15.12.2017 18:56 Uhr - Weltmeisterschaft - jun

Machtdemonstration: Norwegen marschiert souverän ins Finale

Stine Oftedal machte mit Norwegen den Finaleinzug perfektStine Oftedal machte mit Norwegen den Finaleinzug perfekt
Quelle: Michael Schmidt
Der erste Finalist bei der Frauen-Weltmeisterschaft steht fest: Titelverteidiger Norwegen zog mit einem deutlichen 32:23 (17:10)-Erfolg über die Niederlande ins Endspiel ein. Vor 11.261 Zuschauern in der Hamburger Barclaycard-Arena übernahm das Team von Thorir Hergeirsson bereits im ersten Durchgang die Kontrolle über die Partie und bestach mit schönem und temporeichen Spiel.

Das erste Tor der Partie ging auf das Konto von Norwegen: Nora Mork netzte zum 1:0 (2.) ein. Es war der Auftakt für einen unglaublichen Auftritt des Titelverteidigers. Das Team von Thorir Hergeirsson stellte wie schon im Viertelfinale gegen Russland eine extrem aggressive und agile Abwehr und zog daraus sein Tempospiel auf. Camilla Herrem legte nach einem Block von Kari Brattset das 2:0 (3.) nach.

Doch auch im aufgebauten Angriff wusste Norwegen nicht zuletzt dank der individuellen Stärke zu glänzen. Nachdem Mork einen Unterarmwurf nahezu unbedrängt zum 5:1 (9.) in die Maschen gehämmert hatte, drückte Helle Thomsen zum ersten Mal auf den Buzzer. Nur drei Minuten später forderte sie nach dem 8:1 (12.) die nächste Auszeit, da bei ihrer Mannschaft weiterhin nicht viel zusammenlief.

In der Defensive bekamen die Niederlande keinen Zugriff und kamen so auch nicht ins Laufen; im aufgebauten Angriff bot Norwegen ihnen keine Räume. Mit drei Glanzparaden hatte Tess Wester einen großen Anteil daran, dass der Vorsprung nicht noch höher ausfiel. Thomsen wechselte daher nun nach und nach durch. Charris Rozemalen und Danick Snelder waren bereits neu ins Spiel gekommen, in der 16. Minute kam dann auch Estavana Polmann.

Norwegen behauptete seinen Vorsprung jedoch weiterhin souverän und kam fast spielerisch leicht zu Torerfolgen. Mork bediente Heidi Loke, die am Kreis völlig frei stand und legte damit das 11.3 (18.) auf. Die Effektivität der Norwegerinnen war ebenso wie das Tempo beeindruckend - im ersten Durchgang lag die Trefferquote bei 74 Prozent. Auch Torhüterin Katrine Linde konnte einige Bälle parieren.

Die Niederlande konnten in der Schlussphase der ersten Halbzeit wiederholt selbst treffen, doch der Vorsprung blieb bestehen. Kam Norwegen aus dem Rückraum nicht zur Chance, wurde auf die Außen weitergespielt - und die verwandelten wie Sanna Solberg zum 16:9 (27.) ebenfalls sicher. Hergeirsson hatte kurz zuvor trotzdem eine Auszeit genommen und gönnte nun auch Mork eine Pause - für sie kam Amanda Kurtovic. Nach einem schönen Treffer von Veronica Kristiansen, die den Ball aus dem linken Rückraum ins rechte obere Eck setzte, ging es mit 17:10 in die Pause.

Nach Wiederanpfiff gehörte Norwegen erneut das erste Tor - Oftedal sorgte für den Acht-Tore-Vorsprung. In den folgenden Minuten kamen die Niederlande zwar wiederholt zum Torerfolg, doch da auch Norwegen immer wieder nachlegte, kam das Thomsen-Team nie dichter als sechs Tore heran. Nachdem Polman das 16:22 (40.) erzielt hatte, nahm Hergeirsson die Auszeit.

Die Niederlande stemmten sich zwar verbissen gegen die Niederlage, doch Norwegen hatte das Spiel im Griff, wobei die eingewechselte Kari Grimsbo das ihrige dazu beitrug - sie parierte im zweiten Durchgang unter anderem zwei Siebenmeter. So wuchs der Vorsprung weiter Tor um Tor an - und betrug schließlich zehn Treffer: Emilie Arntzen sorgte aus dem linken Rückraum für das 30:20 (52.). Die für Wester ins Spiel gekommene Jasmina Jankovic war machtlos. Am Ende siegte Norwegen mit 32:23.