red.) in den Medien noch weiter voranzubringen. Hierfür hoffe ich natürlich sehr auf die Mithilfe und Unterstützung, vor allem der Protagonisten aus dem Verband und den Vereinen, der Bundesligisten sowie den Sportjournalisten und generell Sportinteressierten", hofft Baar auf rege Beteiligung.

» Umfrage: www.soscisurvey.de/genderdiversityteamsport