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23.02.2018 11:33 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Die zwei machen das" - Kirchhofs Kapitäninnen sind gegen Beyeröhde gefragt

Laura NolteLaura Nolte
Quelle: SG 09 Kirchhof
Zehn Prüfungen stehen den Handballerinnen der SG 09 Kirchhof noch bevor. Zehn Partien in der 2. Bundesliga, in der sie sich etablieren wollen. Davon vier Heim- und sechs Auswärtsspiele. Als nächstes gilt es der Melsunger Stadtsporthalle gegen den TV Beyeröhde am Samstag um 18 Uhr. "Wir wollen die zwei Punkte unbedingt", sagt Rechtsaußen Laura Nolte. Und weiß, dass sie und Christin Kühlborn noch mehr Verantwortung als ohnehin schon tragen. Denn bedingt durch die längerfristigen Ausfälle von Karolina Bijan (Schultereckgelenksprengung) und Hannah Grothnes (Außenband- und Syndesmosebandanriss) sind die beiden Kapitäninnen auf dem Flügel alternativlos.

"Die zwei machen das. Sie können 60 Minuten Gas geben und dürfen auch mal einen Fehler machen", betont Trainer Christian Denk. Dabei hatte Nolte in den vergangenen Spielen bewiesen, dass sie und Bijan zusammen gut harmonieren. Die Polin als erfahrene Linkshänderin im Positionsangriff, das Eigengewächs beim Tempohandball mit neu entdeckten Defensivqualitäten. "Früher sah das bei mir vogelwild aus. Jetzt bin ich in der Abwehr solide", betont Nolte gewohnt bescheiden.

Seit 2013 gehört die 25-Jährige zur ersten Mannschaft. Damals übernahm sie die Nummer acht von Carina Kühlborn, der älteren Schwester von Christin. In 122 Spielen in 2. und 3. Liga kommt sie auf 277 Tore, war an den Aufstiegen 2015 und 2017 als Leistungsträgerin beteiligt. Aus der früheren Kreisläuferin ist eine Allzweckwaffe für beide Flügel geworden. Und vor allem: eine Tempogegenstoßexpertin par excellence, die dankbar für mehr Harpunen, also weite Pässe der Torfrauen, wäre.

Im Hinspiel vertrat sie Christin Kühlborn zum ersten Mal von Beginn an auf links. "Da habe ich relativ gut getroffen, aber am Ende einen wichtigen Versuch liegen gelassen", sagt die Dauerbrennerin, die seit 2005 für die Grün-Weißen aufläuft. Blitzsaubere acht Tore waren es in Beyeröhde, die ihrem Team zum 25:25 und ersten Punkt nach dem Wiederaufstieg verhalfen.

"Seitdem haben sich beide Teams enorm weiterentwickelt, so dass das kein Maßstab ist", betont Coach Denk. Der TVB aus dem aus dem Wuppertaler Stadtteil Langerfeld hat sich als Tabellenfünfter sogar in der Spitzengruppe erprobt. Auch wenn Trainer Martin Schwarzwald bekräftigt: "Die 1. Liga ist für uns überhaupt kein Thema."

"Wir müssen gegen Beyeröhde gewinnen", betont Trainer Denk und nimmt die Fans mit ins Boot: "Der Zuschauerzuspruch ist super, aber wir brauchen bei unserer emotionalen Spielweise mehr Stimmung von den Rängen." Auch die Anhänger gehen somit am Samstag in Klausur. Für Laura Nolte steht danach eine weitere Probe bevor. Im März schreibt die Lehramts-Studentin ihr Examen in Sport und Politik.

TVB-Coach Martin Schwarzwald wurde erstmals massiv mit personellen Problemen konfrontriert. Neben den Langzeit-Verletzten musste Schwarzwald berufs-oder krankheitsbedingt gleich auf eine Handvoll Spielerinnen verzichten und so verlief die Vorbereitung auf das schwere Spiel gegen Kirchhof alles andere als optimal. Doch für den TVB heisst es nun aus der Not eine Tugend zu machen, denn die Mannschaft ist ausgeglichen gut besetzt und eigentlich kann man am Samstagabend in der Stadtsporthalle Melsungen vollkommen ohne Druck auflaufen. Die eine oder andere Spielerin wird dann auch wieder an Bord sein, und so hofft man bei den Handballgirls dennoch auf einen doppelten Punktgewinn in der Ferne. "Die Chancen stehen 50:50 und die Tagesform wird entscheidend sein" urteilt man beim Zweitligisten aus Langerfeld vorsichtig optimistisch, und will den Kontakt zur Tabellenspitze auf keinen Fall verlieren.



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