19.02.2018 13:02 Uhr - 1. Bundesliga - PM Bensheim, red

Vipers gewinnen das Hessenderby dank gutem Start in die 2. Halbzeit

Carolin SchmeleCarolin Schmele
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer, sportsword.de
Dramatischer hätte das Hessenderby zum Rückrundenstart nicht sein können. Den Zuschauern in der ausverkauften Ense-Halle in Bad Wildungen boten beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, Einsatz und Kampf - am Ende belohnt wurde allerdings nur eine Mannschaft.Mit einem 3-Tore-Vorsprung gingen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in die Halbzeitpause. Die ersten sechs Minuten der 2. Halbzeit drehten jedoch nochmal das Spiel und bringen am Ende die Entscheidung zugunsten der HSG Bad Wildungen Vipers, die die Flames nach einem tollen Kampfspiel mit 29:27 (14:17) besiegen. Den Flames bleibt wieder nur das Kompliment des Gegners über ein tolles Spiel.

"Ich muss Bensheim ein ganz großes Kompliment machen. Sie haben immer an sich geglaubt. Sie haben sich in dieser Saison extrem gut weiterentwickelt. Sie sind eine starke Mannschaft und kämpfen. Ich bin mir auch sicher, dass sie den Klassenerhalt schaffen werden", zollte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer der Leistung der Flames und der sehr guten Arbeit von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm Anerkennung.

Für die enttäuschte Heike Ahlgrimm war das allerdings nur ein minimaler Trost: "Wir wussten ja von Anfang an, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen. Nichtsdestotrotz nützt es mir natürlich nichts, wenn jeder Trainer nach dem Spiel sagt, dass wir gut gespielt haben und wir haben keine Punkte. Wenn wir am Ende absteigen und jeder sagt, ihr wart toll, bringt mir das nichts. Wir müssen einfach schauen, dass wir weiter machen und dass wir uns belohnen. Heute sind wir enttäuscht, aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, weil wir wirklich alles versucht haben. Wir haben gekämpft, wir haben einige Dinge richtig gut gemacht. Wir müssen das jetzt schnell abhaken, nochmal kurz drüber sprechen und dann geht es ab nächster Woche weiter. Ich bin überzeugt, wenn wir so spielen wie heute, dann holen wir uns die Punkte in der nächste Woche", gibt sich die Flames-Trainerin am Ende der Pressekonferenz schon wieder etwas optimistisch.

Mit einem Sieg in Bad Wildungen hätten die Flames die Abstiegsränge verlassen und die Vipers mit in den Abstiegskampf gerissen, so schafften die Vipers aber wieder den Anschluss ans Mittelfeld und sind mittlerweile 5 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte ihre Mannschaft richtig gut auf den Gegner eingestellt und die Mannschaft setzte es auch auf dem Spielfeld um. Im Gegensatz zum letzten Spiel wurde von Anfang an gekämpft und die Abwehr stand. Trotzdem konnten die Vipers durch Tamara Haggerty schnell 1:0 in Führung gehen. Im Gegenzug scheiterte Carolin Schmele vom Siebenmeterpunkt an der stark haltenden Schweizer Nationaltorhüterin Manuel Brütsch. Sanne Hoekstra glich in der 3. Minute aus - bis zur 6. Minute sollte auf beiden Seiten kein weiterer Treffer fallen. Anschließend konnten beide Mannschaften abwechselnd die Führung übernehmen, so ging das bis zum 12:12. Sanne Hoekstra per Siebenmeter und zwei Tempogegenstoß-Tore von Bogna Sobiech brachten die Flames mit 3 Toren 12:15 in Front (25.). Dieser Vorsprung hielt bis zum Halbzeitpfiff und die Flames gingen mit einer 14:17 Führung in die Kabine.

Die zweite Halbzeit begann mit einem verworfenen Siebenmeter für die Flames. Diesmal scheiterte Sanne Hoekstra vom Punkt (31.). Die Vipers fanden dagegen besser in den 2. Spielabschnitt und wandelten innerhalb von 4 Minuten den 14:17 Rückstand in eine 18:17 Führung (35.). Zwei Treffer von Anna Frankova sowie Tore von Tamara Haggerty und Sabine Heusdens brachten die schnelle Wende im Spiel und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm war nach 5 Minuten schon gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Carolin Schmele gelang nach 8 Minuten dann der 1. Flames-Treffer zum 19:18 Anschluss (38.). Beim 20:20 durch Anja Ernsberger (41.) gelang erstmals wieder der Ausgleich. Ein Führungstreffer sollte den Flames aber nicht gelingen, weil zu viele Chancen leichtfertig vergeben wurden oder man an Manuela Brütsch scheiterte. Letztmalig konnten die Flames zum 26:26 (53.) durch ein Siebenmetertor von Carolin Schmele ausgleichen. Zwei Tore von Laura Vasilescu zum 28:26 brachten dann die Vorentscheidung. Erneut Carolin Schmele und Miranda Schmidt-Robben setzten den Schlusspunkt zum glücklichen 29:27 Sieg für die Vipers, die damit sich endgültig von der Abstiegsregion verabschiedet haben.