25.02.2018 17:44 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Kurpfalz Bären behaupten zweiten Tabellenplatz mit souveräner Vorstellung

Carmen MoserCarmen Moser
Quelle: Kurpfalz Bären
650 Zuschauer feierten in der Ketscher Neurotthalle ein echtes Handballfest: Zwei spiel- und kampfstarke Teams zeigten ein Zweitligaspiel der Spitzenklasse, gespickt mit tollen Kombinationen und großartigen Szenen vor beiden Toren. Trotz der Bedeutung des Spiels herrschte ausgesprochene Fairness auf dem Spielfeld und im gesamten Drumherum. Am Ende siegte Ketsch mit 31:27 (17:11).

Ohne die grippekranke Sina Michels, ein Bollwerk in der Ketscher Defensive, war die bange Frage, wie die Bären die Angriffswucht der wurfgewaltigen Gäste überstehen würden. Doch Sophia Sommerrock sprang in die Bresche und löste ihre Aufgabe bravourös. Die Meenzer Dynamites konnten zwar nie in Führung gehen, doch bis zum 7:7 hielten sie tapfer mit. Eine Viertelstunde waren in der ersten Halbzeit noch zu spielen, und in dieser Zeit lief das dynamische Kombinationsspiel der Bären auf Hochtouren. Sabine Stockhorst entschärfte die gegnerischen Würfe mit super Paraden, und im Angriff nutzten vor allem Carmen Moser, Saskia Fackel und Rebecca Engelhardt ihre Chancen konsequent. Auffällig auch, dass in den letzten Wochen Samira Brand nicht nur geschickt die Angriffe leitete, sondern sich in ihrer eigenen Torgefährlichkeit entscheidend weiterentwickelt hat.

Nach dem 17:11 Halbzeitstand erwarteten viele Zuschauer einen Kantersieg der Bären. Doch Mainz zeigte Moral und kam nach der Pause noch zu 16 weiteren Toren. Dennoch bemängelte Thomas Zeitz die Wurfausbeute und bedauerte, nie näher als bis zu drei Toren Differenz an den Gegner herangekommen zu sein. Mitverantwortlich waren auch die zwölf Tore von Saskia Fackel, die sieben Siebenmeter eiskalt verwandelte und weitere fünf Treffer aus dem Spiel heraus erzielte. Immer wieder bewundernswert im Ketscher Spiel ist die hohe Durchschlagskraft von Carmen Moser und der unbändige Kampfeswille von Rebbi Engelhardt. Für die Überraschung des Tages sorgte Lara Eckhardt, die mit fünf prächtigen Distanzwürfen den Gegner auf Abstand hielt.

In der - vor großer Kulisse - sehr stimmungsvollen Pressekonferenz betonten beide Trainer, dass sie von Woche zu Woche denken und keinen Gedanken an den Aufstieg verschwenden. "Die Klasse ist sehr ausgeglichen, und das Tabellenbild ändert sich permanent", äußerten beide unisono. Noch zur guten Stimmung dieses großartigen Handballabends trug bei, dass aufgrund der Niederlagen der unmittelbaren Tabellennachbarn aus Beyeröhde und Halle, beide Mannschaften ihren zweiten respektive dritten Tabellenplatz vorläufig behalten.

Thomas Zeitz Fazit zur Niederlage: "Diese zehn Minuten vor der Pause mit dem 0:5 Lauf, bei dem wir uns leider von den Vorgaben zu stark entfernt haben und zu viele Chancen liegen gelassen, haben uns letztlich das Genick gebrochen. Das konnten wir dann trotz einer deutlich besseren 2. Halbzeit nicht mehr ausgleichen."

Zur abschließenden Frage im Pressegespräch, wie er den Kampf um den 2. Tabellenplatz sehen würde, antwortete Zeitz: "für mich ist der Kampf immer noch offen. Sieht man mal von Rosengarten ab, ist diese Liga einfach immer noch brutal ausgeglichen. Wenn du dreimal verlierst, stehst du plötzlich auf Platz 10. Du musst immer 100 % geben. Wir halten es hier wie die Kurpfalz Bären. Wir wollen so gut wie möglich abschneiden, haben uns aber keine Gedanken um Platz 2 gemacht. Wer am Ende die Rückrunde am konstantesten spielt, wird auf dann auch verdient auf Platz 2 landen."