21.01.2018 12:02 Uhr - 1. Bundesliga - Stephanie Lapp, PM Vereine, dpa

Über Kampf zum Sieg: Thüringer HC setzt sich gegen Dortmund durch

Am Ende setzte sich der THC durchAm Ende setzte sich der THC durch
Quelle: Franziska Braun, THC


Nadja Mansson im AngriffNadja Mansson im Angriff
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Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC sind am Samstag in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Das Team von Trainer Herbert Müller HC erkämpfte sich am 11. Spieltag gegen Borussia Dortmund einen 28:24 (15:13)-Heimerfolg und verteidigte die Tabellenführung. "Alles, was heute wichtig war, das waren die zwei Punkte. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen", lobte Müller. Iveta Luzumova (11/5) war erfolgreichste THC-Werferin. Nadja Mansson erzielte mit acht Toren die meisten Treffer für den BVB, der mit 11:11 Punkten auf dem achten Platz rangiert.

Beide Teams konnten ihren ersten Angriff nicht verwerten. Virag Vaszari erzielte in der zweiten Spielminute das 1:0 für die Gäste, im Gegenzug konnte Saskia Lang den Ausgleich erzielen. Dortmund konnte zunächst weiter vorlegen. Der Thüringerinnen taten sich über die gesamte Spielzeit schwer im Angriff. Als der BVB das 4:2 erzielte, zog Trainer Herbert Müller die Notbremse und nahm bereits nach sechs Minuten seine erste Auszeit.

Die Gäste konnten durch einen verwandelten Strafwurf von Svenja Huber auf 5:2 erhöhen. Iveta Luzumova verkürzte mit zwei Treffern zum 4:6. Die sonst so stabile Abwehrspieler des Thüringer HC zeigte in der Anfangsphase große Lücken. Fast jeder Angriff der Gäste führte zum Torerfolg. In der 15. Spielminute konnte Beate Scheffknecht aus dem Rückraum den 6:8 Anschlusstreffer erzielen. Im Tor wurde Jana Krause für Dinah Eckerle eingewechselt, sie parrierte gleich den ersten Wurf auf ihr Tor.

Iveta Luzumova erzielte den Anschlußtreffer zum 7:8 und brachte den Vizemeister auf ein Tor heran. Die Tschechin erzielte durch einen verwandelten Strafwurf den Ausgleich (8:8 - 17. Minute). Die Thüringerinnen waren nun besser in der Partie. Vor allem die Abwehr hatte sich stabilisiert. Iveta Luzumova drehte nun richtig auf. Sie ging immer wieder ins Eins-gegen-Eins und verwandelte die Strafwürfe sicher. So auch beim 10:9, holte sie im Eins-gegen-Eins den Strafwurf herraus und verwandelte diesen sicher zur ersten THC-Führung (20. Minute).

Dortmund ließ sich dadurch nicht verunsichern. Durch einen Doppelschlag wechselte die Führung erneut. Die Partie hatte sich zu einem echten Kampfspiel entwickelt, bei dem beide Mannschaften auf Augenhöhe agierten. Jana Krause zeigte eine klasse Leistung und parrierte einige Male sehenswert. Beim 12:11 durch Saskia Lang wechselte die Führung erneut. Kapitänin Kerstin Wohlbold konnte von Linksaußen auf 13:11 erhöhen. Gäste Trainerin Ildiko Barna bat daraufhin ihre Mädels zum Gespräch (26. Minute). In die Kabine gingen die Teams mit einer 15:13 Führung für den Gastgeber.

Der Thüringer HC konnte seine Führung weiter ausbauen, obwohl Iveta Luzumova mit einem Strafwurf an Clara Woltering scheiterte. Lydia Jakubisova traf aus spitzem Winkel zum 17:13. Jana Krause vernagelte das THC-Tor. Nach 39 Spielminuten führten die Thüringerinnen mit 19:14. Die Gäste nahmen ihre zweite Auszeit. den zweiten Strafwurf konnte Iveta Luzumova nicht im Gästetor unterbringen. Annamaria Ferenczi parrierte stark (41. Minute).

Dortmund war im Spiel zurück. Nadja Mansson verkürzte aus dem Rückraum auf 16:19. Doch auf die kurze Aufholjagd hatte der Gastgeber die passende Antwort. Beate Scheffknecht und Lydia Jakubisova erhöhten erneut auf 22:17 (44. Minute). In der 47. Minute verwarf Beate Scheffknecht von der Strafwurflinie. Zwei Minuten später nahm Herbert Müller sein zweites Team Timeout, auch um das Spiel zu beruhigen. Der Angriff der Thüringerinnen war ins Stocken geraten. Großchancen wurden reihenweise verworfen. In der 50. Minute konnte Iveta Luzumova wieder einen Strafwurf verwandeln, das 23:19.

Dortmund gab sich nicht auf und kämpfte weiter um den Anschluss. Beim Stand von 23:20 parierte Dinah Eckerle einen Strafwurf von Svenja Huber. Die Gäste blieben im Ballbesitz und Nadja Mansson verkürzte mit einem Rückraumkracher auf 21:23. Damit war die Führung auf zwei Tore zusammen geschmolzen. Auf der Gegenseite erzielte Iveta Luzumova beim 24:21 ihr 100. Saisontor. Dortmund hielt weiter dagegen. Der THC, und allen voran Beate Scheffknecht behielten aber die Nerven: Bei angezeigtem Zeitspiel erzielte die Rückraumschützin zwei wichtige Treffer. Iveta Luzumova traf in der 59. Spielminute zum 27:23. Damit war die Partie entschieden. Am Ende siegte der Thüringer HC verdient mit 28:24.

"Glückwunsch an meine Mannschaft", erklärte Ildiko Barna nach Spielende. Die Dortmunder Trainerin erklärte: "Sie hat einen tolle Leistung und großen Kampfgeist gezeigt. Sie haben dem THC alles abverlangt. Ich bin enttäuscht, dass am Ende kein Punkt für uns rausgekommen ist. Wir müssen den Kopf oben behalten und vielleicht die Sensation in Bietigheim schaffen." Auch Andreas Bartels aus dem Abteilungsvorstand des Ballspielvereins lobte die Leistung seines Teams"Wir haben über weite Strecken ein richtig gutes Spiel abgeliefert und eine richtig gute Mannschaftsleistung gezeigt. Am Ende konnten wir den Rückstand, zu dem es Anfang der zweiten Halbzeit kam, leider nicht mehr aufholen."

Herbert Müller zeigte sich erleichtert: "Alles was heute gezählt hat, sind die zwei Punkte. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Mit der Abwehr bin ich zufrieden. Was wir zur Zeit verwerfen ist unglaublich, allein drei Strafwürfe. Aber so ein Kampfspiel war genau richtig, um wieder in die Spur zu kommen. Das Spiel hätten wir schon ein wenig früher für uns entscheiden können. Jana Krause hat heute Klasse gehalten, ihr gilt mein besonderes Lob. Aber besonders hervorheben muss ich heute eine Spielerin des Gegners, auch wenn sie immer unser Mädel bleiben wird. Was Nadja Mansson heute geworfen hat, war absolute Weltklasse."