29.12.2017 16:00 Uhr - 1. Bundesliga - chs

HBF kompakt: THC gewinnt Spitzenspiel, Bensheim/Auerbach mit erstem Punkt

Friederike GubernatisFriederike Gubernatis
Quelle: Dieter Lange
Hochbetrieb in der Handball Bundesliga Frauen. Nachdem an den vergangenen beiden Tagen gerade einmal der achte Spieltag absolviert wurde, steht bereits am morgigen Samstag der neunte Spieltag auf dem Programm.

Der Thüringer HC konnte seine weiße Weste verteidigen, beim Buxtehuder SV setzte sich der Tabellenführer mit 25:21 durch. "Mit 25 Gegentoren können wir sehr gut leben, 21 zu werfen ist allerdings zu wenig. Das war auch ein Grund für die Niederlage, so viele Großchancen darf man nicht auslassen - trotz großartiger Torhüter im Thüringer Tor", analysierte BSV-Trainer Dirk Leun und Gästetrainer Herbert Müller betonte: "Das war ein unfassbar schweres Auswärtsspiel. Wir mussten in Buxtehude immer bis zur letzten Sekunde fighten. Da bin ich glücklich, dass wir hinten raus die nötige Cleverness hatten."

Für Buxtehude geht es direkt hochkarätig weiter, der Pokalsieger reist zum Meister Bietigheim. Dieser patzte bei der HSG Bensheim/Auerbach und kam nicht über ein 24:24-Unentschieden hinaus. "Wir haben heute leider kein gutes Spiel gezeigt. In einer zerfahrenen Partie machten wir letztlich zu viele technische Fehler und konnten nicht die gewohnte Sicherheit ausstrahlen", so Bietigheims Sportdirektor Gerrit Winnen, dessen Mannschaft vorerst nur Tabellendritter ist.

Zwischen dem THC und Bietigheim rangiert noch die TuS Metzingen, die beim TV Nellingen einen 35:31-Auswärtserfolg feierte. "Ich bin sehr froh, dass wir zwei Punkte geholt haben. Aber wenn wir die Leistung anschauen, war es kein gutes Spiel von uns. In der ersten Halbzeit war die Abwehr okay, aber in der zweiten waren wir ganz schlecht", so Metzingens Trainer Rene Hamann-Boeriths und betonte: "Ein Sieg mit plus vier Toren das passt, aber Nellingen darf keine 31 Tore werfen." "Unser verändertes Spielsystem ist heute noch besser zur Geltung gekommen als gegen Bietigheim und das habe ich den Mädels auch schon in der Pause gesagt. Wir haben Tempo gemacht, es zum richtigen Zeitpunkt auch rausgenommen und sind vorne mutiger auf die Lücken gegangen. Das hat gegen eine Spitzenmannschaft wie Metzingen gut funktioniert und das müssen wir jetzt bei Bestand halten und auch gegen Bensheim abrufen", so Nellingens Trainer Pascal Morgant.

Für die Metzingerinnen steht bereits das nächste Derby auf dem Programm, die Ermstälerinnen freuen sich gegen Frisch Auf Göppingen auf über 5.000 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche-Arena und hoffen den Vorjahresrekord mit 6.157 Zuschauern zu knacken. "Es war im vergangenen Jahr gegen Nellingen gigantisch. Unsere Fans müssen wieder eine schöne, pinke Wand aufbauen. Zusammen mit dem grün-weißen Anhang wird die Stimmung in der Halle phänomenal", so Metzingens Torhüterin Jasmina Jankovic, die früher selbst beim kommenden Gegner zwischen den Pfosten stand.

Die Göppingerinnen sind in guter Verfassung, bei Bayer Leverkusen gelang ein 24:20-Auswärtssieg. Mit 24 Gegentoren können wir heute sicherlich leben. Aber wir müssen im Angriff deutlich mehr Treffer erzielen. Dies müssen wir als Team besser lösen", ärgerte sich Elfen-Trainerin Renate Wolf nach der Partie, wo man bis zum 17:18 in Schlagdistanz blieb. Für die Rheinländerinnen geht es nun zum VfL Oldenburg, der Tabellenfünfte kassierte eine deutliche 19:34-Niederlage bei Borussia Dortmund.

"Eigentlich sind wir gut reingekommen ins Spiel, haben es dann aber verpasst aus einer 2:0 eine 4:0 Führung zu machen. Wir haben im Angriff teilweise zu ungenau gespielt, so dass die Dortmunderinnen immer wieder eine Hand dazwischen bekommen haben und wenn wir mal aufs Tor warfen stand da Clara Woltering", so Oldenburgs Coach Niels Bötel, während Dortmunds Trainerin Ildiko Barna anmerkte: "Kompliment an meine Mannschaft, sie hat heute Wille und Leidenschaft gezeigt. Wir wollten zeigen, dass wir guten Handball spielen können und das haben wir getan. Wir haben nicht nachgelassen und eine super Abwehr gespielt."

Dortmund reist nun nach Neckarsulm, die Sport-Union hatte ihre Begegnung des achten Spieltags in Bad Wildungen bereits vor der WM-Pause absolviert. "Personell gehört der BVB definitiv für mich unter die ersten fünf Mannschaften im deutschen Frauenhandball", sagt NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic zum kommenden Gegner und betonte: "Wenn alles optimal bei uns läuft, können wir auch eine Mannschaft wie Dortmund schlagen. Wir müssen wieder, wie phasenweise auch in den letzten Spielen, eine sehr gute Abwehr stellen, damit unser Umschaltspiel funktioniert. Außerdem muss im Angriff deutlich mutiger abgeschlossen werden, als das zum Beispiel noch im vergangenen Jahr gegen den BVB der Fall war."

Auch Bad Wildungen wird erholt ins letzte Spiel des Jahres gehen. Gegner Blomberg hingegen kommt nach einem 34:27-Auswärtserfolg bei Schlusslicht HC Rödertal mit viel Selbstvertrauen. "Das war sicherlich nicht unser bester Auftritt in dieser Saison, aber am Ende haben wir diese Pflichtaufgabe doch souverän gelöst. Unser Team hat mit Licht und Schatten agiert, allerdings bestand nie ein Zweifel an unserem Erfolg", resümierte HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch und ergänzte: "Jetzt wollen wir am Samstag gegen Bad Wildungen auch noch die Punkte sieben und acht holen, um mit einem ausgeglichenen Konto ins neue Jahr gehen zu können." "Die Stimmung war sensationell und hat meinen Mädels sicherlich geholfen. Wir haben uns heute im Angriff und der Abwehr gesteigert. Lediglich im athletischen Bereich sind wir noch nicht auf dem Niveau das wir anstreben", stellte Rödertal-Trainer Karsten Knöfler fest. Die Bienen reisen nun zum Thüringer HC.