31.12.2017 18:00 Uhr - 1. Bundesliga - chs

HBF kompakt: THC baut Tabellenführung aus - Bietigheim, Dortmund und Blomberg klettern

Lydia JakubisovaLydia Jakubisova
Quelle: Franziska Braun
Der Thüringer HC hat kurz vor dem Jahreswechsel seine Tabellenführung noch einmal ausgebaut. Der THC profitierte dabei von der Niederlage der TuS Metzingen, die hinter Bietigheim auf Rang 3 zurückfiel. Nach oben ging es auch für Borussia Dortmund und die HSG Blomberg-Lippe. Im Tabellenkeller hingegen gab es keine Veränderung, auch bedingt durch die Punkteteilung zwischen Nellingen und Bensheim/Auerbach. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe von zwei Mannschaften, die beide um den Klassenverbleib kämpfen. Jetzt haben wir eine Punkteteilung, es ist also nicht passiert und das ist das Positive, was wir mitnehmen müssen", so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, dessen Mannschaft weiterhin einen Punkt Rückstand auf das rettende Ufer hat.

"Es war ein standesgemäßes Ergebnis", musste Rödertal-Trainer Karsten Knöfler nach der 14:31-Niederlage beim Thüringer HC einräumen und ergänzte. "Am Anfang ist eine Sinnflut über uns hineingebrochen. Es war ein Klassenunterschied zu sehen. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen. Wir kriegen es noch nicht hin, einfachere Tore zu erzielen", so Knöfler weiter, während THC-Coach Herbert Müller analysierte: "Es war uns wichtig, gut ins Spiel rein zu kommen. Bensheim gegen Bietigheim war eine Warnung. Ein Kompliment an meine Mannschaft, 48 Stunden nach dem schweren Spiel in Buxtehude so einen Start in dieses Spiel hinzulegen. Abwehr und Torhüter waren wieder super. Mir fehlt noch, dass wir die klaren Chancen nutzen. Gerade in der ersten Welle hat uns Rödertal mit kluger Rückzugsbewegung zu vielen Fehlern verleitet."

Rödertal bleibt mit 0 Pluspunkten Schlusslicht, der Thüringer HC hingegen baute mit dem Sieg seine Bilanz auf 18:0 Zähler aus und besitzt nun drei Punkte Vorsprung auf die SG BBM Bietigheim. Der Deutsche Meister besiegte den Buxtehuder SV mit 26:21 (14:12). "Was die Mädels geleistet haben ist unglaublich. Wie unser Team gegen eine Topmannschaft wie Buxtehude aufgetreten ist, war super. Ich denke wir können das Jahr nicht besser beenden", freute sich BBM-Coach Martin Albertsen.

Beim Sprung auf Platz zwei profitierte Bietigheim auch von der 28:32-Niederlage der TuS Metzingen vor 5.740 Zuschauern gegen Frisch Auf Göppingen. "Wir haben in den ersten zehn Minuten das Spiel gemacht, das wir uns vorgenommen hatten. Danach hat die Aggressivität immer mehr abgenommen. In der zweiten Halbzeit war dann keine Aggressivität in der Deckung mehr da, weswegen wir 19 Gegentore bekommen haben", resümierte Metzingens Trainer Rene Hamann-Boeriths und Göppingens Coach Aleksandar Knezevic erklärte: "Ich bin einfach stolz auf meine Spielerinnen. Sie haben alles gegeben. Es ist unser vierter Sieg seit der Weltmeisterschaft. Das war längst nicht abzusehen, da wir mit Blessuren zu kämpfen und zum Teil zu neunt durchspielen mussten. Doch meine Mannschaft hat heute gezeigt, welche Kräfte sie mobilisieren kann. Unsere Abwehr war einfach großartig und der Schlüssel zum Sieg."

An Buxtehude vorbeigeschoben hat sich Borussia Dortmund mit einem 27:21-Sieg über die Neckarsulmer Sport-Union. Der BSV hat allerdings noch eine Nachholpartie in Blomberg zu absolvieren. "Kompliment an meine Mannschaft, dass sie ihre Führung über die gesamte Partie nicht aus der Hand gegeben hat und die Partie nicht noch einmal eng wurde", freute sich Dortmunds Trainerin Ildiko Barna und ergänzte: "Neckarsulm kam dann über ihr gutes Kreisläuferspiel noch einmal heran, aber wir sind ruhig geblieben und haben immer unsere Tore erzielt."

Auf den Plätzen sechs bis acht haben jeweils drei Mannschaften 10:8 Zähler. Neben Frisch Auf Göppingen sind dies auch der VfL Oldenburg und Bayer Leverkusen. Die Werkselfen triumphierten auswärts im direkten Vergleich mit 31:29 und VfL-Coach Niels Bötel musste einräumen: "Leverkusen hat verdient gewonnen. Wir haben zeitweise zu viele technische Fehler gemacht und zu oft frei vor dem Tor verworfen. Kämpferisch bin ich voll und ganz mit dem Team zufrieden." "Wir sind von Beginn an abgegangen wie Schmidts Katze und haben taktisch sehr diszipliniert gespielt, hatten aber auch einige glückliche Würfe dabei. Das Spiel war bis zum Ende hart umkämpft und wir waren abwehrtechnisch am Ende platt. Das hat vor allem Angie Geschke mit ihren überragenden Fähigkeiten ausgenutzt", so das Fazit von Elfen-Trainerin Renate Wolf.

Das Punktekonto vor dem Jahreswechsel ausgeglichen hat die HSG Blomberg-Lippe mit einem klaren 31:22 (16:10) über die HSG Bad Wildungen Vipers, das dadurch auf Rang 10 hinter den Lipperinnen zurückfiel. "Wir waren im Abschluss schwach. Blomberg hat viel konsequenter als wir agiert", so Blombergs Trainerin Tessa Bremmer. "Wir konnten uns im Vergleich zum Rödertal-Spiel deutlich steigern und haben bereits in der ersten Halbzeit flüssig kombiniert und einige schöne Tore erzielt. Außerdem stand unsere Abwehr mit einer guten Torhüterin Anna Monz sehr sicher", so Blombergs Trainer Andre Fuhr, der den Blick auf die kommenden Derbys richtete: "Ich freue mich, dass wir uns im Mittelfeld etabliert haben. Jetzt darf man den Blick auch einmal etwas weiter nach oben richten und da warten jetzt mit Dortmund und Leverkusen zwei Gegner auf uns, gegen die wir auch etwas Zählbares holen wollen."

Ein richtiger Nervenkrimi war hingegen das Kellerduell zwischen dem TV Nellingen und der HSG Bensheim/Auerbach, wo am Ende Youngster Lena Degenhardt mit ihrem achten Treffer kurz vor Schluss den Schwaben Hornets das 30:30-Unentschieden rettete und dafür sorgte, dass der TVN auf einem Nichtabstiegsplatz ins neue Jahr geht. "Für uns ist es ein verlorener Punkt, weil wir uns vorgenommen haben, zwei Punkte zu holen und wir eine Minute vor Schluss noch mit zwei Toren geführt haben. Am Mittwoch gegen Bietigheim lagen wir mit zwei Toren hinten und haben sie noch aufgeholt, heute war es bei Nellingen so. In den letzten fünf Minuten haben wir einfach das Tor nicht mehr gemacht, waren zu statisch und uns hat der Mut verlassen. Wir sind am Ende auch nicht mehr zum Tor gegangen und haben viel Zeitspiel begangen", so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm und Hornets-Coach Pascal Morgant erklärte: "Mit den letzten Minuten bin ich schon zufrieden, da hat Bensheim den Mut verloren, der ist dann bei uns gelandet. Wir haben es dann die letzten vier bis fünf Minuten gemacht und sind mit diesem Punkt auch absolut belohnt worden."