17.02.2018 11:31 Uhr - 1. Bundesliga - THC

Thüringer HC rechnet mit schwerer Auswärtshürde Göppingen

Der Einsatz von Iveta Luzumova ist noch fraglichDer Einsatz von Iveta Luzumova ist noch fraglich
Quelle: Mario Gentzel
Am Samstag tritt der Thüringer HC zum Rückrundenstart beim Tabellenfünften an, der seit dem 11. November 2017 kein Spiel verloren hat und damit nach Punkten mit dem Buxtehuder SV gleichgezogen hat. Beim 30:24- Heimspielsieg zum Saisonstart erzielte Anne Hubinger allein 13 Treffer - am Samstag muss die Linkshänderin, wie schon lange, immer noch zuschauen.

Nach einer Woche ohne Mittwochspiel muss der Thüringer HC zum Auftakt der HBF-Rückrunde zu einem ungemein schweren Auswärtsspiel nach Göppingen. Die Frisch Auf Frauen sind nicht gerade der Lieblingsgegner des Serienmeisters. 2015/16 gab es im Pokal-Achtelfinale und im Heimspiel am 9. Bundesligaspieltag klare THC-Siege, dann im Meisterschaftsendkampf in Göppingen eine schmerzliche 26:27 Niederlage in der Rückrunde.

Auch im Vorjahr mühte sich der THC beim 30:27-Heimsieg und im Pokal Viertelfinale gegen die Frisch Auf Frauen, überzeugte dann im Auswärtsspiel in Göppingen. Derzeit liegen die Göppingerinnen auf Platz 5 der Tabelle, punktgleich mit dem Buxtehuder SV. Acht Spiele hintereinander ohne Niederlage mit Siegen gegen Metzingen, Dortmund, Oldenburg, Leverkusen, Rödertal und in Bad Wildungen. Die haben einen Lauf und werden den Serienmeister mit Selbstbewusstsein und Kampfkraft empfangen.

Herbert Müller, der zunächst in der Pressekonferenz zum Spiel in Göppingen mit großer Freude dazu Stellung nahm, dass sich das deutsche Handballtalent Emily Bölk in der nächsten Saison dem THC anschließt. "Ich freue mich riesig, dass Emily sich für uns entschieden hat. Damit gelingt uns nach Anne Hubinger im Vorjahr auch in diesem Jahr der Königstransfer in der Bundesliga. Es ist toll, dass sich das Mädchen, im Verein mit ihren Eltern und ihrem Berater aus sportlichen Gründen für das Gesamtpaket THC entschieden hat. Für mich ist das eine unfassbare Motivation, diese Spielerin zu fördern, zu entwickeln und sie auf dem Weg zur Weltklasse zu formen. Es ist für mich wunderbar, dass sich Emily in dieser Zeit, wo das Geld sehr verlockend ist, dafür entschieden hat, zunächst sportlich ihre weitere Entwicklung zu betreiben, die Chance zu nutzen zur Weltklasse zu reifen. Für mich ist das eine tolle Herausforderung", sagt dazu Herbert Müller und betont besonders: "Diese Personalie ist für die gesamte Mannschaft und den ganzen Klub mit den Sponsoren, Förderern, den ehrenamtlichen Helfern und Fans eine ganz tolle Anerkennung, ein ungemeiner Impuls. So ein junges Mädchen muss Champions League spielen."

Damit hatte Herbert Müller die Brücke zum vergangenen Sonntagspiel gegen Metz HB geschlagen. "Trotz der Niederlage (jede Niederlage ist für mich mit körperlichen Schmerzen verbunden) bin ich so stolz auf die Mannschaft. Wir haben in Nordhausen ein tolles Handballspiel mit ungemein hohem Tempo und auch hohem technischen Niveau gesehen und sind nur hauchdünn an einem möglichen Sieg gegen eine Mannschaft mit sechs Weltmeisterinnen, mit einer überragenden Xenia Smits und auch einer zur Weltklasse gereiften Ana Gros gescheitert. Genau solche Spiele braucht der THC, braucht Emily Bölk um sich weiter zu entwickeln."

Zum Bundesligaspiel in Göppingen ist sich Herbert Müller der Lage bewusst: "Jetzt muss die Mannschaft schnell umschalten, vom Champions League -"Spaß" zurück; die Drucksituation des "Gewinnen müssen" wieder annehmen. Dabei gibt es für das Spiel in Göppingen keinen Favoriten. Die Chancen stehen für beide Teams gleich. Ein Auswärtsspiel in Göppingen ist schon für sich ein schweres Spiel, aber unter dem Eindruck, wie ihn Göppingen gerade zeigt, wird es doppelt schwer."

Vor Frisch Auf hat Müller größten Respekt. "Die haben einen wurfgewaltigen Rückraum. Eine Michaela Hrbkova gehört wieder zu den Top Scorerinnen der Liga, Prudence Kinlend ist fast genauso gefährlich und mit Maxime Struijs verfügen sie über eine intelligente Spielleiterin. Stark zeigt sich auch die aggressive offensive Abwehr, wo sie sich mit Alexandra Sviridenko noch einmal verstärkt haben, auf die wir uns einstellen müssen. Wir müssen Lösungen dafür finden und uns selbst möglichst keine Blöße geben. Leichter gesagt als getan, aber wir wollen den Auswärtssieg und die Punkte mitnehmen. Dabei freuen wir uns auf das erste Treffen mit Torhüterin Kristy Zimmerman, die ja im Sommer zum THC kommt", so Herbert Müller.

Die deutsche Nationalspielerinnen des THC sind alle gesund und unverletzt von einem ersten Lehrgang mit dem neuen Bundestrainer Henk Groener zurückgekehrt. Die englischen Wochen schlauchen an den Kräften. Iveta Luzumova hat eine schmerzhafte Leistenzerrung, Lydia Jakubisova und Anika Niederwieser haben etwas Schulterprobleme. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass sie bis zum Samstag wieder einsatzfähig sind.