04.02.2018 18:25 Uhr - Champions League - fcb

Vardar bestraft Bietigheims Fehler erbarmungslos

Charris RozemalenCharris Rozemalen
Quelle: Marco Wolf
Als "mega Herausforderung" hatte Martin Albertsen das Sonntagsspiel der SG BBM Bietigheim eingeordnet. In der Ludwigsburger MHP Arena traf der Bundesliga-Zweite in der Champions League auf Vardar Skopje, den unangefochtenen Spitzenreiter der Gruppe 2. Bietigheim gestaltete die ersten 20 Spielminuten nahezu ausgeglichen, vergab aber vor 1.581 Zuschauern viele freie Würfe und kassierte vor allem in der zweiten Halbzeit durch technische Fehler leichte Gegentreffer. Bei der 26:38 (14:16)-Niederlage trafen Rozemalen (9) und Lauenroth (6) sowie Penezic (8), Cvijic (8) und Lekic (6) bei den Gästen am besten. Loerper ist in der Champions League nicht spielberechtigt.

Nach der Auftaktniederlage in der Hauptrunde beim Ligakonkurrenten Thüringer HC strebte die SG BBM Bietigheim gegen das internationale Spitzenteam von Vardar Skopje eine möglichst gute Leistung vor Heimpublikum an. Ziel war es, gegen die gleichermaßen abwehr- wie konterstarke Sieben von Irina Dibirova von Beginn an präsent zu sein. Um die Gäste zu fordern, wurde mit sieben Feldspielerinnen agiert. Nach zwei vergebenen Chancen vom Flügel schien sich alsbald eine gewisse Sicherheit ein. In der Deckung hatten sich aber beide Teams beim 4:4 (8.) noch nicht orientiert.

Der 4:5-Kempatreffer von Penezic unterstrich nach zehn Minuten die Anfälligkeit der BBM-Abwehr. Bietigheim brillierte kurz darauf beim 6:5-Kempa von Smeets ebenfalls. Es blieb ein Kräftemessen auf Augenhöhe. Das Tempo der Partie war enorm hoch. Die Schwäbinnen hatten im bisherigen Verlauf mehrmals Glück, dass die Gegnerinnen das Spielgerät nach Ballgewinnen am BBM-Tor vorbeiwarfen. Der Mittelblock kam indes ebenfalls zu leichten Ballgewinnen. Beim 8:6 (14.) konterte Kudlacz-Gloc zur erstmaligen Zwei-Tore-Führung des Bundesligisten. Vardar Skopje beantragte eine Auszeit.

Irina Dibirova gelang es mit der Unterbrechung, den Bietigheimer Spielfluss zu stoppen. Nach einem 0:3-Lauf binnen drei Minuten war es an Martin Albertsen, sein Team neu einzustellen. Andrea Penezic übernahm die Verantwortung mit Treffern und Anspielen und war auch danach kaum zu bremsen. Andererseits hatte Kudlacz-Gloc Pech, dass der Ball nach mehreren Gehäuse-Berührungen aus dem Tor heraussprang, statt die Linie zum 9:10 zu überqueren. Radicevic traf nach 23 Minuten zum 9:13. Der Favorit dominierte jetzt das Spiel und nutzte die Fehler der Bietigheimerinnen.

Der 11:15-Konter Lauenroths nach Anspiel von Wester war ein Ausrufezeichen, das Bietigheim nach 26 Minuten zu setzen imstande war und das gleichermaßen die Durststrecke seit dem 9:10 (20.) beendete. Nachdem Wester nach einem No-Look-Anspiel auf Cvijic pariert hatte, bedeutete der Doppelschlag von Rozemalen das 14:16. Wester, die ihr Team nach ihrer Einwechslung aus der Lethargie gerissen hatte, scheiterte mit einem letzten Wurf vor der Pause. Der Ball zischte am gegnerischen Tor vorbei. Dennoch: Bietigheim schien nach 30 Minuten zurück in der Spur zu sein.

Nach dem Seitenwechsel eroberte Vardar mit Kreistreffern von Cvijic und Lazovic die Vier-Tore-Führung sofort zurück. Kuznetsova erhöhte vom Flügel auf 14:19. Martin Albertsen zückte daher bereits nach 33 Minuten die T3-Karte und verlangte mehr Zielstrebigkeit im Angriff. Dies gelang mit einem erkämpften Siebenmeter. Kudlacz-Gloc vergab jedoch von der Markierung an der 39-jährigen Suslina und Lekic stellte auf 14:20. Dieser weitere 0:4-Lauf, und auch die Leichtigkeit, mit der Penezic zum 15:21 (35.) hochstieg, unterstrichen einmal mehr die Souveränität des Favoriten.

Für die SG BBM Bietigheim entwickelte sich die Angelegenheit zunehmend zum Lernspiel. Wenn die Schwäbinnen ihre Konzentration nicht dauerhaft hoch hielten und von der taktischen Marschroute abwichen, wurden sie sofort bestraft. Dies galt auch für den Gegenstoß, der an diesem Sonntag eine stumpfe Waffe war. Vardar spielte derweil stets routiniert die Abläufe herunter. Cvijic, Penezic und Canadija nutzten nach 49 Minuten drei einfache Chancen zum 20:30. Der 10:2-Lauf zum 22:35 (52.) legte die Basis für den letztlich deutlichen 26:38-Sieg der Gäste, die ihre Ambitionen auf die Teilnahme am Final Four-Turnier Mitte Mai eindrucksvoll unterstrichen.