02.02.2018 09:05 Uhr - Champions League - Roman Knabe, red

"Werden kämpfen bis zum Umfallen": THC muss bei Buducnost Podgorica ran

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Hans Joachim Steinbach
Drei Spiele in sieben Tagen - Stress ist angesagt bei den Damen des Thüringer HC. In der Champions League Hauptrunde wartet das erste Auswärtsspiel beim starken und erfahrenen montenegrinischen Meister Buducnost Podgorica, der aktuell mit vier Pluspunkten auf Platz 4 der Gruppe 2 rangiert. Anpfiff ist am morgigen Samstag um 19 Uhr.

Herbert Müller stahlt trotz müder Augen: "Es geht im wahrsten Sinne des Wortes rund. Allein die beiden Spiele gestern hatten so viel zu bieten - und die beiden Spitzenmannschaften der Liga hatten alle Hände voll zu tun. Das war gestern in Leverkusen zunächst eine ausgeglichene erste Halbzeit, weil wir in den ersten 20 Minuten in der Deckung keinen guten Zugriff auf den Leverkusener Angriff hatten. Beim 12:10 lassen wir dann ein paar gute Möglichkeiten aus und so geht es mit einem Remis in die Halbzeit. Was wir dann in Halbzeit zwei 25 Minuten lang gespielt haben, war der beste Handball im Jahr 2018. Das war mit den sieben gegen sechs richtig gut gemacht, Dinah hält gut und wir machen jedesmal ein Tor oder erspielen uns eine Torchance, das war wunderschön anzusehender Handball. So stelle ich mir Damenhandball vor", schwärmt Herbert Müller.

"Dann passieren aber in den letzten fünf Minuten wieder unglaubliche Dinge, wir werfen Bälle in die Hände der Gegenspielerin, lassen Siebenmeter und Nachwurf liegen ... Gut dass Patricia da Silva ihre Chance nutzt und richtig wichtige Tore wirft. Aber alles gut, wir haben zwei ganz wichtige Auswärtspunkte, haben die Tabellenspitze verteidigt und auch unser unmittelbarer Titelkonkurrent tat sich gestern schwer und ließ in Dortmund sogar einen Punkt liegen" resümiert der Trainer. Das Positive sind zwei gewonnene Punkte, 25 überragende Handballminuten, die Mannschaft hat der Drucksituation standgehalten, und Bietigheim hatte wohl unfassbar viel Glück.

Jetzt ist die Mannschaft mitten in den englischen Wochen und das fordert sie schon sehr. In der Nacht nach drei zurück, war am Donnerstagabend noch ein Training, Freitag um fünf Uhr morgens ging der Bus nach Frankfurt. Dann Flug nach Ljubljana, umsteigen und Weiterflug nach Podgorica. Spät am Abend Abschlusstraining und am Samstag dann das Spiel. Sonntagvormittag Rückflug. So ein Champions League Wochenende ist voll Stress. Aber wir freuen uns ungemein darauf, in der Champions League Hauptrunde zu spielen.

Mit Podgorica wartet auf den Thüringer HC ein "Großer" Damenhandballverein, der die Champions League schon zweimal gewonnen hat. Mit den gewonnenen Punkten gegen Bietigheim sind wir erst einmal in der Hauptrunde angekommen. Mal sehen, was jetzt noch geht. In Podgorica ist der THC krasser Außenseiter. Die Mannschaft ist heimstark, hat frenetisch anfeuernde Fans. Der Kader besteht fast nur aus montenegrinischen Nationalspielerinnen. Die Nationalmannschaft war immer hin bei der letzten WM im Viertelfinale.

"Trotz aller Reisestrapazen werden wir kämpfen bis zum Umfallen, um vielleicht den nächsten Schritt zu tun", meint Herbert Müller. Dabei sollen die Mädchen aber Spaß am Handball haben, "es gibt kein Druck, dort gewinnen zu müssen". Das wird eine unfassbar schwere Aufgabe. Die Mannschaft ist trotz Umbruch mit guten, jungen Handballerinnen besetzt, spielt eine aggressive, athletische Abwehr, wie man es sonst nur bei den Männern kennt. "Sie sind sehr körperbetont, physisch kompakt am Kreis, so etwas kannst Du schlecht verteidigen; mahnt Herbert Müller. Und dennoch hofft er darauf, dass der THC die Außenseiterrolle wahrnimmt, um vielleicht in der Gruppenmitte anzukommen.