23.12.2017 20:58 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

Metzingen enteilt Leverkusen nach vierzig Minuten

Monika KobylinskaMonika Kobylinska
Quelle: Mario Genzel
Am siebten Spieltag trafen in Metzingen die zweitplatzierten "TusSies" auf den Tabellenfünften TSV Bayer 04 Leverkusen. Die Mannschaft von Renate Wolf war mit lediglich zwei Punkte Rückstand nach Schwaben gereist. Jennifer Rode und Kelly Vollebregt (beide Kreuzbandriss) stehen längere Zeit nicht zur Verfügung, sonst konnten Wolf und Hamann-Boeriths alle Spielerinnen einsetzen. In der ausverkauften Öschhalle startete Metzingen besser und lag bereits mit vier Toren vorne, doch Leverkusen kämpfte sich über den 10:9-Pausenstand zum Ausgleich. Die TusSies eilten dann mit einem 8:1-Lauf davon und gewannen letztlich klar mit 28:21.

Die TuS Metzingen gewann das Startduell wegen der soliden Abwehr. Marlene Zapf konterte zweimal zur 3:1-Vorlage (6.), dahinter parierte Isabell Rock viermal. Auf den Mittelblock der "Pink Ladies" war Verlass. Leverkusen warf erst nach acht Minuten bei Bergers 4:2-Treffer in Überzahl das erste Feldtor.

Potocki und van der Wiel taten sich hingegen mit der Organisation der Elfen-Abwehr zunächst schwer, sodass sich für Metzingen auch im Positionsangriff leichte Wurfchancen ergaben. Nach elf Minuten zückte Renate Wolf bereits die Grüne Karte zur ersten Auszeit und wechselte durch. Jochin als Spielmacherin und Karolius am Kreis kamen ins Spiel.

Kurz darauf waren erstmals Emotionen in der Öschhalle spürbar. Zapf war erneut enteilt und konnte von Jochin nur regelwidrig mit einem Griff ans Handgelenk gestoppt werden. Die Leverkusenerin war mit einer Zeitstrafe gut bedient. In der Abwehr sollte Kapitänin Jenny Karolius für Ordnung sorgen. Das funktionierte allmählich.

Nach 19 Spielminuten gelang den Gästen nach längerem mal wieder ein Ballgewinn. Der Angriff, nun auch mit Gedroit, agierte aber zu behäbig. Nach einem technischen Fehler zeigte zwar Kramarczyk bei ihrer vierten Parade ihr Können, doch Roch ließ im Gegenzug ihren vierten Reflex notieren. Beim Stand von 8:4 (20.) unterbrach TuS-Trainer Hamann-Boeriths das Spiel.

Die Phase der der Pause dominerte Leverkusen. Kramaczyk verzeichnete insgesamt acht Paraden. Sally Potocki verkürzte zunächst auf 8:5. Kramarczyk blieb kurz darauf das 8:6 verwehrt, sie nahm so lange Maß, dass Isabell Roch rechtzeitig zur Stelle war. Die Partie wirkte zunehmend zerfahren. Metzingen hatte zunächst in Kobylinska weiterhin die treffsicherste Spielerin in ihren Reihen, die Polin traf beim 9:5 (24.) zum vierten Mal.

Doch die Rheinländerinnen kämpften: Berndt hatte beim 9:7 (28.) Glück, dass der Ball im Winkel hinter die Linie huschte und sich dann aus dem Gehäuse herausdrehte. Kurz vor der Sirene schickte Kramarczyk Seidel zum 10:9-Konter gen Metzinger Tor.

Metzingen hatte in den letzten fünf Spielminuten vor der Pause kaum mehr etwas Verwertbares zustande gebracht, den Rest hatte Kramarczyk pariert. Die Schwäbinnen wachten jedoch nach dem 10:10-Ausgleich von Berndt auf und schienen das Spiel, das spannend geworden war, insgesamt unter Kontrolle zu behalten. Loerper erzielte beim 14:12 ihren ersten Treffer und Kobylinska traf kurz darauf ebenfalls. Wolf zog dann mit Jurgutyte einen Trumpf, der beim 15:14 (40.) stach. Der Ausgleich lag in der Luft.

Der folgende Metzinger 8:1-Lauf entschied das Spiel zur 50. Spielminute vorzeitig. Zapf profitierte zunächst von einem Ballgewinn. Behnke nutzte einen schlechten Pass auf Karolius zum 17:14-Konter. Metzingen zeigte sich in der Deckung deutlich aggressiver und setzte sich immer deutlicher ab, während die "Elfen" ihre Ideen nicht in Tore ummünzen konnten.

Eine Wolf-Auszeit verpuffte wirkungslos. Beddies traf ebenfalls im Gegenstoß und auch die erste Welle der TusSies funktionierte nun prächtig. Obradovic erzielte das 19:15 (44.), die kurz darauf einen No-Look-Pass von Jurgutyte auf Karolius abfing. Weitere schnelle Treffer führten zum 23:15-Zwischenstand.

Metzingen gestaltete das Schlussdrittel über eine hervorragende Abwehr fast bis zum Abpfiff nach Belieben. Beddies lief nach 57 Minuten zum 26:18 nach vorne. Für Leverkusen zeichnete sich zwei Tage vor dem Fest eine haushohe Niederlage ab. Die Schwäbinnen hatten mit Stina Karlsson und Annika Ingenpaß frische Spielerinne gebracht.

Die Gäste versuchte es erneut mit Anouk van de Wiel. Mit ihr in der Aufstellung konnten die "Elfen" zumindest eine zweistellige Niederlage abwenden. Die Niederländerin setzte bis zum 28:21-Endstand zwei Treffer. Der letzte Torerfolg in der Partie war Shenia Minevskaja vorbehalten, die zum fünften Mal von der Markierung erfolgreich war.