05.02.2018 15:30 Uhr - 1. Bundesliga - Wolfgang Seitz - Südwestpresse, red

Metzingen bejubelt "absolut kämpferische Leistung" und Sieg über Buxtehude

5 Tore: Marlene Zapf5 Tore: Marlene Zapf
Quelle: groundshots.de
In der Handball Bundesliga Frauen gewinnt die TuS Metzingen das Verfolgerduell in Buxtehude dank einer sagenhaften zweiten Halbzeit mit 28:25 (8:10).

Mit einer Rumpftruppe war die TuS Metzingen nach Buxtehude gereist und hat dort Großes geleistet. Manager Ferenc Rott ging sogar so weit, dem 28:25-Sieg eine epochale Bedeutung beizumessen. "Das ist ein besonderer Moment in unserer Geschichte", sagte er. Besonders, weil man eine Woche hinter sich hat, die es so noch nie gegeben hat. Anna Loerper hat sich Knall auf Fall nach Bietigheim verabschiedet und dann grassierte auch noch die Grippewelle. Delaila Amega konnte nicht spielen, Katharina Beddies auch nicht, Letztere war aber zumindest für den Fall der Fälle dabei, von der zweiten Mannschaft fuhr Miriam Welser zur eventuellen Unterstützung mit.

Mit acht Feldspielerinnen stellte man sich der Herausforderung beim Tabellennachbarn und es entwickelte sich eine Partie, die auf beiden Seiten nicht fehlerfrei ablief. Die Abwehrreihen waren auf der Höhe des Geschehens, vorne klemmte es aber gewaltig - besonders bei den in schwarz spielenden Pink Ladies. So konnte nach einer Viertelstunde Stina Karlsson per "Unten-rum-Trick" erst den dritten Treffer für Metzingen unterbringen. Der Gastgeber hatte zu diesem Zeitpunkt einen mehr, es war also recht torarm, was die 1289 Zuschauer serviert bekamen.

Es wurden, obwohl da die Meinungen etwas auseinandergehen, 14 Fehlwürfe der TuS notiert - vom aufmerksamen Pressemann. Ferenc Rott sprach hernach von elf. Wenn man sich da in der Mitte trifft, ist es trotzdem viel zu viel. Nach zwei Gegenstoßtoren der Außen Marlene Zapf und Ina Großmann stand es 8:8 (25.). Frappierend dabei, mit welcher Präzision TuS-Keeperin Isabell Roch ihre Harpunen durch die Halle schießen ließ. In einer doppelten Unterzahl kassierten die Schützlinge von Trainer René Hamann-Boeriths dann noch zwei Treffer zum 8:10-Halbzeitstand aus Metzinger Sicht.

Beim Betrachten des Endergebnisses kann man sich, sofern des Rechnens mächtig, ausmalen, was nach dem Seitenwechsel los war. Bezeichnend, dass sich die TusSies just zu dem Zeitpunkt zurückmeldeten, als sie eigentlich weg vom Fenster waren. 16:13 stand es nach 39 Minuten, 16:17 drei Minuten später. Shenia Minevskaja, die eine Bank aus sieben Metern war, Ina Großmann doppelt und Maren Weigel hatten getroffen. Stichwort Großmann: Sollte sich jemand über deren Nominierung für einen Nationalmannschaftslehrgang gewundert haben, der muss jetzt die seherischen Fähigkeiten des neuen Bundestrainers loben. Sie durchkreuzte hinten Buxtehuder Passwege und versenkte vorne alles, was ihr in die Hände kam.

Es ging hin und her bis zum 22:22 (54.), erzielt von Buxtehudes Emily Bölk in höchster Zeitnot. Die rasenden TuS-Außen Zapf und Großmann stellten auf 22:24. Großmann zeichnete auch für das 23:25 (57.) verantwortlich und als dann Isabell Roch von Maike Schirmer eine Freie holte, ließ sich die TuS nicht mehr aufhalten, auch nicht von einer zunehmend offensiver werdenden BSV-Defensive. Die überspielte zum Beispiel Julia Behnke mit einem Solo. Den letzten Treffer tütete Marlene Zapf ein und danach reichte die Kraft gerade noch für einen kurzen aber intensiven Jubel.

"Wir haben immer an uns geglaubt, haben wunderbare Charaktere, richtige Profis in der Mannschaft. Das habe ich sehr gerne gesehen", so Ferenc Rott. Ausdrücklich wollte er keine herausheben, weil das ganze Kollektiv am Anschlag arbeitete. Auch seine Mädels waren zufrieden. Ina Großmann gab zu Protokoll: "Es war für uns sicher keine einfache Woche. Dazu kamen noch krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle. Aber wir haben als Team zusammengestanden und über 60 Minuten gekämpft. Jede hat alles gegeben, und das war am Ende der Schlüssel zum Erfolg." Isabell Roch sah es genauso: "Wir haben uns für dieses Spiel viel vorgenommen. Es war eine absolut kämpferische Leistung und der Wille war da. Jede Einzelne hat bis zum Schluss gekämpft und wir haben heute verdient gewonnen."

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