08.02.2018 18:31 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Herbert Müller: "War wichtig, unsere Hausaufgaben zu machen und die zwei Punkte zu holen"

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Hans Joachim Steinbach
Der Thüringer HC kommt mit einem 30:19 (15:13) Erfolg über den TV Nellingen nach Thüringen zurück und hat damit den inoffiziellen Titel eines Halbzeitmeisters erkämpft. Großen Anteil am Erfolg der Thüringerinnen hatte Torhüterin Jana Krause, die einen super Tag hatte und neben 23 Paraden auch vier Strafwürfe entschärfte. Die meisten Treffer der Partie erzielte die Nellingerin Lousia Wolf (7/1) - für die Gäste trafen Beate Scheffknecht und Iveta Luzumova jeweils sechs Mal.

Die ersten Angriffe der Gäste brachten keinen Erfolg - Anne Bocka, vor Jahren auch im Nachwuchs des Thüringer HC, hielt stark gegen Lydia Jakubisova und Beate Scheffknecht. So netzte Louisa Wolf mit einem sehenswerten Hüftwurf zum 1:0 für die Gastgeberinnen ein. Danach agierten die Thüringerinnen konzentrierter und konnten durch schnelle Treffer mit 4:2 ihrerseits in Führung gehen. Dinah Eckerle sicherte den Vorsprung, indem sie einen Strafwurf von Louisa Wolf parieren konnte. Die Nellingerinnen spielten mutig mit und konnten nach sieben Minuten den Ausgleich markieren. Auffälligste Spielerin war Roxana Ioenac - beim Stand von 6:6 traf sie bereits zum vierten Mal. Gegen die Würfen der Rumänin fand Dinah Eckerle kein Rezept - in der 13.Minute nahm der THC seine erste Auszeit und Jana Krause wechselte ins Tor der Türingerinnen.

Die Gäste vergaben jetzt einige Großchancen aber Jana Krause hielt durch sehenswerte Paraden die Führung fest. Das brachte dem THC-Angriff Sicherheit und der Tabellenführer konnte sich Tor um Tor absetzen. Über die Stationen 8:6, 10:7 und 12:7 wuchs die Führung auf komfortable fünf Tore an. Anne Bocka im Tor von Nellingen verhinderte durch mehrere Glanzparaden eine noch höhere Führung. Nach drei Fehlwürfen in Folge bat Trainer Herbert Müller seine Frauen zum Gespräch (8:12 / 22. Minute).

Nellingen kämpfte um den Anschluss. Die Gästeführung sich auf vier Tore eingepegelt. Lydia Jakubisova traf jetzt doppelt von Rechtsaußen aus spitzem Winkel, doch Louisa Wolf hielt ihre Mannschaft im Spiel. Sie traf immer wieder aus dem Rückraum, verkürzte von der Strafwurflinie auf 12:15 und traf zum 13:15 ins leere THC-Tor. Jana Krause war es zu verdanken, dass ihr Team nach einem gehaltenen Strafwurf gegen Louisa Wolf mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause gehen konnte.

Nellingen hatte die Chance, nach der Pause weiter zu verkürzen. Doch Jana Krause blieb erneut Siegerin im Strafwurf-Duell mit Anika Blanke. Durch einen Rückraumkracher von Beate Scheffknecht und Iveta Luzumova im starken 1-gegen-1 gelang es, die Führung wieder auf vier Tore auszubauen (14:18 / 34. Minute). Die Abwehr der Thüringerinnen hatte sich stabilisiert, was auch im Angriff zu einfachen Toren führte. Beate Scheffknecht traf im Tempogegenstoß zum 23:16 aus Sicht ihrer Mannschaft.

Die Gastgeberinnen nahmen ihre nächste Auszeit. Jana Krause hielt weiter auf absolut hohem Niveau und brachte die Nellingerinnen in der zweiten Halbzeit schier zur Verzweiflung. Das Spiel hatte jetzt etwas an Fahrt verloren und beide Angriffsreihen leisteten sich Fehlwürfe. Jana Krause parierte auch den nächsten Strafwurf. Lena Degenhardt beendete die zehnminütige Torflaute des TV Nellingen mit ihrem Treffer zum 17:24 (48. Minute).

Die Thüringerinnen spielten den Sieg nun locker nach Hause. In der 56. Minute wurde die Führung dann doch noch zweistellig. Saskia Lang traf zum 27:17 von linksaußen. Am Ende siegt der Thüringer HC verdient mit 30:19, hatte dabei aber mehr Mühe als es das Ergebnis aussagt.

"Ich habe zu meinen Spielerinnen gesagt, dass sie mir zuhören sollen, denn das haben sie in der ersten Hälfte nicht getan. Die Hornets sind nicht einfach zu spielen und es war klar, dass es kein Selbstläufer wird. Das hat man in Bad Wildungen gesehen, denn da hätten wir auch gerne gewonnen. Ich bin heute einfach glücklich, denn es war wichtig, unsere Hausaufgaben zu machen und die zwei Punkte zu holen. Bietigheim und Metzingen sind als Zweiter und Dritter direkt aufeinandergetroffen und da ist es gut, wenn du deine Hausaufgaben machst und noch ein kleines Polster hast. Mit der zweiten Hälfte bin ich zufrieden, denn da haben wir eine ganz andere Abwehr gespielt, während wir in der ersten gar keinen Zugriff bekommen und viel zu viele Würfe zugelassen haben. Auch haben wir nicht unterbrochen und damit den Fluss aus dem Nellinger Spiel bekommen, das hat durch die Abwehr nach der Pause dann besser geklappt", freut sich THC-Trainer Herbert Müller über die beiden Auswärtspunkte.

"Wir haben Thüringen in der Vorbereitung gesehen und mir war fast klar, dass sie mit siebtem Feldspieler kommen. Das haben wir in zwei Tagen einstudiert und ich fand, dass die Mädels es super gemacht haben. Thüringen hat heute bewiesen, dass sie eine Topmannschaft sind, denn sie hatten einen Plan, sind mit dem richtigen Engagement und der richtigen Einstellung aufgetreten. Dass einem da die Kraft und die Kampfmöglichkeiten ausgehen ist fast normal. Der siebte Feldspieler hat unglaublich viel Kraft gekostet und das hat man dann in der zweiten Hälfte gemerkt. Es kamen die Konzentrationsfehler hinzu und wenn man fünf oder sechs Tore hinten ist und hinterherläuft, muss ich meiner jungen Mannschaft auch eingestehen, dass ihr da die Moral etwas bricht", ordnet Morgant die Partie richtig ein.