14.12.2017 10:32 Uhr - Weltmeisterschaft - dhb.de

"Jeder hat hier 100 Prozent gegeben": 160 Volunteers waren am WM-Spielort Leipzig im Einsatz

Nathalie Schlesinger war eine von 160 Volunteers in LeipzigNathalie Schlesinger war eine von 160 Volunteers in Leipzig
Quelle: etb
Seit dem gestrigen Mittwoch, als Mannschaften und Begleiter über Magdeburg zur Endrunde nach Hamburg weiterzogen, ist die Weltmeisterschaft 2017 am Spielort Leipzig Geschichte. 160 Volunteers im Alter von 18 bis 83 Jahren sorgten in den vergangenen zwei Wochen während der Vorrunde und bis zu den Viertelfinalspielen für einen reibungslosen Ablauf.

Eine von ihnen war Susann Thieme. Die selbstständige Leipzigerin hatte den heimischen Schreibtisch gegen den im Vestibül der Arena getauscht. "Vom Studenten bis zum Rentner, vom Flugbegleiter bis zum Maurer", fasst Thieme die unterschiedlichen Hintergründe der Volunteers zusammen.

Die 45-Jährige kennt sich aus in der Betreuung freiwilliger Helfer, verweist auf Erfahrungen aus der Hockey-EM 2012 in Deutschland, auch auf welche aus der Hockey-WM 2015 in der Arena Leipzig. Als "unikumarketing" als lokaler Gastgeber der WM-Spiele an die Tür der 45-Jährige klopfte und um Unterstützung in der Organisation der Volunteer-Einsätze bat, musste sie nicht lange überlegen. "Ich habe mich auf die Aufgabe gefreut."

Seit Mai dieses Jahres stand sie im ständigen Austausch mit den Mitarbeitern des Deutschen Handballbundes, die zentral die Akquise der Volunteers für die Frauen-WM übernommen hatten. "Im Mai haben wir dann die ersten Dateien mit Namen, Kontaktdaten und möglichen Einsatzgebieten bekommen."

Volunteers sind während der Frauen-WM unter anderem als Wischer am und auf dem Spielfeld im Einsatz, als Helfer im Akkreditierungszentrum oder im Medienbereich, betreuen die Zuschauer oder moderieren die Pressekonferenzen. Nein, favorisierte Einsatzgebiete habe die 45-Jährige nicht ausgemacht, sagt sie. "Sicher, es gibt beliebte und weniger beliebte Einsatzbereiche." In der Summe hätten sich Angebot und Nachfrage die Waage gehalten. "Und wenn wir meinten, nachsteuern zu müssen, haben wir unsere Netzwerke bemüht."

Die Stimmung unter den freiwilligen Helfern sei familiär, kameradschaftlich, hilfsbereit, "ja zum Teil sogar enthusiastisch. Nicht wenige sind traurig, dass es jetzt bald vorbei ist. Wir sind halt zu einer echten Familie zusammengewachsen."

Dass man dabei Susann Thieme die Rolle der "Volunteer-Mama" zubilligt, ehrt und rührt sie zugleich. Eine Bezeichnung, die sie als Kompliment auffasst und gerne an die 160 freiwilligen Helferinnen und Helfer am Standort Leipzig zurückgibt. "Jeder hat hier 100 Prozent gegeben - und auf jeden war 100 Prozent Verlass."