03.02.2018 21:37 Uhr - Champions League - dpa, PM THC

Thüringer HC unterliegt in der Champions League bei Buducnost Podgorica

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben die erste Niederlage in der Hauptrunde der Champions League kassiert. Beim ZRK Buducnost Podgorica unterlag das Team von Trainer Herbert Müller am Samstag mit 21:29 (12:15). Daran vermochte auch Iveta Luzumova mit acht Treffern nichts zu ändern. Der montenegrinische Meister zeigte sich in dieser Partie in allen Belangen überlegen und hatte mit Darly Zogby de Paula einen starken Rückhalt im Tor. Die meisten Treffer beim Sieger erzielte Djurdjina Malovic (7). Der THC hatte vier Niederlagen aus der Vorrunde mit in die Hauptrunde genommen, dann aber zum Start der zweiten Gruppenphase gegen Ligakonkurrent Bietigheim einen Sieg verbucht. Am nächsten Wochenende geht es vor heimischer Kulisse gegen Metz.

Auch wenn der THC seinen ersten Angriff sehr konzentriert ausspielte und Iveta Luzumova mit schönem Fernwurf das 1:0 markieren konnte, gehörte die Startphase den Gastgeberinnen: Djurdjina Malovic und Matea Pletikosic hatten schnell Ausgleich und eigene Führung erzielt.

Beim THC klemmte es im Angriff und die wenigen Wurfchancen wurden vergeben. Man spürte, dass mit Kerstin Wohlbold, die erkrankt die Reise nicht antreten konnte, der eigentliche Lenker an allen Ecken und Enden fehlte. Nach zehn Minuten hatte Buducnost eine 6:3 Führung erzielt - auch die erste Ansprache Herbert Müllers, in der er vor allem die fehlende Aggressivität in der Abwehr beklagte, brachte noch keine wirkliche Wende im Spiel der Thüringerinnen.

Nach 15 Minuten hatten zwei Treffer von Luzumova und Saskia Lang die Gäste wieder etwas näher heran gebracht, aber Buducnost führte da bereits komfortabel mit 10:5. Die routinierten Djurdjina Jaukovics und Milena Raicevic (vorm. Knezevic) führten ihre jungen Nebenleute im Team der Gastgeberinnen gut - die Wurfabschlüsse von Podgorica waren fast fehlerfrei - einzig Dinah Eckerle konnte zwei Strafwürfe entschärfen - auf der Gegenseite scheiterte aber auch Iveta Luzumova mit technischem Fehler und einer starken Abwehr von Darly Zogby de Paula von der Strafwurfmarke.

Die Abwehr des THC erlangte jetzt aber besseren Zugriff auf die gegnerischen Angreiferinnen und nach 20 Minuten hatte man auf 8:12 verkürzen können. Auch durch eine stark haltende Jana Krause im Tor kamen die Gäste weiter heran. Den fehlenden Druck aus dem Rückraum konnte Anika Niederwieser mit einem sehenswerten Fernwurftreffer zum 9:12 aber kurz vergessen lassen. Treffer der Gäste fielen weiterhin fast nur vom Kreis - wo aber jetzt zweimal Meike Schmelzer freigespielt werden konnte. Der Thüringer HC hatte jetzt besser ins Spiel gefunden, lag zur Pause beim 12:15 aber mit drei Treffern zurück.

Buducnost erzielte die ersten zwei Nachpausentreffer und der Rückstand war beim 17:12 wieder auf fünf Tore angewachsen. Anika Niederwieser machte jetzt mehr Druck im THC-Angriff und konnte nur durch Foulspiel gebremst werden. Doch auch dieses Mal blieb Zogby de Paula Sieger im Strafwurfduell. Die schnellen Ballpassagen der Gastgeberinnen machten der THC-Abwehr unterdessen immer wieder zu schaffen - dreimal erwies sich jetzt Jana Krause als Turm in der Schlacht - gegen die Würfe der starken Djurdjina Malovic, war sie dann doch machtlos: Nach 40 Spielminuten führte Podgorica wieder mit 20:14.

De Zogby im Buducnost-Gehäuse hielt fast alles, was auf ihr Tor kam. Saskia Lang scheiterte frei von Linksaußen, Gordana Mitrovic mit Strafwurf. Zwölf Minuten war den Gästen kein Treffer mehr gelungen - es war fast zwangsläufig, dass die Differenz nach dem verwandelten Strafwurf durch Milena Raicevic beim 24:14 dreizehn Minuten vor Spielende erstmalig zweistellig wurde. Herbert Müller nahm die Auszeit - sorgte mit der Umstellung auf 7 gegen 6 für ein Signal, was gleich Erfolg brachte.

Iveta Luzumova hatte Platz und traf. Im nächsten Angriff wurde Lydia Jakubisova glänzend freigespielt - ihren Heber konnte die in dieser Partie überragende de Paula fangen, was ihr zum wiederholten Mal Extra-Applaus von den Rängen brachte. Die Entscheidung im Spiel war längst gefallen, dem THC konnte es nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Aber Podgorica ließ in den Angriffsbemühungen nicht nach und hielt den Abstand zweistellig. Der THC kämpfte bis zur letzten Sekunden, schob die Differenz zurück unter die Zehn-Tore-Marke und setzte durch einen von Iveta Luzumova verwandelten Kempa einen sehenswerten Schlusspunkt zum 21:29-Endstand.

Buducnost Podgorica - Thüringer HC 29 : 21 (15:12)

Buducnost Podgorica:
Darly Zoqbi de Paula, Anastasija Babovic, Marta Batinovic; Dijana Ujkic 1, Djurdjina Jaukovic 5, Matea Pletikosic 3, Cristina Laslo, Djurdina Malovic 7, Sanja Premovic, Tatjana Brnovic 2, Nina Bulatovic, Ivona Pavicevic, Nikolina Vukcevic, Milena Raicevic 6, Itana Grbic 5.

Thüringer HC:
Jana Krause, Dinah Eckerle; Beate Scheffknecht, Saskia Lang 2, Meike Schmelzer 3, Anika Niederwieser 4, Macarena Aguilar Diaz 1, Iveta Luzumova 8, Gordana Mitrovic, Lydia Jakubisova 2, Josefine Huber, Patricia Batista da Silva 1.

Zuschauer: 1750. Strafwürfe: 5/3 - 8/4. Strafminuten 2/6

Schiedsrichter: Marek Baranowski/Bogdan Lemanowicz (POL).