12.02.2018 12:26 Uhr - 2. Bundesliga - A. Kumlin, PM Vereine, red

Starke Abwehr der Garant: Waiblingen/Korb rückt mit Sieg in Halle an den Konkurrenten heran

Lea Gruber erzielte sechs TrefferLea Gruber erzielte sechs Treffer
Quelle: Michael Schmidt
Die einen feierten Fasching, die FSG Waiblingen/Korb feierte einen Sieg. Gegen die SV Union Halle-Neustadt gewann sie hochverdient 28:25 und setzt ihre Erfolgsserie mit nunmehr 8:0 Punkten fort. Auf einen Punkt sind die Gastgeberinnen nun an den Konkurrenten herangerückt, dieser hat als Tabellenfünfter allerdings ein Spiel weniger absolviert. Schlüssel zum Erfolg waren eine sehr starke Defensive und eine kämpferische und geschlossene Mannschaftsleistung. "Das war beeindruckend", lobte Trainerin Kerstin Zimmermann ihr Team. Erfolgreichste Spielerin bei den Gastgebern war Lea Gruber mit sechs Toren. Bei den Wildcats konnte sich Helena Mikkelsen mit neun Toren am häufigsten in die Torschützenliste eintragen.

Immer noch war es um den Kader der Gastgeberinnen nicht ideal bestellt. Caren Hammer und Vanessa Nagler standen weiter nicht zur Verfügung, Monika Odrowska, in den letzten Spielen erfolgreiche Torschützin, konnte unter der Woche nicht trainieren, ihr Einsatz war bis kurz vor der Partie ungewiss. Aber auch die favorisierten Gäste waren nicht in Bestbesetzung angereist, mussten auf ihre beiden skandinavischen Torjägerinnen Mikaela Johanssen und Sarah Andreassen verletzungsbedingt verzichten.

Im Hinspiel hatte die FSG überraschend zwei Punkte aus Halle mitgenommen, sehr zum Leidwesen der Wildcats, die in der 2. Ligasaison mit Blick nach oben in der Tabelle unterwegs sind. Dementsprechend drängten sie von Beginn an auf Revanche. Den besseren Start hatten aber die Gastgeberinnen: Völlig ungehindert marschierte Sinah Hagen zum 1:0 in der zweiten Minute durch die Gästeabwehr. Den Patzer verdaute Halle rasch und baute seine Abwehr kompakt auf.

Im Abschluss blieben die Gastgeberinnen danach viel zu harmlos. Aggressiv und hellwach präsentierte sich hingegen die Defensive vor Torfrau Nicole Roth, die sich gegen ihren Ex-Verein gut an die bevorzugten Wurfecken ihrer ehemaligen Spielerinnen erinnern konnte. Odrowska und Lea Gruber agierten zunächst glücklos. Personelle Alternativen hatten Jürgen Krause und Kerstin Zimmermann auf der Bank wenig, also spielten sie mit zwei Kreisläufern. Louisa De Bellis konnte sich dabei dreimal erfolgreich durchsetzen.

Von Beginn an war die Partie umkämpft, handballerische Köstlichkeiten waren nicht zu erwarten. Aus der sicheren Defensive ging es allerdings ratz fatz nach vorn. Simona Nikolovska wurde mit einem weiten Pass von Roth bedient und jagte den Ball zum 6:4 (14.) ins Netz. Hanna Hojczyk wackelte auf halblinks ihre Gegenspielerin aus. Roth bügelte wenig später einen groben Schnitzer ihrer Vorderleute aus, um erneut die pfeilschnelle Nikolovska auf die Reise zu schicken, 8:5 (20.). Die letzten Minuten vor der Pause zogen sich für die FSG zäh wie Kaugummi ? im Angriff ging nichts mehr zusammen, Halle glich zum 9:9 aus. Gruber warf in der Schlusssekunde die FSG mit 11:9 in die Pause.

Auf die Zuschauer in der trotz Narrenwochenende gut besuchten Stauferhalle wartete eine spannende und emotionale zweite Hälfte. Die Gäste egalisierten schnell zum 11:11. Die Überzahl in der 39. Minute spielte die FSG unter der Regie der starken Hagen souverän aus (14:13) und Gruber traf kurz darauf zum 16:13 (45.). Danach agierte die FSG zu selbstsicher, nur zwei Minuten später war Halle wieder auf Augenhöhe (16:16).

Tünde Nagy, jetzt im FSG-Tor, hielt gegen die beste SV-Torschützin Mikkelsen, auf der anderen Seite aber versemmelte die FSG ihren dritten Siebenmeter. Dafür lief Lea Gruber auf Betriebstemperatur, 22:18. Das 24:19 in der 53. Minute durch Hojczyk schien die Vorentscheidung. Die Gäste verschärften den Härtegrad in der Defensive, bei der offensiven Deckung auf Gruber und Hagen hatte jetzt aber Odrowska Platz (26:22). Halle gelang noch der 27:25-Anschluss eine Minute vor Schluss, dann aber war die Luft bei den Gästen endgültig raus. Die FSG hielt clever den Ball und wurde mit dem hochverdienten 28:25 und zwei Punkten belohnt.

"Es war ein ähnlicher Spielverlauf wie am letzten Spieltag gegen die SG Kirchhof 09. Die Hallenserinnen gingen im gesamten Spielverlauf nicht einmal in Führung. Technische Fehler und unkonzentrierte Phasen kosteten am Ende den Wildcats die Punkte", bilanzierte unterdessen der Pressedienst der Gäste, der zwei Phasen hervorhob: "40 Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit erzielt Helena Mikkelsen das 9:9 per Siebenmeter. Durch zwei unkonzentrierte Fehler in Folge landet der Ball immer wieder direkt in den Händen der Gastgeber", ging der Blick auf das 9:11 zur Pause und ebenso auf die Phase nach dem 17:17: "Erneut schlichen sich technisch Fehler ein und die Hallenserinnen warfen den Ball wieder direkt in die Hände des Gegners, welche drei schnelle Kontertore innerhalb zwei Minuten erzielten."

"Die vielen technischen Fehler haben uns heute das Genick gebrochen. In unseren Handlungen waren wir einfach zu inkonsequent", so eine sichtlich enttäuschte Kreisspielerin Pia Dietz. Positiv aufgefallen ist Nina Reißberg. Die Juniorennationalspielerin konnte sich vor allem durch ihre variable Spielposition auszeichnen und erzielte vier Tore vom Kreis oder von Außen. Vor allem im Angriff machte sich das Fehlen, von Mikaela Johansson und Sarah Andreassen hingegenbemerkbar. Ideenlos und ohne Kreativität agierten die Wildcats in Waiblingen. "Wir müssen die Niederlage jetzt schnell aufarbeiten. Nächste Woche wartet mit Berlin die nächste schwere Auswärtsaufgabe", so Union-Pressesprecher Marcel Gohlke.