30.12.2017 12:45 Uhr - 2. Bundesliga - Ralf Ohm, PM Vereine

Kirchhof und Badenstedt vor heutigem richtungsweisenden Duell mit "Neuzugängen"

Christian Denk und seine Frau Tessa bekamen unter der Woche das zweite KindChristian Denk und seine Frau Tessa bekamen unter der Woche das zweite Kind
Quelle: kasifoto, SG 09 Kirchhof
Am Samstag findet für die HSG Hannover-Badenstedt das letzte Spiel des Jahres 2017 statt. Das Team reist nach Melsungen, um ab 18:00 Uhr in der Stadtsporthalle auf die SG 09 Kirchhof zu treffen. Für beide Mannschaften wird dieses ein Spiel mit richtungsweisendem Charakter. Erstmals in dieser Saison steht bei den Gästen Neuzugang Lareen Gräser, nach langer Verletzungspause, im Kader und erhält eventuell dosierte Einsatzzeiten vom Trainer. Christian Denk, Trainer der Gastgeberinnen, freute sich unterdessen unter der Woche ebenfalls über einen "Neuzugang".

Am Mittwoch um 10.17 Uhr war es so weit: Christian Denk, Trainer der SG 09 Kirchhof wurde zum zweiten Mal Vater, als die 3400 Gramm leichte Lotta das Licht der Welt erblickte. Also strahlte er mit seiner Frau Tessa um die Wette. "Glücksgefühle", die der Coach des Zweitligisten mit ins wegweisende Duell gegen die HSG Hannover-Badenstedt (Sa. 18 Uhr) nehmen und auf seine Mannschaft übertragen will. Es soll mit dem dringend benötigten dritten Saisonsieg klappen und der Kontakt zum gesicherten Mittelfeld hergestellt werden - das gleiche gilt für den Tabellennachbarn, der drei Punkte Vorsprung hat.

Das Team der SG 09 Kirchhof ist nach Aussage des eigenen Pressedienstes gut drauf. Dafür sorgte nicht zuletzt ein Heimaturlaub während der Weltmeisterschaftspause, so dass die Spielerinnen Weihnachten mit ihren Familien feiern konnten. "Das hat ihnen gut getan", konnte Denk im ersten Training nach dem Fest feststellen. Der Tatendrang der SG wird auch dadurch gesteigert, dass die Mannschaft wohl zum ersten Mal in dieser Saison in Bestbesetzung antreten kann. Also mit Kapitänin Christian Kühlborn, die nach dreimonatiger Verletzungspause ihre Comeback feiert.

Und mit Rechtsaußen Karolina Bijan, mit 46 Treffern zweitbeste Feldtorschützin des Aufsteigers, die Roland Friebe besonders auf dem Schirm hat, wenn es darum geht, den SG-Angriffsmotor ins Stocken zu bringen. "Sie müssen wir unbedingt stoppen", sagt der HSG-Trainer. Nicht zuletzt ein Fall für Gegenspielerin Lena Seehausen. Ansonsten hat er natürlich Torjägerin Diana Sabljak, aber auch die Achse Boonkamp-Visser als "wesentlich Gefahrenherde" ausgemacht. Sieht allerdings im eigenen, zuletzt etwas zaudernden Angriff die größeren Probleme, für den ihm verletzungsbedingt keine Linkshänderin zur Verfügung steht.

Also dürfte die Hauptlast der Verantwortung auf der torgefährlichen Spielmacherin Jana Pollmer, der Halblinken Mieke Düvel und dem Kreisläufer-Duo Wagenlader/Ahrens liegen. Besonders für den Kapitän der "Jungen Wilden" ist es kein Spiel, wie jedes andere. Immerhin drei Jahre hat sie in der Sporthalle in der Deuxallee in Melsungen gespielt. 2012 schaffte Pollmer mit Kirchhof den Aufstieg in die 2. Bundesliga und wurde anschließend sogar Torschützenkönigin in der zweiten Liga, bevor es sie später zum Erstligisten Bad Wildungen Vipers zog.

Angesichts deren Wurfkraft rückt die Kirchhofer Torhüterin in den Blickpunkt. Nur welche? Frederikke Siggaard etwa, die gegen die Kurpfalz Bären trotz der 27:30-Niederlage eine starke Leistung bot? Oder doch die erfahrene Katarzyna Demianczuk? Wichtig für die bisher etwas wankelmütige Polin, dass sie, so ihr Trainer, "schnell ins Spiel findet, um dann den nötigen Mut für die Tempogegenstoßpässe zu fassen." Denn, so Denk: "Es gibt nichts Schöneres als leichte Tore." Außer vielleicht eigener Nachwuchs, von dem sich, so der Pressedienst der SG, "hoffentlich seine Schützlinge in der Halle inspirieren lassen".

Hannovers Coach Roland Friebe erwartet ein extrem schweres Auswärtsspiel: "Für uns geht es darum zu sehen, wohin die Reise im neuen Jahr geht. Können wir mit einem Sieg den Anschluss nach oben halten oder müssen wir uns mit einer Niederlage nach unten orientieren? Ich erwarte ein sehr intensives Spiel, Kirchhof hat bereits mehrfach die Bedeutung dieser Partie unterstrichen - darauf müssen und werden wir auch eingestellt sein."

Auf die Personallage angesprochen, werden die Sorgenfalten bei Friebe langsam weniger: "Lareen Gräser trainiert schon seit einiger Zeit bei 100 Prozent und sie wird am Samstag erstmals in dieser Saison zum Kader gehören. Bei Alina Defayay bin ich mir da noch nicht so sicher, nach dem Rosengarten-Spiel klagte sie erneut über leichte Schmerzen in ihrer Hand. Ich werde die verbleibenden Trainingseinheiten bis zum Spiel nutzen, um zu sehen, wie belastbar sie ist. Ansonsten haben wir, sieht man mal von den Langzeitverletzten ab, alle Spielerinnen an Bord."