15.12.2017 22:18 Uhr - Weltmeisterschaft - jun

Harter Fight gegen Schweden: Frankreich folgt Norwegen ins Finale

Siraba DembeleSiraba Dembele
Quelle: Michael Schmidt
Das Finale der Frauen-Weltmeisterschaft 2017 ist perfekt: Am späten Freitagabend folgte Frankreich dem Titelverteidiger Norwegen ins Endspiel. Der Olympia-Zweite von 2016 setzte sich nach hartem Kampf mit 24:22 (11:12) gegen Schweden durch. Als "Spielerin des Spiels" wurde die französische Torhüterin Amadine Leynaud ausgezeichnet. Am Sonntag (17:30 Uhr) kommt es so zu einer Wiederauflage des Finals von 2011, während sich um 14:30 Uhr Schweden und die Niederlande im Spiel um den dritten Platz gegenüberstehen.

Den ersten Treffer im zweiten Halbfinale besorgte Nathalie Hagmann, die Schweden per Gegenstoß mit 1:0 (1.) in Front brachte. In den folgenden Minuten eroberte jedoch Frankreich die Führung und lag beim 3:2 (5.) durch Camille Ayglon erstmals vorne. Alexandra Lacrabere erhöhte kurz darauf per Siebenmeter auf 5:3 (10.).

Ein Grund für die Führung waren die vielen schwedischen Fehler im Offensivspiel, die dafür sorgten, dass Frankreich immer wieder in Ballbesitz kam. Es fehlte die Genauigkeit im Passspiel und auch die Effizienz im Abschluss war (noch) ein Manko. So behauptete Frankreich die Zwei-Tore-Führung und Henrik Signell nahm nach einer guten Viertelstunde die Auszeit. Auch personell reagierte der schwedische Coach und brachte Johanna Westberg und Ulrika Toft Hansen aufs Feld.

Ehemann Henrik Toft Hansen nutzte den spielfreien Tag der SG Flensburg-Handewitt, um in Hamburg vorbeizuschauen und musste zunächst verfolgen, wie Schweden weiter im Hintertreffen lag.Laura Flippes erhöhte auf 8:5 (17.), Laurisa Landre legte das 10:6 (21.) nach. Amadin Leynaud entschärfte zudem noch einen Siebenmeter.

Das Team von Signell kämpfte sich jedoch zurück in die Partie, minimierte offensiv seine Fehlerquote und stabilisierte zudem die Deckung. Auch Filippa Idehn zwischen den Pfosten präsentierte sich zunehmend stärker. So drehten die Schwedinnen mit einem 6:0-Lauf zwischen der 23. und 29. Minute die Partie und machten aus dem 6:10-Rückstand eine 12:10-Führung.

Auch eine Auszeit von Olivier Krumbholz hatte den Lauf nicht unterbrechen können. Seine Mannschaft schwächte sich zudem selbst, als Manon Houette eine Zeitstrafe erhielt, weil sie - so die Gestik der Schiedsrichter - nach einer abgepfiffenen Aktion den Ball wohl nicht korrekt abgelegt hatte. Mit einem Treffer in der letzten Minute stellte Allison Pineau immerhin den Anschluss wieder her, sodass es mit 12:11 in die Kabine ging.

Nach Wiederanpfiff meldete Frankreich sich mit zwei Treffern in fünf Minuten zurück, sodass das Spiel wieder ausgeglichen war: 13:13 in der 35. Spielminute. Lacrabere hatte kurz darauf die Chance, ihre Mannschaft wieder in Führung zu bringen, setzte ihren Siebenmeter jedoch gegen das Standbein von Idehn.

Die Führung holte sich Frankreich so erst einen Angriff später - Grace Zaadi nutzte den Raum in Überzahl und netzt zum 14:13 (38.) ein. Da Schweden nun wie schon im ersten Angriff zu viele Fehler erlaubte - beispielsweise landete ein Querpass im Aufbauspiel hinter dem Rücken der Mitspielerin im Aus - konnte Frankreich seine Führung ausbauen. Zaadi erzielte das 19:15 (45.).

Schweden steckte jedoch weiterhin nicht auf, verkürzte nach einem Ballgewinn auf zwei Tore und holte zudem noch einen Zeitstrafe gegen Dembele heraus. Das war der entscheidende Schub: Nach einem Treffer von Westberg aus dem Rückraum eroberte Hagmann erneut den Ball und lupfte ihn aus dem Halbfeld über drei Gegenspielerinnen hinweg ins verwaiste Tor: 19:19 in der 50. Spielminute.

In der Schlussphase blieb es hochspannend, keine Mannschaft konnte sich vorentscheidend absetzen. Gnosniane Niombla kassierte fünf MInuten vor dem Ende in der Offensive eine Zeitstrafe und Isabell Gullden nutzte den Platz und brachte ihre Mannschaft mit 22:21 (56.) in Front. Frankreich glich jedoch umgehend wieder aus, sodass es eng blieb.

Nun wurde es hektisch: Landre erzielte die 23:22-Führung für Frankreich, es waren weniger als zwei Minuten. Auf der anderen Seite bekam Hanna Blomstrand zum Unmut der Halle ein Stürmerfoul abgepfiffen, sodass ihr Tor nicht zählte. 41 Sekunden vor Ende war Frankreich so wieder im Ballbesitz und Krumbholz nahm seine letzte Auszeit. Seine Mannschaft leitete den Ball auf Außen weiter und Blandine Dancette sorgte für die Entscheidung. Die Sekunden rannen von der Uhr, Schweden fehlte die Zeit. Nachdem Leynaud den letzten schwedischen Wurf pariert hatte, war das Spiel beendet.