28.02.2018 08:56 Uhr - 2. Bundesliga - PM Ketsch, red

"Wir sind keine Hasardeure": Ketsch lehnt Aufstieg in 1. Bundesliga ab

Thomas Löbich und Dr. Robert BeckerThomas Löbich und Dr. Robert Becker
Quelle: Kurpfalz Bären
Im Umfeld der TSG Ketsch ist man vom bisherigen Saison-Auftritt der Kurpfalz Bären in der zweiten Liga begeistert. Das Team von Trainerin Kate Schneider behauptet im Augenblick den zweiten Tabellenplatz und könnte damit den Aufstieg in die erste Frauenbundesliga aus eigener Kraft realisieren. Der Pressedienst des Vereins sprach mit den beiden sportlichen Leiter Thomas Löbich und Dr. Robert Becker über die möglichen Folgen des sportlichen Erfolgs.

Wollen Sie den notwendigen Lizenzantrag für den Aufstieg bei der HBF stellen?

Robert Becker:
Dazu ein klares Nein! Ein Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt würde all das aufs Spiel setzen, was in den letzten drei Jahren in Ketsch aufgebaut wurde. Wir haben zwei Damenteams in der zweiten und dritten Liga, sind im Jugendbereich optimal aufgestellt und stehen wirtschaftlich sowie organisatorisch auf einem soliden Fundament.

Tom Löbich:
Wir bleiben auf dem Teppich und verfallen nicht in Wunschträume, die sich schnell in einen Alptraum verwandeln können. Wenn sich das Ganze weiter so entwickelt, können wir auch ambitioniertere Ziele in Angriff nehmen.

Wird es nicht bei Spielerinnen, Fans und Sponsoren bedauert werden, dass man diese - vielleicht einmalige - Chance nicht nutzt?

Tom Löbich:
Natürlich ist der Gedanke reizvoll, den Thüringer HC, Metzingen oder Bietigheim in der Neurotthalle auflaufen zu sehen. Aber gleichzeitig sehen wir zu viele Risiken, was unsere kontinuierliche Weiterentwicklung betrifft.

Robert Becker:
Wir freuen uns darüber, dass zurzeit bei den KURPFALZ BÄREN überall eitel Sonnenschein herrscht. Bei uns ist beste Stimmung und viel Freude in der Halle und im gesamten Umfeld. Wir jagen nicht zwanghaft und verbissen kruden Zielen hinterher, sondern wollen die gesamte Bären Community in allen Aspekten weiterentwickeln.

Und wenn plötzlich ein Großsponsor auftauchen würde, um die Mannschaft wettbewerbsfähig für Liga 1 zu machen?

Robert Becker:
(lacht) Dann würden wir natürlich sofort unsere KURPFALZ BÄREN auflösen und ein Starensemble mit internationalen Solistinnen aus dem Boden stampfen.

Tom Löbich:
So viele Dolmetscher haben wir gar nicht in Ketsch, um das hinzukriegen! (lacht ebenfalls)

Gilt diese Absage an das Oberhaus nur für jetzt?

Robert Becker:
Wir sind handballerisch sehr gut damit gefahren, "von Spiel zu Spiel" zu denken. Und bei der Lizenz machen wir das "von Saison zu Saison". Aber es müssen einfach die Rahmenbedingungen stimmen, um nicht als ?wehrloser Punktelieferant? gehandelt zu werden.