03.04.2007 10:01 Uhr - 1. Bundesliga - Christopher Monz und dpa

Maren Baumbach wechselt zum FC Kopenhagen – Silke Meier zieht es nach Leverkusen

Maren BaumbachMaren Baumbach
Quelle: sportseye.de
Bundesligist DJK/MJC Trier hat das Tauziehen um seine Spielmacherin Maren Baumbach verloren. Die deutsche Nationalspielerin teilte den Verantwortlichen der Miezen mit, dass sie ihren auslaufenden Vertrag an der Mosel nicht verlängern wird und genau wie zahlreiche ihrer Nationalmannschaftskolleginnen aus der Bundesliga im kommenden Sommer nach Dänemark wechseln wird - gemeinsam mit der Leverkusenerin Nadine Krause wird sie dann für den FC Kopenhagen auflaufen. Verlassen wird Trier auch Nationalspieler Silke Meier, die es nach Leverkusen zieht. Verlängert haben ihre Verträge unterdessen die tschechischen Außen Roubinkova und Arnosova.

Silke MeierSilke Meier
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Baumbach trifft in Kopenhagen auf ihre Nationalmannschaftskollegin Nadine Krause, die im Sommer von Bayer Leverkusen ebenfalls nach Dänemark wechseln wird, somit spielen zwei der besten deutschen Handballerin nächste Saison gemeinsam in Dänemark. "Die Entscheidung Trier zu verlassen war eine der schwersten im Leben für mich. Ich habe mich in hier super wohl gefühlt und werde viele Freunde hier zurücklassen. Gleichzeitig freue ich mich aber auch auf die neue Herausforderung. Die dänische Liga ist die stärkste Liga der Welt, hier möchte ich mich beweisen, zudem hat Kopenhagen für die Zukunft große Ziele, und ich möchte mithelfen diese zu verwirklichen", so Baumbach.

Durch den Wechsel von Nadine Krause erhofft sich Baumbach zudem eine leichtere Eingewöhnungszeit in ihrer neuen Heimat. "Ein neues Land, eine neue Sprache, viel wird auf mich hinzukommen. Nadine kenne ich schon sehr lange und wir haben bereits in der Jugend zusammengespielt, das wird die Anfangszeit für uns beide einfacher machen." Kopenhagens Cheftrainer Thomas Hylle zeigte sich auf der heutigen Pressekonferenz von seinen Neuzugängen begeistert. "Mit Maren Baumbach und Nadine Krause haben wir die zwei besten Spielerinnen Deutschlands verpflichtet. Maren ist noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung und bereits jetzt eine großartige Spielerin."

Nach dem Abgang von Anja Althaus nach Viborg verlieren die Miezen somit eine weitere Spielerin nach Dänemark. "Maren wird uns nicht nur sportlich fehlen, auch menschlich hinterlässt ihr Abgang eine große Lücke", so Miezen Vorstand Martin Rommel, der gleichzeitig betonte, "dass wir ihren Wunsch sich in der stärksten Liga der Welt zu beweisen natürlich nachvollziehen können. Dazu spielen die dänischen Clubs im Vergleich mit Deutschland leider auch wirtschaftlich in einer anderen Liga."

Mit Silke Meier verlieren die Miezen zur neuen Saison zudem auch ihre letzte deutsche Nationalspielerin. Die dienstälteste Mieze bleibt aber der Bundesliga erhalten und wechselt im Doppelpack mit Mitspielerin Laura Steinbach zu Ligarivalen Bayer Leverkusen, bei dem Meier einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. "Die Entscheidung Trier zu verlassen ist mir sehr schwer gefallen, ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt, sonst wäre ich sicher auch nicht so lange geblieben. Doch nach sieben Jahren im Miezen Trikot ist es einmal Zeit für einen Tapetenwechsel. Bayer Leverkusen bietet mir neben der sportlichen auch eine Neue berufliche Herausforderung", so die Nationalspielerin.

Den zwei Abgängen stehen allerdings auch zwei Vertragsverlängerungen bei den Miezen gegenüber. Mit Simona Roubinkova und Jana Arnosova bleibt die tschechische Flügelzange den Miezen erhalten. Die beiden Nationalspielerinnen verlängerten ihre auslaufenden Verträge jeweils um zwei Jahre. "Ich fühle mich in Trier sehr wohl und möchte auch in Zukunft noch viel mit den Miezen erreichen. Es ist traurig, dass uns so viele Spielerinnen verlassen, aber das spricht auch wieder für die Qualität des Handballs in Trier. Die Vertragsverlängerung von meiner Landsfrau und Freundin Jana Arnosova, die sich trotz zahlreicher anderer Angebote für einen Verbleib in Trier ausgesprochen hat, hat mich auch gestärkt meinen Vertrag zu verlängern", so Simona Roubinkova, die derzeit ihren bei der Nationalmannschaft zugezogenen Kreuzbandriss auskuriert. "Ich hoffe ich stehe bald wieder auf dem Feld und kann der dann neuen Mannschaft auch durch meine Erfahrung helfen auch in Zukunft eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen. Trotz der Abgänge von unseren Leistungsträgern ist mir nicht Bange um die Zukunft", so Roubinkova abschließend.

Weiterhin hat sich auch die sportliche Zukunft von Alexandra Gräfer geklärt. Die 28-jährige Nationaltorhüterin, die aus privaten Gründen ihren Wohnsitz von Trier nach Ulm verlagern wird, wird in Zukunft für den kommenden Zweitligisten Frisch Auf Göppingen spielen, handball-world.com berichtete bereits. Die 62-fache Nationalspielerin unterschrieb bei den Schwaben einen Zweijahresvertrag wie der Club am Randes des letzten Heimspiels und dem verbundenen Abstieg aus der ersten Liga am vergangenen Wochenende nach der Niederlage gegen den HC Leipzig mitteilte.

"Wir wussten, dass es einen Umbruch geben würde, haben allerdings nicht mit einem so großen Aderlass gerechnet", sagt Vorstandsmitglied Martin Rommel, dessen Hauptaufgabe es zunächst ist, einen neuen Trainer zu finden. Im Januar gab der Verein bekannt, dass der Vertrag mit Coach Mane Skercevic (seit Dezember 2005 in Trier) nicht verlängert wird. "Wir hatten auf eine schnelle Lösung gehofft", sagte Rommel, der national und international mit zahlreichen Kandidaten sprach. Zuletzt war mit Herbert Müller, dem Trainer des aktuellen Bundesliga-Tabellenführers 1. FC Nürnberg, verhandelt worden, dessen Klub in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Müller zieht es nach Trierer Vereinsangaben allerdings vor, in Franken zu bleiben.

"Wir haben noch drei potenzielle Kandidaten an der Hand", sagte Rommel, der zudem ankündigte, "fünf bis sechs neue Spielerinnen für die neue Saison" zu verpflichten. Bisher einziger Neuzugang ist die Nachwuchsspielerin Kira Eickhoff vom Zweitligisten Allensbach. Auch daher bauen die "Miezen" auf den eigenen Nachwuchs: Wegen der aktuellen Verletzungsnot stehen seit Wochen bereits zwei 16-jährige Jugend-Nationalspielerinnen aus der Regionalliga-Mannschaft im Bundesliga-Kader.