08.01.2018 11:50 Uhr - 1. Bundesliga - Bernd Teuber, fcb, red

Niels Bötel: "Wir müssen uns deutlich steigern"

Niels BötelNiels Bötel
Quelle: Thorsten Helmerichs
Es läuft derzeit einfach nicht rund bei Handball Bundesligist VfL Oldenburg. Im dritten Spiel in Folge verließen die Grün-Weißen beim Gastspiel in Göppingen am heutigen Samstag die Halle als Verlierer. Wie schon in den Spielen zuvor war auch bei der 22:30 Niederlage im Schwabenland die schlechte Chancenverwertung einer der entscheidenden Punkte für die Niederlage.

Allein in der ersten Halbzeit scheiterten die VfL-Frauen dreizehn Mal aus freier Wurfposition sechs Meter vor dem Frisch Auf Tor. Hinzu kamen sieben technische Fehler, so dass die Gastgeberinnen all zu oft zu leichten Toren kommen konnten. Zudem musste Niels Bötel auf Simone Spur Petersen verzichten, die an einer Fußverletzung laboriert. Damit standen dem VfL-Trainer nur noch drei seiner fünf etatmäßigen Rückraumspielerinnen zur Verfügung. So kam es, dass zwischenzeitlich Kim Birke auf ungewohnter Position im Rückraum agieren musste damit Angie Geschke, Malene Staal und Julia Wenzl ihre Ruhezeiten nehmen konnten. "Wenn zweidrittel unserer Angriffe in der ersten Halbzeit nicht im Tor landen wird es schwierig zu gewinnen. Nach der Pause haben wir dann gemerkt, wie kräftezehrend es ist gegen solch eine offensive Abwehr, so dass wir es nicht mehr geschafft haben den Rückstand wieder aufzuholen", konnte Bötel nicht zufrieden sein mit der Wurfquote seiner Spielerinnen in der ersten Halbzeit.

Dabei hatte das Spiel zunächst gar nicht mal so schlecht begonnen für die Gäste. Kaum war eine Minute gespielt brachte Malene Staal ihr Team mit 1:0 in Führung. Zwar konnte Göppingen bereits nach neun Sekunden den Ausgleich erzielen, aber es sollte bis zur fünften Minute dauern bevor die Gastgeberinnen erstmals in Führung gehen konnten. In der ersten viertel Stunde sahen die 1615 Zuschauer in der EWS-Arena ein ausgeglichenes Spiel in dem der VfL immer wieder einen Rückstand ausgleichen konnte. Acht torlose Minuten der Gäste nutzte Frisch Auf dann aber um auf 16:8 davonzuziehen. Ein Rückstand von dem sich der VfL nicht mehr erholen sollte. Mit einem 9:16 Rückstand aus Sicht der Oldenburgerinnen ging es dann auch in die Pause.

Keine zwei Minuten waren in Umgang Zwei gespielt da war der Rückstand bereits auf zehn Tore angewachsen. Wenig später lag Göppingen sogar mit 21:11 vorne. Aber abschlachten lassen wollten sich die Gäste nun auch nicht. Mitte der zweiten dreißig Minuten hatte man sich dann wieder auf 14:21 herangekämpft. So sollte es auch in den letzten fünfzehn Minuten weitergehen. Göppingen baute die Führung auf zehn Tore aus und der VfL kämpfte sich mit 2-3 Toren in Folge wieder heran. So auch zwanzig Sekunden vor dem Ende. Da führten die Gastgeberinnen mit 30:20. Jane Martens und Angie Geschke sorgten innerhalb von 17 Sekunden für den 22:30 aus Sicht des VfL. Solch eine Torquote hätte sich Bötel sicherlich gerne schon früher im Spiel gewünscht. "Am Mittwoch im Pokal in Buchholz ist hoffentlich Simone wieder dabei und die Mädels sehen das heutige Spiel als zusätzliche Motivation gegen Rosengarten den Sprung ins Final Four zu schaffen", so Bötel.

"Glückwunsch nach Göppingen, verdienter Sieger heute. Wir haben 12 komplett Freie und einige Siebenmeter vergeben. Dann ziehen sie mit sieben weg. Das war schwer aufzuholen. Wir müssen nun zuhause gegen Bad Wildungen sehen, dass wir unsere freien Chancen sehen. Gegen Leverkusen sind wir am Ende, nach einem ähnlichen Spiel, noch einmal rangekommen. Das war heute nicht der Fall. Mit nur drei Rückraumspielern wird es auch im Pokal nicht leicht. Wir müssen uns deutlich steigern, um am Mittwoch bei der SG Rosengarten ins Final Four einzuziehen", so das Fazit von Niels Bötel.

Aleksandar Knezevic freute sich über den Erfolg seiner Mannschaft: "Wir haben am Ende mit acht Tore gewonnen und haben auch die zweite Halbzeit für uns entschieden. Wir haben hinten wieder überragend gestanden. Es kostet viel Kraft, deswegen kann ich verstehen, dass am Ende ein paar Fehler passieren und wir im Angriff schlechter agieren als im ersten Durchgang."

"Alle haben viel investiert. Es war das vierte Spiel binnen 14 Tagen. Nun kommt eine zweiwöchige Pause. Die wird vor allem Alexandra Sviridenko guttun, die neben dem Handball Vollzeit arbeitet. Ich war heute wieder begeistert, was für ein gutes Auge sie hat. In Neckarsulm gilt ´Neues Spiel, neues Glück`. Sie haben eine gute Mannschaft und auswärts ist es nie leicht, aber wir haben in Leverkusen und bei der TuS Metzingen gewonnen und wollen auch dort zeigen, was wir drauf haben", ergänzte Knezevic.