28.12.2017 20:14 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, Roman Knabe

THC nicht zu stoppen: Sieg beim Buxtehuder SV

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC sind nicht zu stoppen. Beim Buxethuder SV feierte das Team von Trainer Hebert Müller im achten Saisonspiel den achten Sieg. Die Thüringerinnen setzten sich am Donnerstag mit 25:21 (15:10) durch. Beste Spielerin beim THC war Iveta Luzumova (12/7), bei den Gastgeberinnen überzeugte Michelle Goos (5).

"Ich bin sehr glücklich, dass wir das unfassbar schwere Auswärtsspiel gewonnen haben. Es war ein schwer erkämpfter Sieg", sagte Coach Müller. In der Abwehr stand sein Team sicher und ließ bis zur Pause lediglich zehn Gegentreffer gegen das Topteam aus Buxtehude zu.

Der Thüringer HC erwischte einen guten Start. Iveta Luzumova traf per Strafwurf zum 1:0. Die Anfangsphase war geprägt von einer aggressiven Abwehrarbeit. Dinah Eckerle entschärfte gleich zwei Strafwürfe von Friederike Gubernatis und Michelle Goos in Folge und legte damit den Grundstein für die 4:2-Führung der Thüringerinnen. Josefine Huber hatte zwei Strafwürfe herausgeholt, spielte aufmerksam im Mittelblock. Doch in der 10.Minute erhielten sie und Kerstin Wohlbold die ersten Zeitstrafen der Partie. Der THC spielte jetzt ohne Torhüterin und sah durch einen Unterzahltreffer von Iveta Luzumova auch hier gut aus. Doch der BSV spielte jetzt konzentriert die doppelte Überzahl und konnte zum 5:5 ausgleichen. Aber die folgenden fünf torlosen Minuten der Gastgeberinnen brachten die erste höhere Gästeführung (9:5 - 16.Min)

Beim BSV tat man sich weiter schwer gegen die kompakte THC-Abwehr, wo Anika Niederwieser im Wechsel mit Beate Scheffknecht für Stabilität im Mittelblock sorgte. Vor allem die Fernwürfe von Bölk und Gubernatis verfehlten mehrfach das von Dinah Eckerle gut gehütete Tor der Gäste. In der 20.Minute kassierte Josefine Huber bereits ihre zweite Zeitstrafe und war damit stark "rotgefährdet". Die Norddeutschen erlaubten sich im Angriffsspiel jetzt mehrere einfache Abspielfehler. Diese nutzte der THC eiskalt. In Unterzahl zeigte sich Saskia Lang weiterhin treffsicher und erzielte das 12:6 aus Sicht ihrer Mannschaft. Die Gäste ließen jetzt mehrere Chancen aus und Maike Schirmer, Lone Fischer und Emily Bölk brachten mit ihren Treffern den BSV wieder heran. 9:12 - vier Minuten vor dem Pausenpfiff hatte sich Buxtehude wieder gefangen. Herbert Müller bat seine Mädels zum Gespräch. Doch dieses zeigte zunächst keine Wirkung. Iveta Luzumova beendete dann die Torflaute mit einem Treffer von der Strafwurflinie. Kerstin Wohlbold glänzte jetzt mit zwei starken Eins-gegen-Eins-Aktionen und die THC-Frauen gingen mit einer verdienten 15:10 Führung in die Pause.

Viereinhalb Minuten in Hälfte Zwei blieben beide Teams ohne Torerfolg, dann setzte Emily Bölk einen sehenswerten Schlagwurf zum 11:15 ins Netz. Und mit weiteren zwei Treffern nach Fehlwürfen der Gäste, waren die Hausherrinnen wieder im Spiel. (13:16 - 37.Min) Unübersichtliche Situation - eine unsportliche Reaktion Jana Krauses von der THC-Bank bestrafen die Schiedsrichter mit einer Zeitstrafe. Doch wieder ist Beate Scheffknecht in Unterzahl erfolgreich und es bleibt bei der Vier-Tore-Differenz. Jessica Oldenburg meldete sich mit zwei schönen Fernwurftreffern nun auch im Spiel zurück. Beim ihrem 16:18 in der 43.Minute schien das Spiel wieder spannend zu werden. Wieder waren es Beate Scheffknecht und Iveta Luzumova von der Strafwurflinie, die den alten Abstand wieder herstellten. Josefine Huber musste nach der nächsten beherzten Abwehraktion die dritte Zeitstrafe quittieren - für die junge Österreicherin war damit das Spiel beendet.

Und Buxte blieb dran. Nachdem Antje Peveling (Lenz) nach einem Kopftreffer behandelt werden musste, konnte sie ihr Team mit dem gehaltenen Strafwurf von Iveta Luzumova wieder nach vorn treiben. Aber ein wirkliches Happy-End verspielten die Gastgeberinnen, weil sie in den Folgeaktionen die nötige Übersicht vermissen ließen. Die Gäste spelten ihre ganze Routine aus und zogen bis zur 55. Minute auf 24:17 davon, auch weil Jana Krause, die jetzt im THC-Gehäuse stand, mit einer überragenden Leistung ihr Tor förmlich vernagelte. Die Partie war entschieden, auch wenn jetzt kein weiterer Wurf an Antje Peveling mehr vorbei gehen wollte und die Gastgeberinnen durch Jessica Oldenburg, Michelle Goos und Lisa Prior noch für das Publikum in der Halle Nord versöhnliche Ergebniskosmetik betreiben konnten. Die Gäste hatten ihr Ziel erreicht - gegen die letzte der drei weiteren Favoritenmannschaften wurde mit einer starken mannschaftlichen Abwehrleistung die weiße Weste behalten und der erste Tabellenplatz gefestigt.

"Es war ein nervenaufreibendes Spiel. Man kann hier nie sicher sein, wie es ausgeht. Ich bin glücklich, dass wir das Ergebnis halten konnten. Der Halbzeitvorsprung war ein kleines Polster. Ich werde einen Teufel tun, Druck auf die Mannschaft zu laden. Wenn man uns nun die Favoritenrolle in der Meisterschaft zuweist, ist das eben so. Gegen Buxtehude muss man erstmal gewinnen", resümierte THC-Coach Herbert Müller.

Dirk Leun, vom Buxtehuder SV war weniger glücklich mit dem Ergebnis: "Glückwunsch zum verdienten Sieg. Mit 25 Gegentoren können wir zufrieden sein, 21 geworfene Tore sind aber einfach zu wenig. Es waren zu viele Bälle, die wir nicht ins THC-Tor geworfen haben. Der THC geht eben hin, wo es weh tut und das reicht um zu gewinnen."