01.02.2018 08:31 Uhr - 1. Bundesliga - Roman Knabe, red

Zwölf Tore von Luzumova - Thüringer HC zittert sich zum Auswärtssieg gegen stark kämpfendes Leverkusen

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC hat am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen einen Zittersieg gefeiert. Das Team von Trainer Herbert Müller setzte sich auswärts bei Bayer knapp mit 28:27 (13:13) durch und verteidigte die Tabellenspitze. Die Werkselfen ließen sich auch von einer Acht-Tore-Führung der Gäste nicht beeindrucken, kämpften sich ins Spiel zurück und boten dem Gegner bis zum Ende Paroli. Beim THC glänzte einmal mehr Iveta Luzumova, die zwölf Treffer - davon sieben Siebenmeter - erzielte. Für Leverkusen traf Anna Seidel sechs Mal (6/2).

Zweimal suchten die Leverkusenerinnen die eingelaufene Anna Seidel am Kreis und die bedankte sich mit zwei Treffern. Der THC konnte in der Anfangsphase zwar stets vorlegen, aber die Gastgeberinnen legten sofort nach. Die erste Chance zur Führung vergab Jenny Karolius frei vor Jana Krause, die mit einer Riesenparade aufwartete. (4:4 - 8.Minute) Schon im nächsten Angriff machte es Kim Berndt besser und wuchtete mit einem tollen Hüftwurf den Ball zur Leverkusener 5:4 Führung ins THC-Gehäuse.

Die Werkselfen spielten druckvoll mit hohem Tempo und legten jetzt ihrerseits vor. Ein verworfener Strafwurf von Iveta Luzumova und ein Lattentreffer der Tschechin sah die Gastgeberinnen weiter in Führung. 8:8 nach 15 Minuten und Herbert Müller hatte jetzt im Tor Dinah Eckerle gebracht. Doch vorerst war Leverkusen weiter erfolgreich - der Angriff spielte konzentriert und mit hoher Passsicherheit - es ging auf Augenhöhe weiter. Zivile Jurgutyte traf in Überzahl - Josefine Hubers Stoßen hatte ihr eine Zeitstrafe eingebracht. (9:9 - 18.Min) Das erste Mal konnte sich der THC nach einem durch Sally Potocky verworfenen Siebenmeter - stark reagiert von Dinah Eckerle, auf zwei Tore absetzen. (11:9) Zwei Treffer von Marija Gedroit und Anna Seidel brachten wieder den Gleichstand und nach einem gehaltenen Wurf von Rechtsaußen - da hatte Katja Kramarczyk mehrmals gut regagiert - gelang Kim Berndt das 13:12 für den TSV Bayer. Patricia Batista da Silva war es dann, die den letzten Vorpausentreffer zum leistungsgerechten 13:13 Halbzeitstand erzielte.

Iveta Luzumova eröffnete die zweite Hälfte mit einem Strafwurftreffer und Herbert Müller blieb danach beim Spiel 7 gegen 6 mit leerem Tor. Der Plan ging auf - die Gäste gingen wieder in Führung. Aber die Freude währte nicht lange. Aus der 16:13 Führung wurde schnell wieder ein 16:15. ( 35.Min) Die Elfen blieben dran. Aber dann kam ein Bruch ins Spiel der Gastgeberinnen - auch durch einige starke Reaktionen von Dinah Eckerle, die mit einem Traumpass Meike Schmelzer zum 18:15 aus Gästesicht bediente. Binnen fünf Minuten hatten die Leverkusenerinnen ihre Stärken vergessen, scheiterten ein ums andere Mal an der starken Dinah Eckerle.

In der 39.Minute hatte der THC sich mit dem 21:15 ein beruhigendes Polster erarbeitet und führte durch einen verwandelten Strafwurf von Beate Scheffknecht in der 44.Minute mit 24:16. Das Spiel schien gelaufen, doch jetzt stockte es im THC-Angriff. Lydia Jakubisova scheiterte zweimal nacheinander an Katja Kramarczyk - die Nationaltorhüterin blieb in diesem Duell heute klarer Sieger. Leverkusen bekam die "zweite Luft" und kämpfte sich zehn Minuten vor Spielende wieder auf 20:25 heran. Mit zwei ganz starken Paraden sorgte Vanessa Fehr, die zweite TSV-Torhüterin, für Stimmung unter den rund 200 Zuschauern.

Zuerst wehrte sie einen Strafwurf von Iveta Luzumova ab, dann sicherte sie auch noch den nachwurf von Saskia Lang. Rechtsaußen kam jetzt Patricia Batista da Silva zu längerer Einsatzzeit und ließ Kramarczyk zweimal keine Abwehrchance. Doch zwei Minuten vor dem Schlusspfiff änderte sich das Bild - offensive Bayer-Abwehr, Ballverlust THC und Treffer ins leere Tor. Dann Außentreffer von Kim Braun - wenige Sekunden vor Spielende stand es 27:28 und die Nerven lagen blank. Der THC zitterte sich bis zum Schlusspfiff und kann sich über zwei schwer erkämpfte Auswärtspunkte freuen.

THC-Trainer Herbert Müller: "Wir haben in der ersten Halbzeit in der Abwehr keinen Zugriff auf den Gegner bekommen, das klappte in der zweiten Hälfte besser. Dort haben wir zwanzig Minuten lang eine überragende Abwehr gespielt und uns auf acht Tore abgesetzt. Es wurde noch einmal eng, weil wir im Angriff klare Chancen versiebt haben und mussten so am Ende noch einmal bangen. Unser Ziel waren zwei Auswärtspunkte und das haben wir erreicht. Nun können wir als Außenseiter nach Podgorica reisen und werden dort alles geben, um in der Gruppe weiter vorwärts zu kommen."