18.02.2018 15:39 Uhr - 1. Bundesliga - PM NSU, red und Wolfgang Seitz - Südwestpresse

Metzingen setzt sich klar gegen Neckarsulm durch

Seline IneichenSeline Ineichen
Quelle: Dieter Lange, BSV
Im dritten Aufeinandertreffen der Saison musste die Neckarsulmer Sport-Union ersatzgeschwächt zum Derby der Handball Bundesliga Frauen nach Metzingen reisen. Ohne Maike Daniels (Magen-Darm-Virus) und Selina Kalmbach (Fieber) kämpften die Neckarsulmerinnen vergeblich bei den TusSies, die sich durch einige Fehler der NSU im Angriff deutlich mit 35:18 durchsetzen können.

"Ich war schon ein bisschen nervös, weil wir erst ab Donnerstag mit der ganzen Mannschaft trainieren konnten. Sechs Mädels waren ja bei der Nationalmannschaft", so Metzingens Trainer Rene Hamann-Boeriths. In der ersten Halbzeit präsentiert sich die NSU in der ausverkauften Öschhalle zunächst ebenbürtig mit den TusSies Metzingen. Die Abwehr steht, Ann-Cathrin Giegerich startet nach ihrer Verletzungspause mit drei wichtigen Paraden in das Spiel und auch der Neckarsulmer Angriff zeigt zu Beginn gute Szenen. Mitte der ersten Hälfte legt Metzingen allerdings nochmals eine Schippe obendrauf. Bei den Neckarsulmerinnen schleichen sich hingegen nach und nach Fehlwürfe, überhastete Abschlüsse sowie Unkonzentriertheiten in das Angriffsspiel ein, die Metzingen im Gegenstoß direkt bestraft. Innerhalb kürzester Zeit setzen sich die TusSies deutlich ab und liegen zur Pause bereits mit 18:10 in Front.

Auch in der zweiten Hälfte ändert sich am Spielverlauf nichts. Während die NSU nach neun Minuten lediglich einen Treffer erzielen konnte, baut Metzingen die Führung auf über zehn Tore aus. Eigentlich zeigt sich die Abwehr am Samstagabend verbessert. Da in der Offensive aber zahlreiche Bälle abgegeben werden, fallen die Gegentore zu häufig über das Tempospiel. Immerhin in den letzten Minuten zeigt sich die Sport-Union noch einmal treffsicher. Nachdem in 22 Minuten der Ball nur viermal den Weg vorbei an TuS-Torhüterin Jasmina Jankovic ins Tor gefunden hatte, hält die Sport-Union den Rückstand bis zum 35:18-Endstand konstant.

"Leider konnten wir heute nicht zeigen, was noch in uns steckt. Metzingen ist natürlich ein anderes Kaliber und bei uns hat heute mit Maike Daniels unsere Schlüsselspielerin gefehlt, das hat man auch gemerkt. Obwohl wir uns in der Abwehr im Vergleich zur letzten Woche eigentlich etwas verbessert haben, waren das im Angriff eben eindeutig zu viele Fehler. Wir wollen jetzt natürlich mal wieder etwas Zählbares in der Hand haben und werden auch bei diesem schweren Programm nicht aufgeben", sagte NSU-Trainerin Annamaria Ilyes nach Spielende.

So sah es auch Torhüterin Jasmina Jankovic, die fast durchspielte und sich hernach über 20 Paraden freuen durfte. "Wir haben vor dem Spiel extra noch die Absprachen in der Abwehr ein bisschen geändert. Es hat alles gepasst, und wenn doch einmal ein Ball durchkam war ich da oder der Block." Bei den TuSsies saß nach ihrer Knöchelverletzung Monika Kobylinska zumindest auf der Bank. Aber nur für den Notfall, wie der Trainer betonte. Der trat dann ja nicht ein, so kann sie eine weitere Woche gut trainieren, um dann eventuell in Rödertal ihr Comeback auf halbrechts zu geben.

René Hamann-Boeriths war mit dem Auftritt seiner Mannschaft natürlich zufrieden, mit dem Ergebnis auch, ein bisschen kritisieren musste er dann aber doch noch. "Wir wollen immer alles besser machen. Ende der ersten Halbzeit bekamen wir ein paar einfache Tore. Die möchte ich noch weghaben." Ist ja gut. Auch das werden die Mädels sicher noch hinbekommen.

In Halbzeit zwei tat er sich dann auch schwer, Kritik anzubringen. Okay, man hat nicht alles getroffen, dafür aber hinten dichtgemacht. Bis zum 31:14 (54.) gab ein 13:4 für die Zuschauer zu bejubeln. Sechs Einschläge ohne Fehlschuss wurden für Annika Ingenpaß notiert. Sie war ein Aktivposten wie auch Maren Weigel. "Wir haben das gespielt, was wir wollten. Unter 20 Gegentoren zu bleiben ist immer gut, vorne haben wir die leichten Tore gemacht", so Weigel, die darüber herzlich lachen konnte, dass sie bei einem Konter fast das leere Tor übersehen hätte.