11.02.2018 16:52 Uhr - Champions League - dpa, PM THC

Thüringer HC unterliegt Metz nach mitreißendem Duell

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC haben in der Hauptrunde der Champions League erneut verloren. Gegen Metz Handball unterlag das Team von Trainer Herbert Müller trotz einer kämpferischen Leistung am Ende knapp mit 29:31 (14:15). Für die Thüringerinnen war es im siebten Spiel die sechste Niederlage. Sie liegen weiterhin auf dem vorletzten Platz der Tabelle. Gegen die wurf- und sprunggewaltige Rückraumspielerin Xenia Smits, die für die Gäste zehn Treffer erzielte, fand die THC-Abwehr kein Mittel. Bei den Thüringerinnen glänzte Iveta Luzumova mit zwölf Treffern.

Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften ein mitreißendes Duell. Metz überzeugte mit einer robusten und sehr beweglichen Abwehr. Mit einer kämpferischen Leistung hielten die Thüringerinnen dagegen.

Nach dem Seitenwechsel hielt THC-Torhüterin Jana Krause ihr Team mit starken Paraden auf Kurs. Gegen die wurf- und sprunggewaltige Rückraumspielerin Xenia Smits, die für die Gäste zehn Treffer erzielte, fand die THC-Abwehr aber kein Mittel. Bei den Thüringerinnen glänzte Iveta Luzumova mit zwölf Treffern.

Das Spiel begann mit starken Angriffsaktionen. Bei drohendem Zeitspiel hatte sich Iveta Luzumova an den Kreis abgesetzt und konnte den Pass von Beate Scheffknecht zum 1:0 verwerten. Metz glich im nächsten Angriff aus. Dann war es wieder Iveta Luzumova, die durch zwei verwandelte Strafwürfe die Thüringerinnen jeweils in Führung brachte, doch Metz blieb stets dran - Xenia Smits erwies sich als wurf- und 1gegen1-sicher und traf zweimal in Folge.

Die erste Gästeführung erzielte dann Beatrice Edwige beim 4:5 in der achten Minute. Doch der THC spielte weiter auf Augenhöhe mit dem Favoriten - eine erneute Führung der Französinnen vereitelte Dinah Eckerle mit einer Klasse-Parade gegen die frei werfende Manon Houette. Metz überzeugte mit einer robusten und sehr beweglichen Abwehr. Mit einer kämpferischen Leistung hielten die Thüringerinnen dagegen.

Kurz darauf hatte dann Lydia Jakubisova Pech - ein schöner Heber hatte Marina Rajcic bereits überwunden, doch der Ball sprang vom Pfosten ins Feld zurück. Metz lag zu diesem Zeitpunkt mit 9:7 in Führung. Doch dank schöner Angriffsaktionen und guter Ausnutzung einer Überzahlsituation waren die Gastgeberinnen in der 17.Minute beim 10:10 wieder gleichauf.

Metz setzte auf seine Rückraumstärke - vor allem Xenia Smits brillierte ein ums andere Mal, während der THC sehr konzentriert die Lücken suchte und schon in dieser Phase eine Vielzahl Strafwürfe erhielt, die bis dahin Iveta Luzumova zu 100 Prozent verwandelte. Ein spielerisches Glanzlicht folgte: Mit einem Millimeterpass durch "Freund und Feind" bediente Dinah Eckerle Meike Schmelzer und die überwand mit einem schönen Heber Marina Rajcic im Tor der Französinnen. Die Montenegrinerinnen zeigte jetzt mehrere starke Paraden und ließ Metz Handball erstmals auf 14:11 enteilen.

Sonderbeifall gab es dann für den zwölften THC-Treffer: Sakia Lang hatte mit einem No-Look-Rückhandpass Meike Schmelzer am Kreis freigespielt. Ein schöner Treffer von Kerstin Wohlbold - "positionfremd" von Linksaußen erzielt, ließ den Vorsprung wieder schmelzen - 13:14 zeigte die Anzeigetafel 90 Sekunden vor dem Pausensignal. Der Ausgleich gelang vorerst nicht. Nach Treffern von Manon Houette und Iveta Luzumova stand es zur Pause 15:14 für die Gäste.

Metz fand nach dem Seitenwechsel jedoch schneller in die Partie zurück und legte wieder vor. Nach fünf Minuten betrug die Gästeführung 18:15, auch weil Xenia Smits ihre Wurfvariabilität unter Beweis stellte. Doch der THC kämpfte um eine Verkürzung und als Manon Houette eine Zeitstrafe erhielt, gelang durch Lydia Jakubisova das 18:20 und kurz darauf, noch in Überzahl Jana Krause mit 40m-Wurf ins leere Tor das 19:20. 15 Sekunden später lag der Ausgleich in der Luft - nochmal hatte Jana Krause aufs leere Tor gezielt und es nur um Zentimeter verfehlt.

So blieb es dabei - Metz legte vor und der THC kämpfte mit aller Kraft, um eine deutlichere Führung zu verhindern. Und dann glänzte Lydia Jakubisova mit zwei tollen Aktionen und brachte jetzt die Thüringerinnen mit 24:23 in Führung. Und hatte damit bei ihren Nebenspielerinnen die Kampfkraft neu geweckt.

Zehn Minuten vor dem Ende des Spiels zeigte nun auch Metz Handball Nerven. Herbert Müller justierte in der Auszeit nochmal auf mehreren Positionen. Anika Niederwieder musste auf die "Strafbank" und Metz konnte durch Ana Gros wieder die Führung an sich reißen - 26:25/ 51.Min. Und nach Schrittfehler von Beate Scheffknecht dann ein Pass auf die pfeilschnelle Manon Houette, die die Zweitoreführung (28:26) wieder herstellte.

Die Rückraumüberlegenheit von Handball Metz zeigte sich jetzt in den Aktionen von Grace Zaadi Deuna, die mit zwei druckvollen Treffern die Weichen auf Sieg stellte . Aber kein Nachlassen des THC - zwei Minuten vor Spielende waren die Thüringerinnen bis auf 28:29 heran. Noch 60 Sekunden zu spielen und die Chance auf ein Remis blieb den toll kämpfenden Gastgeberinnen bis zum 31:29 durch Laurisa Landre erhalten - dann mussten die Thüringerinnen die Überlegenheit des französischen Meisters am heutigen Tag anerkennen.