03.03.2018 08:24 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Es muss unser Anspruch sein, dieses Spiel zu gewinnen" - Frisch Auf Göppingen gegen Nellingen gefordert

Petra AdamkovaPetra Adamkova
Quelle: Marco Schultz
Die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf Göppingen stehen vor ihrem nächsten Vergleich mit einem Lokalrivalen. Am Samstag gastiert um 19:00 Uhr der TV Nellingen in der EWS Arena.

Die Aufgabe an seine Mannschaft formuliert Aleksandar Knezevic vor der Partie gegen das Team von den Fildern klar und deutlich. "Es muss unser Anspruch sein, dass wir dieses Spiel vor den eigenen Zuschauern und mit unseren Fans im Rücken gewinnen", lässt der Trainer der Frisch Auf Frauen keine Zweifel an der Zielsetzung. Gleichzeitig warnt der Coach aber auch vor den Gästen und mahnt den Blick nicht nur auf die aktuelle Tabellensituation zu richten.

Die spricht eindeutig für die Grün-Weißen, die mit 17:13 momentan auf dem 7. Tabellenplatz stehen und das Saisonziel Klassenerhalt als erledigt abhaken können. Dagegen zieht das Abstiegsgespenst über den Fildern auch in dieser Spielzeit seine Kreise, obwohl Nellingen derzeit mit 7:25 Zählern einen Punkt über dem gefürchteten Strich steht. Und dies nicht nur, weil man zuletzt vor allem in den Partien gegen die direkten Kontrahenten punkten konnte. Gegen Bensheim/Auerbach holte man zum Jahreswechsel einen Zähler, gegen Rödertal und Bad Wildungen gelangen Siege. Dass danach die Partien gegen den Thüringer HC und in Dortmund deutlich verloren gingen, sollte die Grün-Weißen am Samstag nicht in Sicherheit wiegen, denn vor Wochenfrist verlangten die "Hornets" den "Elfen" aus Leverkusen bei der knappen 23:25-Heimniederlage alles ab.

Zudem konnte sich der TV in den letzten Wochen im Kampf um den Klassenerhalt nochmals personell verstärken. Mit Isabel Tissekker holte man vom direkten Kontrahenten aus Neckarsulm eine wurfgewaltige Rückraumspielerin und auch Rechtsaußen Tanja Padutsch steht nach einem Auslandsaufenthalt wieder zur Verfügung. Damit hat Trainer Pascal Morgant weitere Optionen zu den bisherigen Stützen Louisa Wolf, Annika Blanke, Roxana Ioneac und Gera Szimonetta, die aus dem Rückraum für über zwei Drittel der Torerfolge verantwortlich schreiben. "Nellingen ist ein gefährlicher Gegner, der gut eingespielt ist und sich deutlich besser präsentiert als im Vorjahr", analysiert Knezevic die Gäste und spricht dabei aus eigenen leidvollen Erfahrungen.

Am dritten Spieltag der laufenden Saison bekamen die Grün-Weißen genau diese Stärken der "Hornets" zu spüren, denn die 26:28-Schlappe im Hinspiel war keineswegs eingeplant und traf die Göppingerinnen in Mark und Bein. Auch wegen dieses Erlebnisses fordert der Frisch Auf-Trainer von seinen Mädels volle Konzentration. "Ein Derby bewegt sich auf einer anderen Ebene, da ist die aktuelle Tabellensituation zweitrangig. Es geht um Emotionen, Leidenschaft und Kampf", beschreibt er die Ausgangslage. Und dies nicht ganz sorgenfrei, denn die Grippewelle schwappt weiterhin durch seinen Kader. "Es sind nicht alle ganz fit, aber ich hoffe, dass alle spielen können, denn wir brauchen die volle Kraft um ein starkes Spiel zu zeigen und das ist unser klares Ziel."

Nach dem begeisternden Auftritt gegen den amtierenden Meister aus Bietigheim (27:27) hoffen die Göppingerinnen nicht nur auf eine volle Halle, sondern auf den Auftakt einer neuen Erfolgsserie. Der Blick ist weiter nach oben gerichtet und die kommenden Aufgaben lassen durchaus Spielraum für grün-weiße Träume.

"Das wird ein ganz heißes Spiel, denn das Hinspiel haben wir in der Sporthalle 1 gewonnen", erinnert Pascal Morgant an den 28:26-Erfolg, "damit hatte Göppingen mit Sicherheit nicht gerechnet, dementsprechend war auch ihre Laune nach der Partie."

Es folgte eine Serie von acht Spielen, in denen gegen jeden Gegner gepunktet wurde, Höhepunkte waren sicherlich die Auswärtssiege in Leverkusen und gegen Metzingen in der Porsche-Arena aber auch die Heimsiege gegen Dortmund und Oldenburg. Zuletzt konnte die Knezevic-Sieben dem deutschen Meister Bietigheim einen Zähler in der heimischen Arena abgeknöpft werden. "Göppingen hat in den letzten Wochen gezeigt, was sie eigentlich können und welches Potenzial sie haben, auch mit dem Unentschieden gegen Bietigheim", hat Morgant das Geschehen genau beobachtet.

Nun sind also die Hornets an der Reihe und stellen sich auf einen harten Fight über 60 Minuten ein. "Sie werden natürlich auf Revanche sinnen, was aber auch schön ist, und ich glaube die Derbystimmung ist auf jeden Fall gegeben", freut sich der Hornets-Kommandogeber. "Wir werden versuchen, das was wir gegen Leverkusen abgerufen haben, diesen Kampfgeist, erneut auf die Platte zu bringen, und auch Göppingen so lange wie möglich zu ärgern."

Einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz sieht Morgant darin, dass sein Gegenüber von Länderspielen und damit auch großen Turnieren kaum betroffen ist. "Frisch Auf ist mit vielen Nicht-Nationalspielerinnen gespickt, aber das zeigt dennoch ihre Qualität. Sie spielen eine unangenehme 3:2:1-Abwehr, für die wir uns etwas einfallen lassen werden", lässt er sich nicht in die Karten schauen.

Die Gäste reisen mit voller Kapelle an, das heißt auch, dass Tanja Padutsch und Isabel Tissekker eine weitere Woche mit der Mannschaft trainiert haben und noch besser in die Abläufe integriert sind. Außerdem darf auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen gehofft werden, da die Anreise in die EWS-Arena eine der kürzesten Auswärtsfahrten der Saison ist. "Wir wollen möglichst viele Hornets-Fans in die EWS-Arena locken damit das Derby einen Heimspielcharakter bekommt. Mit den Fans im Rücken ist es für unsere Mädels ein ganzes Stück leichter bei diesem guten Gegner zu bestehen. Wir zählen auf das Nellinger Publikum", freut sich Geschäftsführer Bernd Aichele auf ein stimmungsvolles Derby.