29.01.2018 15:26 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Bremen muss am Ende "die Klasse von Kirchhof anerkennen"

Christin KühlbornChristin Kühlborn
Quelle: SG 09 Kirchhof
Sören Wennerlund hatte gut lachen. Der ehemalige Hallensprecher der SG 09 Kirchhof vertrat seinen Nachfolger Axel Hermann in der Partie gegen den SV Werder Bremen. Eigens aus Bensheim angereist, um nach dem 33:29 (15:13) in der 2. Handball-Bundesliga den erneut über 500 Fans stolz verkünden zu können: "Die zwei Punkte bleiben in Kirchhof".

Das darf getrost als Ansage an die Konkurrenz verstanden werden. Denn die Grün-Weißen haben damit fünf der jüngsten sieben Heimspiele gewonnen. Durch den Coup in Berlin ist?s in Summe ein Lauf mit 9:1-Punkten, der Kirchhof aus dem Keller auf den siebten Platz katapultiert hat. Und das muss längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Natürlich können wir träumen und schauen genau auf die Tabelle. Aber wir dürfen uns nicht zu sicher sein und haben immer auch einen Blick nach unten", sagt Christin Kühlborn. Die Kapitänin ist ein ganz wichtiger Gradmesser, der in der ausgeglichenen Liga den Unterschied zwischen Erfolg und knappen Niederlagen ausmacht.

40 Tore sind dem Eigengewächs in den fünf Spielen nach ihrer Verletzungspause gelungen. Eine unfassbar gute Quote für eine Außen. Auch, weil sie längst nicht mehr nur auf ihrer Position funktioniert. "Ich bin keine typische Linksaußen", weiß die auch defensivstarke 24-Jährige. Ihre ersten drei Treffer waren Einläufer - ebenso so sehenswert wie unwiderstehlich von links ins Zentrum und mit Wucht ins Netz. "Ich kann ins Risiko gehen, weil mit Hannah Grothnes noch ein hungriges Talent hinter mir wartet", betont Kühlborn und stellt das Kollektiv in den Fokus: "Wir arbeiten seit September hart für die Punkte. Wenn ich mal kein Tor werfe und wir gewinnen, ist das genauso gut." "Wir wurden immer wieder vor Probleme gestellt, die wir nicht lösen konnten. Vor allem in der Abwehr mussten wir die Klasse von Kirchhof anerkennen", gab Florian Marotzke fair zu.

Der Werder-Trainer musste sich für das Spiel bei der SG 09 Kirchhof einiges einfallen lassen. Neben Lotta Heinrich und Jennifer Börsen fiel mit Isabelle Dölle eine weitere Rückraumspielerin für das Duell mit den Hessinnen aus. Werder konnte das Spiel bis Mitte der zweiten Halbzeit zwar offen gestalten, musste sich am Ende aber mit 29:33 geschlagen geben. Insbesondere Diana Sabljak und Christina Kühlborn waren für die Bremer-Abwehr kaum zu stoppen und erzielten jeweils 10 Tore. Bei Bremen waren Merle Heidergott mit sieben und Lena Thomas mit sechs Toren die erfolgreichsten Torschützinnen.

Den Torreigen eröffneten die beiden Toptorschützinnen der Teams, Diana Sabljak markiert das 1:0 für die Gastgeber und Merle Heidergott erzielte das erste Tor für die Bremerinnen. Bis zum 5:4 (9.) durch Heidergott blieb die Partie ausgeglichen, dann gelang es Kirchhof sich auf drei Tore abzusetzen und Werder-Trainer Florian Marotzke griff das erste Mal zur grünen Karte. Das Time-Out zeigte aber nicht die erhoffte Wirkung, denn durch Treffer von Christina Kühlborn und Sabljak baute Kirchhof die Führung auf 10:5 (15.) aus. Werder kam nun aber besser in die Partie und ließ in den nächsten sieben Minuten nur einen Gegentreffer zu. Dadurch kamen die Grün-Weißen von der Weser durch Lena Janssens auf 11:10 (22.) heran und ging beim 12:13 (26.) ebenfalls durch Janssens erstmals in Führung. Die Führung hielt aber nicht lange, nach einer Zeitstrafe gegen Nele Osterthun, konnte sich Kirchhof ein 15:13-Pausenführung herausspielen.

Im zweiten Durchgang konnten die Gastgeberinnen zunächst auf 19:15 (34.) ausbauen, doch Werder war beim 19:19 (39.) durch Lena Thomas wieder voll drin im Spiel. Die Führung wollte den Bremerinnen aber nicht gelingen, Kirchhof nahm wieder das Zepter in die Hand und erarbeitete sich beim 26:22 (47.) wieder eine kleine Führung. Der SVW fand nicht das passende Mittel, um noch einmal zu verkürzen und eine Wende einzuleiten. Kirchhof gewann das Spiel am Ende mit 33:29 und bleibt damit das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage. Die Bremerinnen bleiben auf dem 6. Tabellenplatz und setzen in der kommenden Woche wieder auf ihre Heimstärke.