19.12.2017 18:13 Uhr - Weltmeisterschaft - Julia Nikoleit

"Eine ganz anderen Perspektive": Anett Sattler im Interview

Anett SattlerAnett Sattler
Quelle: Michael Schmidt
Beim Finalwochenende der Frauen-WM in Hamburg durften sich die deutschen Handballfans über ein bekanntes Duo am Mikrofon freuen: Während Bernd Kaiser während der Partien als Hallensprecher fungierte, übernahm Anett Sattler die Moderation der beiden Spieltage. Im Interview sprach die Berlinerin anschließend über ihren Einsatz und verriet, wie sie nach dem Ende von Sport1 als TV-Partner der HBL dem Handball noch verbunden ist.

Anett, du warst beim Finalwochenende der Frauen-WM als Moderatorin im Einsatz. Wie hast du dieses Event erlebt?

Anett Sattler:
Es war für mich eine ganz anderen Perspektive - ich war weder als Journalistin noch als Fan wie die letzten Wochen dort, sondern eben als Hallensprecherin mittendrin. Das war wahnsinnig aufregend und ich habe mit neuen Kollegen gearbeitet. Ich denke, wir haben uns als Team gut zusammengerauft, es hat alles funktioniert und vor allem wahnsinnig Spaß gemacht.

Was waren deine Aufgaben neben der Moderation?

Anett Sattler:
Die Moderation ist schon die Hauptaufgabe, aber natürlich arbeitet man dann auch hinter den Kulissen mit. Es gab Fragen wie: Wie gestaltet man das Einlaufen, wie gestaltet man eine Abschlusszeremonie? Da hat man auf unsere Hinweise und unsere Erfahrung aus anderen Events gehört.

Du hast von Final Four bis Olympia so ziemlich alle Großereignisse im Handball miterlebt. Wie hast du die Stimmung in Hamburg im Vergleich dazu erlebt?

Anett Sattler:
Die Norweger waren schon krass (lacht). Ich habe vor dem Finale den Aufruf gemacht: "Wo sind die Fans von Frankreich?" und da kam quasi gar nichts. Als ich dann nach Norwegen fragte, stand die ganze Halle. Die waren schon in der Überzahl.

Und sportlich?

Anett Sattler:
Sportlich ist es auch ein Topniveau. Es macht wahnsinnig viel Spaß und es ist eine tolle Werbung für den Frauenhandball. Ich hoffe, dass der ein oder andere, der Sport1 eingeschaltet und sich die Spiele angeschaut hat, auch in Zukunft beim Frauenhandball bleibt und den Sport weiterhin unterstützt.

Wie bist du dem Handball momentan noch verbunden?

Anett Sattler:
In erster Linie bin ich zurzeit klassisch die Spielerfrau, welche die Trikots ihres Mannes wäscht (lacht). Nein, im Ernst: Mein Freund spielt hobbymäßig Handball, daher ist es bei uns natürlich ein Thema. Wir leben in Magdeburg, da gehen wir auch hin und wieder zum SCM. Im Moment habe ich daher in erster Linie tatsächlich die Fanperspektive - das wird sich dann hoffentlich ändern, wenn es Richtung Final Four in der Champions League geht. Im Moment bin ich einfach Handballfan und gucke entspannt vom Sofa oder der Tribüne aus zu. Das macht auch Spaß, wobei es nicht heißt, dass ich nicht auch irgendwann gerne in die andere Rolle zurückkehren würde.