24.12.2017 13:30 Uhr - 1. Bundesliga - fcb, red

"Im Angriff nicht an den taktischen Plan gehalten": Drei Fragen an... Renate Wolf

Renate WolfRenate Wolf
Quelle: René Weiss
Gegen die TuS Metzingen setzte es für den TSV Bayer 04 Leverkusen eine 21:28 (9:10)-Niederlage. Bis zur 40. Minute blieb Leverkusen noch dran, dann zog Metzingen durch einen 8:1-Lauf davon und gewann deutlich. Nach der Partie beantwortete Renate Wolf drei Fragen...

Frau Wolf, wie fällt ihr Fazit zum Spiel aus?

Renate Wolf:
Ich finde, Metzingen war über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben uns aber dann im Angriff befreien können. Zudem war Katja richtig gut im Tor. Sie hat direkt vor der Pause zwei Hundertprozentige gehalten und wir haben uns damit belohnt, dass wir noch auf 10:9 herangekommen sind. Wir haben gut gekämpft, das war mir wichtig, denn wir waren hier nicht der Favorit. Allerdings haben wir dann nach dem 15:14 viele Fehler gemacht. Wir haben uns in dieser Phase im Angriff nicht an den taktischen Plan gehalten. Das ärgert mich und das habe ich den Mädels in der Kabine auch schon gesagt. Nach diesen zehn Minuten war das Spiel quasi schon entschieden.

Derzeit befindet sich Leverkusen auf dem sechsten Tabellenplatz. Sind sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Renate Wolf:
Wir spielen bisher eine gute Saison, aber wir wissen nach wie vor, wo wir stehen. Wir sind auf einem guten Weg und wollen sicher auch mal wieder im Europapokal spielen, aber wir sind ein Ausbildungsverein. Wenn ich wechseln muss, kommen oft Spielerinnen zum Zug, die noch Erfahrung sammeln müssen. Das hat man auch heute wieder gemerkt.

Noch kurz ein Rückblick zur Heim-WM: Wie bewerten sie das Abschneiden der deutschen Mannschaft?

Renate Wolf:
Mein Blick auf die WM ist eine emotionale Betrachtung. Ich war nicht dabei. Bereits vor dem Auftakt war klar, dass nach dem Ausfall von Anne Hubinger eine Spielachse wegbricht. Mit dem Ausfall von Kim Naidzinavicius fehlte die wichtigste Spielmacherin. Zudem kamen einige Spielerinnen von ihren Einsätzen in der Champions League angeschlagen zur WM. Wir wissen nicht, in welchem Zustand sie genau waren. Es tut mir leid, dass im Achtelfinale Schluss war, denn alle beteiligten Spielerinnen haben seit zwei Jahren extrem hart für dieses Ereignis geschuftet. Und es tut mir leid, dass Michael Biegler nicht weitermacht. Wir hatten zum ersten Mal einen Bundestrainer, der viel und sehr gut mit allen Beteiligten, auch den Vereinen, kommuniziert hat. Er hat vieles angestoßen. Hoffentlich kann sein Nachfolger daran anknüpfen.