04.02.2018 16:52 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Buchholz-Rosengarten erkämpft Sieg im Spitzenspiel gegen erstarkte Kurpfalz Bären

Saskia Fackel erzielte acht Tore für die BärenSaskia Fackel erzielte acht Tore für die Bären
Quelle: Kurpfalz Bären
Mit geknickten Köpfen schlichen die Bären am vergangenen Sonntag nach der unerwarteten Heimniederlage gegen Zwickau durch die Neurotthalle in Ketsch. Und ausgerechnet jetzt stand ihnen noch die weite Reise nach Norden bevor, wo sie gegen den souveränen Tabellenführer, dem Team von Buchholz 08-Rosengarten, als krasser Außenseiter galten. Hatten sie doch das Heimspiel gegen die Luchse mit 23:32 verloren und auch im später folgenden Pokalspiel nicht den Hauch einer Chance gehabt. Doch die Bären zeigten diesmal ihre Krallen. Am Ende fehlten zwar zwei Tore, um für eine faustdicke Überraschung sorgen zu können, doch das Bären-Team hatte sich "nach dem Winterschlaf" eindrucksvoll zurückgemeldet. Am Ende gewann Buchholz 08-Rosengarten gegen die Kurpfalz Bären mit 28:26 (13:13).

Bären-Coach Kate Schneider war stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft: "Heute haben wir wieder die Form gezeigt, die uns in der Vorrunde ausgezeichnet hat. Die Abwehr - vor der wieder einmal reaktionsschnellen Sabine Stockhorst im Tor - hat aufopferungsvoll gekämpft. Im Gegenstoß klappte die zweite Welle weit besser als in den letzten Spielen und im Angriff konnten wir wieder starke spielerische Akzente setzen. Das hat Spaß gemacht, den souveränen Tabellenführer an den Rand einer Niederlage zu bringen. Jetzt müssen wir gegen Beyeröhde nachlegen, um in der Spitzengruppe der Liga verbleiben zu können!"

Und in der Tat: Wären in der Phase nach Carmen Mosers Führungstreffer zum 19:20 (44. Minute) einige Flüchtigkeitsfehler vermieden worden, hätte Buchholz 08/Rosengarten große Mühe gehabt, eine Niederlage zu vermeiden. "Es war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Es war ein hartes Spiel, in dem uns unser Gegner durch sein schnelles Umschalt-Spiel vor Probleme gestellt hat. Zum Schluss bin ich glücklich, dass wir beide Punkte einfahren konnten", bilanzierte auch Luchse-Trainerin Tanja Logvin.

Schon zu Spielbeginn traten die Gäste aus Ketsch mit einer ganz anderen Körpersprache auf als zuletzt. Als Saskia Fackel in der achten Minute die erste Zwei-Tore-Führung zum 2:4 erzielte, ahnten die Zuschauer, dass die Luchse diesmal Schwerstarbeit zu verrichten hatten. Man merkte den Luchsen deutlich an, dass sie sich durch den Ausfall von Paula Prior neu finden mussten. Erschwerend kam hinzu, dass bei klarsten Torchancen die Überragende Sabine Stockhorst glänzend parierte und die daraus resultierenden Konter eiskalt verwertet werden konnten.

Dennoch konnten sich die Gäste in dieser Phase nicht entscheidend absetzen. In der 14. Minute gelang Johanna Heldmann mit dem 6:5 die erste Führung der Luchse. Aber auch das gab keine Sicherheit, denn in der hektischen Partie unterliefen beiden Mannschaften zahlreiche Abspielfehler und Fehlwürfe. 10 Minuten vor dem Halbzeitpfiff verwertete die starke Lena Feiniler ihre Chance am Wurfkreis zum 8:10-Zwischenstand. Die Führung wechselte häufig und irgendwie war es dann logisch, dass mit dem 13:13 die Seiten gewechselt wurden.

Bis dahin hatten auch Carmen Moser, Sophia Sommerrock und Elena Fabritz sehenswerte Aktionen geboten. Auch nach der Pause blieben die Bären auf Augenhöhe mit den Luchsen. Aber auch die zweite Halbzeit verlief nicht ruhiger. Es entwickelte sich eine unglaublich spannende Partie. Die Luchse experimentierten im Rückraum mit Laura Schulze und Johanna Heldmann abwechselnd in der Mittelposition, aber geprägt wurde das Spiel auf Seiten der Luchse von Kim Land und durch Saskia Fackel von den Kurpfalz Bären. Auch Umstellungen in der Abwehr vermochten häufig nicht den Schwung der Gäste entscheidend zu stoppen, zumal Sabine Stockhorst viele Großchancen der Luchse entschärfte und drei Siebenmeter parierte.

In der 35. Minute erzielte Evelyn Schulz mit dem 17:15 die erste 2 Tore Führung des Spitzenreiters, aber postwendend drehte der Tabellenzweite durch Saskia Fackels 19:19 und Carmen Mosers 19:20 das Spiel in der 43. Minute. Insgesamt dreimal gelang es den Bären, in Führung zu gehen, doch letztendlich gab Kim Land, die alles überragende Spielmacherin und Torschützin der Luchse, den Ausschlag zum knappen Heimsieg.

In dieser Phase nahm Trainerin Tanja Logvin auch eine Auszeit und stellte in der Abwehr für Saskia Fackel und später auch für Carmen Moser auf kurze Deckung um - ein kluger und Spiel entscheidender Schachzug, denn in der Folgezeit gelang den Luchsen bis zur 51. Minute durch Lynn Schneider (2 Tore), Kim Land (2 Tore) und Sarah Lamp ein 5:0-Lauf zur 24:20-Führung.

Die Zuschauer sahen ein typisches Spitzenspiel, in dem beide Mannschaften ihre Nervosität zeigten, es wurde sehr hart geführt und 5 Zeitstrafen für die Luchse und 7 für die Gäste mögen als Beleg dafür dienen, aber es war niemals unfair. Kim Land erwies sich mit klugen Pässen und 8 geworfenen Toren als unumstrittene Führungsspielerin. Melissa Luschnat zeigte in der Deckung eine tolle Leistung.