21.01.2018 11:19 Uhr - 1. Bundesliga - Göttler, PM NSU

Krimi: Gerechtes Unentschieden im Derby zwischen Neckarsulm und Göppingen

Maike Daniels setzte den Ausgleich von der SiebenmeterlinieMaike Daniels setzte den Ausgleich von der Siebenmeterlinie
Quelle: NSU
In einem wahren Handballkrimi erkämpft sich die Neckarsulmer Sport-Union am Samstagabend gegen Frisch Auf Göppingen ein verdientes 25:25-Unentschieden. Wenige Sekunden vor Ende gleicht Maike Daniels per Siebenmeter aus und sichert der NSU damit einen wichtigen Punkt im Derby der Handball Bundesliga Frauen. Beste Torschützinnen waren auf Neckarsulmer Seite dabei Maike Daniels und Lena Hoffmann. Für Frisch Auf war Michaela Hrbkova vor 1.150 Zuschauern insgesamt neunmal erfolgreich.

Schon vor dem Anpfiff gab es eine besonders positive Nachricht für die Neckarsulmerinnen, nachdem in den letzten vor allem im Tor das Verletzungspech zugeschlagen hatte. Ann-Cathrin Giegerich gab nach dem Aufwärmprogranm nach erneuten Knieproblemen im Vorfeld grünes Licht und sollte vor allem gegen Ende der Partie wieder eine wichtige Rolle spielen.

Zu Beginn suchte die Sport-Union gegen selbstbewusste Frisch Auf Frauen, die fünf Spiele in Folge siegreich waren, häufig noch überhastet über Mette Gravholt am Kreis den Weg zum Tor und lag zunächst mit 1:4 im Hintertreffen. Doch Neckarsulm lässt Frisch Auf nicht weiter enteilen, kämpfte sich wieder ran und kann nach elf Minuten den Ausgleich durch Luisa Gerber bejubeln.

Lediglich Prudence Kinlend, die das Spiel auf 6:9 für die Gäste drehte, war für Neckarsulm in der guten Defensive schwer zu halten. Doch erneut egalisierte die NSU den Rückstand und erarbeitete sich durch Linda Mack sowie Lena Hoffmann beim 14:12 die erste Führung des Spiels. In den letzten Minuten vor der Pause kam der blau-weiße allerdings etwas Angriffsmotor ins Stottern, weshalb bis zum 14:15-Halbzeitstand ohne eigenen Treffer die mögliche Führung vergeben wurde.

"Wir konnten das Tempo zu Beginn nicht so wie gewollt durchziehen, obwohl Göppingen in Angriff und Abwehr immer wieder gewechselt hat. Wir haben dann nach unserer Auszeit Gas gegeben, hatten bis fünf Minuten vor der Halbzeitpause eine starke Phase. Leider verlieren wir dann spielerisch den Faden und geraten demzufolge auch noch den Rückstand vor der Pause", analysierte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic die erste Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel änderte die Sport-Union mit der Hereinnahme einer siebten Feldspielerin am Kreis das Angriffskonzept und kam zusätzlich mit mächtig Feuer aus der Kabine. Aus dem 14:15 machten Maike Daniels und Luisa Gerber direkt eine Neckarsulmer 17:15-Führung und nach zwei Göppinger Toren in Folge blieb die NSU cool. Bis zur 52. Minute behielten die Gastgeberinnen mit einer knappen Führung das Zepter in der Hand, verpassten es aber, sich weiter als mit zwei Toren abzusetzen.

Das rächte sich, denn acht Minuten vor dem Ende drehte Göppingen das Ergebnis wieder zu seinen Gunsten und schien beim 22:24 entscheidend davon zu ziehen. Aber erneut kämpfte sich die NSU nach einer Auszeit wieder an die Gäste ran und Ann-Cathrin Giegerich sicherte mit mehreren Paraden in der packenden Schlussphase den Ball zur möglichen Führung. Im Angriff vergab die NSU eine Minute vor dem Ende aber die Chance auf den Führungstreffer und kassierte durch die numerische Überlegenheit direkt den Treffer zum 24:25. Das Unentschieden ließen sich aber die Neckarsulmerinnen nicht nehmen, denn Maike Daniels sicherte Sekunden vor der Schlusssirene per Siebenmeter den verdienten Punktgewinn.

"In der Halbzeitpause haben wir uns für die taktische Variante 7 gegen 6 entschieden und wussten, dass Göppingen dann mit der 6:o-Deckung eine ungeliebte Abwehr spielen müssen. Und ich finde, dass die Mannschaft das dann super umgesetzt hat und sich diszipliniert viele gute Chancen heraus gearbeitet. Wir sind dadurch sicherer in der Abwehr gestanden und es waren letztendlich die Kleinigkeiten, die den Spielausgang hätten in beiden Richtungen entscheiden können. Mit einem Punkt können wir am Ende auch gut leben, obwohl uns zwei mit Sicherheit lieber gewesen wären", so Hadzimuhamedovic weiter, der durch die erneute Pause nun zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung auf das nächste Heimspiel gegen Oldenburg (3. Februar, 18:00 Uhr Ballei) hat.