21.02.2018 21:57 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, Stephanie Lapp, PM THC

Thüringer HC distanziert Oldenburg im ersten Abschnitt und verteidigt Tabellenspitze

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC hat den 14. Saisonsieg in der Bundesliga erzielt und den Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut. Die Mannschaft von Trainer Herbert Müller setzte sich am Mittwoch mit 37:27 (24:13) gegen den VfL Oldenburg durch. Iveta Luzumova erzielte noch vor der Pause per Strafwurf beim 22:12 die erste Zehn-Tore-Führung. Mit 8/4 Treffern war die Tschechin auch die erfolgreichste Werferin. Die meisten Tore im Spiel erzielte allerdings Oldenburgs Angie Geschke (12/5). Durch das 27:27 der SG BBM Bietigheim bei Frisch Auf Göppingen vergrößerte sich der Vorsprung des THC in der Tabelle auf fünf Zähler.

Dem Thüringer HC gelang ein Start nach Maß - Saskia Lang und Meike Schmelzer sorgten für die schnelle 2:0 Führung. Doch Oldenburg konnte durch zwei schnelle Treffer von Kim Birke und einen Stafwurftreffer von Angie Geschke ausgleichen. In der Folge konnte der THC stets in Führung gehen, aber Oldenburg blieb immer wieder dran. Beide Abwehrreihen fanden vorerst keinen Zugriff auf den gegnerischen Angriff. So stand es nach neun Minuten bereits 7:7.

Iveta Luzumova scheiterte beim Strafwurf an Julia Renner im VfL-Tor. Im Gegenzug konnten dann die Gäste erstmals durch einen Treffer von Angie Geschke in Führung gehen. In der 13. Minute hatte Trainer Herbert Müller genug gesehen und bat seine Mädels zum Gespräch (8:9). Das Angriffsspiel über den Kreis war bisher ein erfolgreiches Mittel der Gäste - Josefine Huber erzielte den erneuten Ausgleich.

Die Führung wechselte erneut. Nach einem Tempogegenstoß von Lydia Jakubisova sah sich der THC erstmals wieder mit zwei Toren in Front. Iveta Luzumova zeigte auch heute wieder ihre individuelle Klasse - die Tschechin setzte sich mehrmals unwiderstehlich im 1-gegen-1 durch, wie beim 14:11 in der 19. Minute.

Die Abwehr der Thüringerinnen gewann etwas an Stabilität. Dadurch konnte die Führung weiter ausgebaut werden. Beim Stand von 16:11 nahmen die Gäste ihre erste Auszeit. Doch Gordana Mitrovic und Saskia Lang krönten diesen energischen Zwischenspurt des THC mit zwei weiteren Treffern zum 19:12 nach 25 Spielminuten.

Die Oldenburgerinnen mussten jetzt dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Die junge Mannschaft wurde in dieser Phase vom THC regelrecht überrannt. Der Wechsel im THC-Tor hatte sich auch gelohnt. Dinah Eckerle parierte nun reihenweise die Angriffsversuche der Gäste.

Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff war die Führung auf 20:12 angewachsen, auch weil der THC wieder klug und systematisch das Spiel 7 gegen 6 praktizierte. Den Thüringerinnen gelangen heute die einfachen Treffer über die erste und zweite Welle. Oldenburg fand kein Mittel gegen die jetzt sehr abwehrstarken Gastgeberinnen. Iveta Luzumova erzielte per Strafwurf das 22:12 -damit war die Führung bereits vor der Pause zweistellig. In die Kabinen ging es mit 24:13.

Der Thüringer HC hielt die Konzentration im zweiten Abschnitt weiter hoch. Auch wenn die THC-Frauen sich jetzt einige Fehlwürfe leisteten - der Abstand blieb bei zehn Toren. Dinah Eckerle zeigte spektakuläre Paraden. Nach 38 Minuten netzte Angie Geschke von der Strafwurflinie zum 17:27 aus Sicht ihrer Mannschaft ein. Von der Siebenmetermarke leistete sich die Müller-Sieben allerdings zu viele Fehler. In der 40. Minute verwarf Gordana Mitrovic - zuvor konnte Iveta Luzumova bereits nur drei ihrer fünf Versuche im gegnerischen Tor unterbringen.

Das Spiel hatte unterdessen ein wenig an Fahrt verloren, was wohl auch dem klaren Spielstand geschuldet war. THC-Trainer Herbert Müller nutzte dies, wechselte ordentlich durch und probierte einige taktische Varianten. Oldenburg kämpfte um jedes Tor und konnte durch zwei Treffer von Kim Birke und ein Geschke-Treffer ins leere THC-Gehäuse ein wenig Ergebniskosmetik betreiben - nach 46. Minuten hieß es 30:22.

In der Schlussphase schlichen sich dann doch noch einige Unkonzentriertheiten in das Angriffsspiel des Tabellenführers. In der Schlussviertelstunde wurden einige Großchancen vergeben. Die Oldenburger Abwehr hatte durch eine offensivere Ausrichtung noch einmal an Stabilität gewonnen.

Beate Scheffknecht erzielte aus dem Rückraum das 33:26. (56. Minute). Die Salzahalle feierte die Leistung ihrer Mannschaft mit viel Applaus. Zwei schnelle Tore besiegelten den 37:27 Sieg: Beate Scheffknecht war noch einmal mit einem Kracher aus dem Rückraum erfolgreich und Lydia Jakubisova traf von Rechtsaußen.

"Von meinem Gefühl wurde das Spiel bereits in den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit entschieden", erklärte Oldenburgs Coach Andreas Lampe. Er erläuterte: "Das waren 20 Minuten, die wir uns gegen eine Topmannschaft wie den THC nicht erlauben dürfen. Zum Anfang haben wir umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten die zweite Halbzeit gewinnen, das haben wir dann gemacht."

"Man kennt ja Oldenburg und weiß mit welchem Tempo sie Handball spielen. Das war gerade in der Anfangsphase ein offenes Spiel", befand Herbert Müller. Der THC-Coach weiter: "Auf beiden Seiten war in den ersten 10 bis 12 Minuten keine Abwehr vorhanden. Jeder Angriff war ein Treffer. Wir haben dann den Innenblock verändert und die Abwehr stabil bekommen. Dann haben wir eine überragende erste Halbzeit gespielt. Das war im sieben gegen sechs eine überragende Leistung - haben das in der ersten Halbzeit konsequent durchgezogen. In der zweiten Halbzeit haben wir unseren Rhytmus nicht mehr gehalten und mit technischen Fehlern den Gegner zum Spiel eingeladen.