26.02.2018 13:50 Uhr - 2. Bundesliga - PM Halle, red

Wildcats rufen nur acht Minuten ihr Potenzial ab

Die Wildcats vom SV UNION Halle-Neustadt können auch das vierte Spiel in Folge nicht gewinnen. Bei der H2Ku Herrenberg gab es am Samstagabend eine 28:26-Niederlage. Über knapp 50 Minuten waren die Hallenserinnen die schwächere Mannschaft und erlaubten sich zu viele technische Fehler im Spielaufbau. Bereits zur Halbzeit war das Team aus SachenAnhalt mit 15:9 im Rückstand. Die Gastgeber konnten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung die Führung dann sogar auf 27:18 in der 52. Minute ausbauen. Erst in den letzten Spielminuten zeigten die Wildcats ihr Potenzial und setzten Herrenberg noch mal unter Druck. Sulamith Klein mit 6 Toren bei Herrenberg und Sophie Lütke mit 8 Treffern bei den Hallenserinnen waren die erfolgreichsten Torschützen des Spiels.

Taschentücher, Ibuprofen und von vorne bis hinten im Bus hörte man es Husten. Nachdem bereits Elisa Möschter und Swantje Heimburg angeschlagen ins Spiel gegangen ist, erhielt Bianka Eckardt vor Abfahrt die nächsten Krankmeldungen. Eileen Uhlig konnte die Reise nicht mit antreten und auch bei Nina Reißberg, Pia Dietz und Helena Mikkelsen machten sich über die Nacht Erkältungserscheinungen bemerkbar und fuhren angeschlagen mit. Die 385 Zuschauer in Herrenberg sahen einen hektischen Beginn mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Lea Neubrander brachte die Gastgeber nach 39 Sekunde in Führung. Jetzt dauerte es ganze vier Minuten, bis der nächste Treffer in der Markweghalle fiel. Helena Mikkelsen konnte den Ausgleich zum 1:1 wieder herstellen. Für die torgefährlichste Spielerin der Wildcats war dies das letzte Feldtor der Partie. Mit einer engagierten Abwehrleistung legte Saskia Putzke die dänische Spielerin förmlich an die Ketten. Generell zeigte die Defensive von Herrenberg eine gute Leistung, sodass die Hallenserinnen zu technischen Fehlern oder unvorbereiteten Abschlüssen gezwungen worden. Stück für Stück gerieten die Wildcats jetzt immer mehr unter Druck und in Rückstand. Bereits zur Halbzeit lag man mit 15:9 zurück.

Trainerin Bianka Eckardt stellte bereits in der ersten Halbzeit die Mannschaft um und spielte mit Sophie Lütke auf der Rückraum Mitte und Nadine Smit auf Linksaußen Position. Insgesamt brachte diese Umstellung mehr Druck und Sophie Lütke konnte acht Treffer erzielen. Der Rückstand zur Pause war allerdings schon zu hoch und auch in der Abwehr zeigten sich die Wildcats zu passiv und zurückhaltend. Die Folge war ein 27:18 in der 52. Minute. Alles sah nach einer heftigen Niederlage für den SV UNION Halle-Neustadt aus. Bianka Eckardt stellte die Mannschaft auf Manndeckung um und traf damit genau ins schwarze. Herrenberg war verunsichert und vertändelte ein Ball nach den anderen. Plötzlich war bei den Wildcats wieder die Leichtigkeit und die Spielfreude da. Leider kam diese Einstellung zu spät, denn am Ende fehlten ein paar Minuten um Punkte aus Herrenberg mit zunehmen. Mit einer vermeidbaren 28:26-Niederlage musste man dann die sechsstündige Rückfahrt antreten. Hagen Gunzenbauer lobte sein Team gewaltig, da es noch nie gegen Halle gewonnen hatte. "Es waren die besten 50 Minuten Handball, die wir in dieser Saison gespielt haben", so der Trainer von Herrenberg.

Bianka Eckardt analysierte die Niederlage folgendermaßen: "Ich glaube wir haben keine sportliche Talfahrt, sondern eher eine im Kopf. Das hat sich in den letzten Spielen schon so abgezeichnet, dass wir einfache Fehler machen und unser Spiel nicht aufziehen können. Wir trainieren gut die Einstellung passt aber, sobald wir ins Spiel gehen und es nicht läuft gehen die Köpfe runter". In den kommenden zwei Wochen hat man jetzt die Chance bei den Heimspielen gegen Bremen und Hannover sich Selbstvertrauen vor heimischer Kulisse zurückzuholen.